Der Stammtisch zur 26. Runde

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Nehmt Platz und macht es euch gemütlich: Der Stammtisch ist angerichtet!

Klar, ihr kennt die Ergebnisse schon.

Und ihr wisst auch, wie es in der Tabelle aussieht.

Aber wer sind die Gewinner und Verlierer der Runde? Welche Zahlen muss man kennen? Was ist sonst noch so passiert?

Wir liefern euch nach jedem Spieltag der heimischen Liga eine Zusammenfassung der etwas anderen Art.

DER WINNER: MARCO MEILINGER

Drum juble nicht, wer sich lange bindet! Wenn sich Cristiano Ronaldo gegen Ex-Klub Manchester United daran halten kann, kann es auch der Rieder Offensivspieler gegen Salzburg. Schließlich gehört der 21-Jährige zumindest noch bis Sommer den Bullen, obwohl er sich im Innviertel mittlerweile "pudelwohl" fühlt. Seinem Stammverein schenkte er mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack gleich einmal zwei Treffer ein, stahl ihm dadurch zwei wichtige Punkte im Titelkampf, gab aber gleichzeitig eine Bewerbung in eigener Sache für eine Rückehr nach Salzburg ab. Für die Tatsache, auch gegen seinen eigentlichen Verein nicht zurückzustecken und zwei Mal eiskalt zuzuschlagen, gibt es von uns ein fettes "Bravo".

DER LOSER: STEFFEN HOFMANN

Loser ist in diesem Fall die falsche Bezeichnung, Pechvogel trifft es schon eher. Zudem ist eher Rapid der Verlierer, da es den Verlust ihres Kapitäns erst kompensieren muss. Was musste der 32-Jährige in seiner Karriere schon alles durchmachen? Und jetzt stoppt ihn ein knöcherner Innenbandabriss im linken Knie. Ein Zweikampf mit Stefan Schwab im Duell mit der Admira wurde der Rapid-Ikone zum Verhängnis. Im Falle des Deutschen trifft "vom Pech verfolgt" zu. Mit so viel Engagement und Selbstvertrauen ist der Mittelfeldspieler ins Frühjahr gestartet, um den durchwachsenen Herbst vergessen zu machen. Nun ist die Saison vorzeitig beendet. Ziel: Vorbereitungsstart der Saison 2013/14.

SCHMANKERL DER RUNDE

  • Autogrammstunde: Dass der Austria-Trainer derzeit gefragt ist, steht außer Zweifel. Dass der Sekt trotz aller Dementi bereits eingekühlt ist, ist auch so gut wie sicher. Aber sich aufgrund der Langeweile in der Liga - bei einem Vorsprung von 13 Punkten - und einem souveränen 4:0 in Mattersburg während dem Spiel zu Autogrammen durch den Tribünenzaun hinreißen zu lassen, grenzt fast an Verhöhnung der Gegner. Wenn es sich aber wer leisten kann, dann Stöger und seine Veilchen.

  • Alte Liebe rostet nicht: Es ist bekannt, dass Jürgen Macho seinem Herzensklub Rapid noch heute die Daumen drückt. Es ist bekannt, dass sich der Torhüter in früheren Jahren den grün-weißen Ultras verschrieben hatte. Im Dienste der Admira kehrte er erstmals als Gegner an seine alte Wirkungsstätte zurück und wurde respektvoll empfangen. Ehre, wem Ehre gebührt! Keine Anfeindungen, Applaus als sein Name aufgerufen wurde und keine Unruhe, als Macho mit starken Paraden Rapid Chance um Chance nahm - so soll es sein. So bedankte sich der verlorene Sohn via "Facebook" für den Empfang in Hütteldorf: "Danke Block West...". Alte Liebe rostet halt nicht!
  • Sakko macht den "Jacko": Da hat sich aber einer was einfallen lassen! Auch im Abstiegskampf bleibt Issiaka Ouedraogo anscheinend Zeit, eine Choregrafie im Falle eines Torerfolgs einstudieren. Wenn du dann von Rapid zum Toreschießen eingeladen wirst, geht sie ab, die "Jacko"-Show. Mit seinem "Moonwalk" und dem Griff in den Schritt erinnerte er an den "King of Pop", nur dass dieser wohl nie eine Bierdusche über sich ergehen lassen musste. Doch auch die Rapid-Fans konnten die Showeinlage nicht ruinieren. Denn "Sakko" blieb cool, womit er die Becherwerfer am meisten strafte.

