"Endlich ist das vom Tisch"

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"Jede Serie hat einmal ein Ende"

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Über fünfeinhalb Jahre ist es her.

21 Spiele konnte Mattersburg nicht gegen den SK Sturm gewinnen.

Der letzte Dreier gelang am 21. Spieltag der Saison 2006/07, am 9. Dezember 2006. An besagtem Tag damals schon im Amt: Franz Lederer.

"Das ist jetzt endlich vom Tisch. Das ist gut so. Jede Serie hat einmal ein Ende", war dem burgenländischen "Trainer-Urgestein" die Erleichterung nach dem 3:1-Heimerfolg seines Teams durchaus anzumerken.

Der lang ersehnte Triumph gegen die Grazer war in erster Linie möglich, weil "in der zweiten Hälfte einiges richtig gemacht" wurde.

Sturm nur eine Hälfte stark

Die ersten 45 Minuten gehörten nämlich mehrteilig den Gästen, die dank des ersten Bundesliga-Treffers von Kaiserslautern-Neuzugang Richard Sukuta-Pasu in Minute 23 auch mit der Führung im Rücken in die Kabine gingen.

"Wir waren viel im Ballbesitz, es gab viele Ballstafetten", zeigte sich Peter Hyballa mit der Leistung vor der Halbzeit durchaus zufrieden, bemängelte bei seinen Schützlingen allerdings zugleich den fehlenden Willen, "unbedingt noch das zweite Tor machen zu wollen. Mir hat so ein bisschen der Druck nach vorne gefehlt. Es ist eine gewisse Mentalität, die die Mannschaft immer noch besitzt und die ich ihr auszutreiben versuche."

"Wenn wir das zweite Tor machen, dann wäre es heute wahrscheinlich ein Sieg geworden", trauert  auch Sturm-Kapitän Manuel Weber den Offensiv-Aktionen nach, "die wir nur besser zu Ende spielen hätten müssen".

Schon in der vergangenen Woche gegen die Wiener Austria haderte man bei den "Blackies" mit dem unzureichenden Spiel nach vorne nach der 1:0-Führung. Der kleine Unterschied: Aus der Generali-Arena konnten drei Punkte entführt werden, aus dem Pappelstadion nicht.

SVM-Wandel zur Halbzeit

Das lag in erster Linie daran, dass es nach Wiederanpfiff nur drei Minuten dauerte, ehe Ilco Naumoski nach einem Kopfball von Manuel Bürger zum Ausgleich abstaubte. Und in zweiter Linie an einem furiosen Finish, in dem Naumoski (87.) und Florin Lovin (89.) mit ihren Toren den historischen 3:1-Heimsieg für Mattersburg besiegelten.

"Mit den Tugenden, die wir in der zweiten Hälfte auf den Platz gebracht haben, war es für mich keine Frage, dass wir die Partie noch drehen können", legte sich Lederer schon früh auf seine Truppe fest.

"In der ersten Halbzeit war die Mannschaft einfach zu fahrig, zu ungeduldig. Da wollte man mit jeder Aktion gleich etwas Schlüssiges machen. Aber das geht nicht. Das ist Sturm Graz."

"Müssen einfach aggressiver sein"

Dass die Burgenländer in den zweiten 45 Minuten ein anderes Gesicht zeigten, hatte weniger mit einer lauten Kabinenpredigt ihres Chefs, sondern mit einem "In sich gehen" der gesamten Mannschaft zu tun, wie Patrick Bürger bestätigte:

"Zur Halbzeit haben wir uns zusammengeredet und gesagt, wir müssen einfach aggressiver sein, früher in die Zweikämpfe kommen, Sturm früher stören und schneller nach vorne spielen. Das haben wir uns dann zu Herzen genommen und es ist uns eigentlich ganz gut gelungen."

Der SVM-Toptorjäger der vergangenen Saison glänzte diesmal eher als Vorbereiter denn als Vollstrecker und zeigt sich trotz der beiden Assists mit seiner Performance nicht zufrieden.

Wichtiger sei aber ohnehin die Teamleistung: "Wir wollten den Sieg unbedingt. Wir wollen daheim jeden schlagen. Wir wollen, dass die Gegner nicht so gerne nach Mattersburg kommen. Und dieser erste, oder besser gesagt, der zweite Schritt ist uns jetzt einmal gelungen."

Selbstvertrauen, aber keine Überheblichkeit

Aus dem von Bürger unisono zu Lederer verkündeten Heim-Credo nach zwei Siegen im Pappelstadion zu Beginn der Meisterschaft lässt sich viel Selbstvertrauen herauslesen.

"Wir haben sechs Punkte. So gut sind wir schon lange nicht mehr gestartet. Wir müssen jetzt zwei Mal in die Fremde, aber ich glaube auch dort kann man mit dem richtigen Zugang etwas mitnehmen", verkündete der siegreiche Coach.

Auf Augenhöhe mit Salzburg, die man in der Vorwoche zumindest ärgern konnte, oder Sturm sieht man sich in Österreichs östlichstem Bundesland dennoch lange noch nicht.

"Das wäre der völlig falsche Denkansatz. Wenn man denkt, jetzt geht es eh nur gegen Innsbruck und dann Wolfsberg – dann bist du auf dem falschen Dampfer."


Christian Eberle

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