"Wir haben ein überragendes Spiel gemacht"

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„Es war zu erwarten, dass irgendwann diese Frage nach dem Einbruch kommt.“

Erstmals seit Wochen musste Peter Stöger keine Auskunft darüber geben, ob er denn nun endlich die Gratulationen zum Meistertitel annehmen würde.

Gut, nach der 0:4-Heimniederlage gegen den Wolfsberger AC gab es auch keinen Grund dazu.

"Wir haben keinen Puls von 180"

Vielmehr interessierte, ob seine Mannschaft denn nun im Finish des Titelkampfes Nerven zeigen würde.

„Das glaube ich nicht. Es ist nicht so, dass wir jetzt einen Puls von 180 haben“, gab sich der Austria-Trainer entspannt. Denn: „Wir sind während unseres Laufs nicht abgehoben und werden nach einer Niederlage auch nicht alles beweinen.“

Auch Markus Suttner wollte nicht überbewerten, dass der – immer noch überlegene – Spitzenreiter nach 18 ungeschlagenen Spielen en suite diesmal keine Punkte einfahren konnte: „Wir haben jetzt eine Partie verloren. Aber nächste Woche werden wir es wieder besser machen.“

Die Gründe für die höchste Heimpleite in der Bundesliga seit dem 0:4 gegen den FC Tirol am 2. August 1997 waren leicht erklärt.

"Ich bin falsch gelegen"

„Wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht, hatten zu wenig Bewegung drinnen und haben hinten Fehler gemacht – dadurch haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht“, sagte Suttner.

Sein Coach sah es genauso. Zudem räumte Stöger ein: „Wir sind mit einem sehr offensiv orientiertem Team ins Spiel gegangen. Ich bin mit der Grundausrichtung falsch gelegen.“

In der Zentrale ersetzten Dare Vrsic und Tomas Simkovic die gesperrten Florian Mader und Alexander Grünwald, auf der rechten Seite durfte Marko Stankovic anstelle des ebenfalls gesperrten Alexander Gorgon beginnen. Das Trio konnte die Chance nicht nützen.

„Wir dürfen uns aber nicht darauf ausreden, dass drei Stammspieler gefehlt haben. Es hat diesmal einfach nicht gepasst“, meinte Suttner dazu.

"Ich war sogar ein bisschen gerührt"

Positives konnten die Austrianer trotzdem mitnehmen: Ihre Fans stellten – zumindest für 90 Minuten – ihre internen Probleme hintan und feierten das Team dem 0:4 zum Trotz bis zur letzten Minute.

„Das Publikum war perfekt. Ich war sogar ein bisschen gerührt. Ich weiß aber auch, dass wir nicht jede Woche nach einem 0:4 so verabschiedet werden würden“, erklärte Stöger.

"Ein überragendes Spiel gemacht"

Noch mehr Spaß hatten die mitgereisten Kärntner Fans. „Ihr seid nur ein Punktelieferant“, ließen sie die Wiener wissen.

Ein deutliches Indiz dafür, dass das Selbstvertrauen beim Aufsteiger derzeit riesig ist. „Wir haben ein überragendes Spiel gemacht“, grinste Michael Liendl.

„Wir waren von Anfang an sehr aggressiv und präsent am Platz, haben die nötigen Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Hinten haben wir nicht viel zugelassen und vorne waren wir eiskalt“, so der Vorarlberger.

"4:0 ein bisschen zu hoch"

Coach Nenad Bjelica hielt den Ball gewohnt flach: „4:0 ist ein bisschen zu hoch, aber wir sind natürlich überglücklich. Ein sehr wichtiger Sieg gegen einen Top-Gegner, der hoffentlich Meister wird. Ich bin voll überzeugt, dass sie am Schluss oben stehen werden.“

Dass ein Europacup-Startplatz für die nun schon seit neun Partien ungeschlagenen Wolfsberger mehr und mehr ein ernsthaftes Thema wird, ist dem Kroaten freilich nicht verborgen geblieben.

Er nimmt die wiederkehrenden Fragen danach aber mit Humor: „Ich will Meister werden, aber die Austria ist zu gut.“

Über 36 Runden ja, an diesem 6. April 2013 aber gewiss nicht.


Harald Prantl/Martin Wechtl

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