  • Zeichen gegen Rassismus: Bravo Sturm Graz! Im Kampf gegen den Rassismus innerhalb der Bundesliga kann den Blackies die Vorreiterrolle keiner mehr nehmen. Nach den Anfeindungen gegen Richard Sukuta-Pasu in Ried setzten die Steirer ihre Aktion gekonnt in Szene. Bedruckte T-Shirts und Transparente zierte der Schriftzug "Sturm Graz gegen Rassismus". Zudem untermauerten die Anhänger das Thema mit einer eigens ins Leben gerufenen Choreografie. "Sturm Graz ist schwarz und weiss - love Richie (Anm.: Sukuta-Pasu), hate Racism", prangte in großen Lettern am Tribünenzaun, hinterlegt mit schwarz-weißen Nebelschwaden.
  • 3 Mal 2 ist 6: Was kann man über Philipp Hosiner noch erzählen, was noch nicht ausgeschlachtet wurde? Etwa, dass ihn das Burgenland magisch anzieht. Einerseits, weil er es seine Heimat nennt, andererseits weil er - wie gegen so viele Teams in der Liga - besonders gerne trifft. Im dritten Duell mit dem SV Mattersburg etwa schürte der Führende der Torschützenliste zum dritten Mal einen Doppelpack. Sein Torkonto schraubte er damit auf 27 Treffer, womit er ein Tor mehr auf dem Konto hat, als die Elf von Franz Lederer.
  • Doppelte Premiere: Die Sturm-Fans lieben Jürgen Säumel, schließlich hat sich dieser stets zu den "Blackies" bekannt und sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Als Torschütze hielt sich der Mittelfeldspieler aber stets zurück, erst beim 3:2-Erfolg gegen Wacker gelang ihm gleich in doppelter Hinsicht eine Premiere. Säumel markierte nicht nur den ersten Treffer überhaupt seit seiner Rückkehr nach Graz im Herbst 2011 und den ersten Treffer seit Februar 2008. Er legte gleich noch einen drauf und durfte seinen ersten Doppelpack überhaupt in der Bundesliga bejubeln. Wenn sich da nicht ein Goalgetter versteckt hat...

BILD DES SPIELTAGS


VORHANG AUF

ZAHLENSPIELE

2 - Dank Rapid startete die Admira eine Serie. Denn erstmals seit Anfang Oktober 2012 bleiben die Südstädter zwei Spiele hintereinander ohne Niederlage. Dem 1:1 in Hütteldorf sei Dank.

2 - Mal Aluminium in einem Spiel, da war der Admira das Glück nicht hold. Doch der Lattentreffer von Thomas Ebner und der Stangenkopfball von Stefan Schwab gegen Rapid war nicht der einzige Alu-Doppelpack in dieser Saison. Schon in der vierten Runde gegen die Austria scheiterte das Kühbauer-Team zwei Mal an Stange und/oder Latte.

2 - Tore gab es im Duell zwischen dem WAC und Wiener Neustadt zu bestaunen. Beide resultierten aus Eckbällen, beide wurden per Kopf erzielt. Während die Kärntner in der zweiten Minute anschrieben, waren die Niederösterreicher in der vorletzten erfolgreich.

4 - Heimspiele in Folge ohne Sieg sind aus Sicht von Rapid eine Ewigkeit. Einige Fans werden sich an eine ähnliche Durststrecke wohl gar nicht mehr zurückerinnern. Ebensooft in Folge blieb man zuletzt vor über zehn Jahren im September 2002 vor eigenem Publikum sieglos.

