Rapid nach Derby zurück am Boden der Realität

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Samstag, 28. Juli 2012: Rapid: 2 Spiele, 6 Punkte, Torverhältnis: 5:0, Tabellenführer.

Donnerstag, 2. August 2012: 1. Saisonniederlage, Europa-League-Quali, 1:2 bei Vojvodina Novi Sad.

Sonntag, 5. August 2012: 2. Niederlage in Folge, 0:3 im 302. Wiener Derby.

Innerhalb von nur knapp einer Woche ist in Hütteldorf die Euphorie der Realität gewichen.

„Wieder zurück am Boden der Realität“

Nach dem Traumstart blickte die Schöttel-Truppe selbstbewusst in die Zukunft, zudem wurde der Höhenflug auch noch medial gepriesen.

Doch spätestens nach der Watsch’n bei der Derby-Rückkehr ins Hanappi-Stadion schlägt das Momentum in die andere Richtung aus. Von einem Knacks will Torhüter Lukas Königshofer gegenüber LAOLA1 trotzdem nichts wissen.

„Angst habe ich überhaupt keine. Aber es war übertrieben, uns nach den ersten zwei Runden so hochzujubeln. Es waren leichtere Gegner und jetzt sind wir wieder am Boden der Realität zurück.“

Realität, die schmerzt. Vor allem die Art und Weise, wie die Niederlagen in Novi Sad und gegen die Austria zustande gekommen sind, bereitet den Betroffenen Kopfzerbrechen.

„Zwei so billige Tore – das tut einfach weh“

„Das erste Tor war ein ganz entscheidender Faktor. Innerhalb von drei Tagen zwei so billige Tore herzugeben, tut einfach weh.“

Damit meinte Chefbetreuer Peter Schöttel nach dem Patzer von Königshofer in Serbien auch jenes Abwehrverhalten von Stefan Kulovits vor dem ersten Tor von Roman Kienast.

Der Routinier ließ sich beim Versuch, den Ball abzuschirmen und ins Out laufen zu lassen, von Manuel Ortlechner, der den Torschützen mustergültig bediente, überlisten.

„Die Situation beim 0:1 war dumm, das darf nicht passieren“, gab der Unglücksrabe geknickt zu.

Ungewohnte Fehler in sonst stabiler Defensive

Königshofer, der Pechvogel vom Donnerstag, meinte: „Ich glaube, Kulo wollte den Ball ins Out lassen. Wir haben alle schlecht miteinander kommuniziert. Zur Zeit rennt’s deppert.“

Rapid tat sich schon vor dem ersten Gegentor schwer, Chancen zu kreieren, wirkte oft ratlos. Und das trotz eines rassigen Starts in die Partie.

Beim 0:2 und 0:3 ließ sich Rapid aufgrund der offensiven Ausrichtung auskontern. Fehler im Stellungsspiel machten es dem Gegner umso leichter.

„Wir waren hinten nicht so konzentriert, wie man es normalerweise von uns gewöhnt ist. Und wenn man sich keine richtig großen Chancen herausarbeitet, gewinnt man kein Spiel. Schon gar nicht gegen die Austria“, analysiert Königshofer.

„Wir sind Realisten und wissen, was wir können“

Trainer Schöttel sieht es ähnlich. „Das ist eine richtige Klatsche. Wir waren heute nicht gut genug. Wir haben nach vorne keine Lösungen gefunden.“

Die Doppelbelastung dürfte die Wiener schon nach der ersten Woche mehr beschäftigen als anfangs gedacht.

Schöttel ortete bei manchen mentale, bei anderen körperliche Schwächen, die an diesem Abend zur Unterlegenheit gegen die Gäste aus Favoriten führten.

Viel Zeit bleibt nicht, um die bittere Niederlage zu verdauen, denn mit dem Rückspiel gegen Vojvodina und dem Auswärtsspiel in Salzburg stehen weitere richtungsweisende Spiele an.

Mario Sonnleitner gibt deshalb schon einmal die Marschroute vor: „Wir wissen ganz genau, wie der Ist-Zustand ist. Wir sind nicht himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Wir sind Realisten, wir wissen, was wir können. Wir müssen das abhaken und können nicht lange lamentieren. Weiter geht’s“.


Alexander Karper/Harald Prantl/Martin Wechtl

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