6 - Nur sechs Torschüsse gab der WAC im Heimspiel gegen Wiener Neustadt ab. Während Michael Liendl und Jacobo je drei Mal auf das gegnerische Tor zielten, hielten sich ihre Mitspieler sauber zurück.

6 - Bundesligaspiele hat Salzburg-Verteidiger Rodnei erst auf seinem Buckel. Bisher war seine Anwesenheit eine Garantie für Erfolge. Gegen Ried ging er allerdings erstmals nicht als Sieger vom Platz.

7 - Spiele in Folge ist der Wolfsberger AC mittlerweile ohne Niederlage. Damit wurde der Vereinsrekord eindrucksvoll prolongiert.

7 - Acht Torschüsse gab Rapid auf den Kasten von Ex-Torhüter Jürgen Macho ab. Gleich beim ersten von Harald Pichler musste sich der Admira-Keeper geschlagen geben, die restlichen sieben wehrte der 35-Jährige teils mit sehenswerten Paraden ab.

9 - RB Salzburg ist der Remis-König der Liga. Insgesamt mussten die Mozartstädter beim 2:2 gegen Ried bereits zum neunten Mal die Punkte teilen. Nur der WAC hat ebensoviele Unentschieden am Konto.

11 - Siege im Pappelstadion hat die Austria bereits auf ihrem Konto. Kein Team konnte bisher so oft beim SV Mattersburg gewinnen. Das 4:0 war der höchste Sieg im Burgenland und gleichzeitig der höchste Auswärtssieg in dieser Spielzeit.

12 - Sturm Graz hat sich wieder gefangen und feierte gegen Wacker bereist den zwölften Saisonsieg. So viele gelangen in der kompletten Vorsaison.

12 - Spiele, null Punkte. So lautet die Bilanz von Wacker Innsbruck in dieser Saison gegen die Top Vier der Tabelle (Austria, Salzburg, Sturm und Rapid).

14 - Bei Sturm Graz fing für Roman Wallner alles an, mittlerweile ist er gefürchtet. Denn gegen keinen anderen Verein hat der Stürmer so oft getroffen wie gegen Sturm - nämlich 14 Mal.

18 - Jahre ist es her, genauer gesagt seit August 1995, dass die Innsbrucker drei Niederlagen in Folge gegen Sturm Graz hinnehmen mussten. Mit dem 2:3 setzte es die dritte Pleite in dieser Saison.

23 - Torschüsse gab RB Salzburg im Spiel gegen die SV Ried ab, doch nur zwei Mal reichte es zu einem Torerfolg. In punkto Effizienz geht der Sieg an Ried: Vier Torschüsse, davon zwei Tore mit den ersten zwei Versuchen.

157 - Das 0:4 gegen die Austria war die bereits 157. Niederlage des SV Mattersburg im 350. Bundesligaspiel. Höher musste man sich daheim nur einmal geschlagen geben: 1:6 gegen RB Salzburg im März 2010.

Torschüsse, Torschuss-Vorlagen, Zweikämpfe, Pässe, Ballkontakte - die Arbeitsnachweise aller eingesetzten Spieler findest du hier im Stat-Check!

TEAM DER RUNDE

Das ist unser Team der 26. Runde!

In diesem stehen immer jene Kicker, die im Bundesliga-Manager die besten Noten bekommen.

Ihre Positionen (Tor/Abwehr/Mittelfeld/Sturm) sind jene, die die Klubs dem Daten-Liferant IMPIRE, der auch die Bundesliga beliefert, übermittelt haben - deshalb müssen sie nicht zwangsläufig mit jener Position, auf der sie tatsächlich eingesetzt wurden, entsprechen.

Die Noten der Spieler werden auf rein statistischer Basis mittels eines Schlüssels, der auf die einzelnen Positionen (Tor/Abwehr/Mittelfeld/Angriff) angepasst ist, berechnet.

So habt ihr in den Spielberichten der Runde abgestimmt (Stand Mo., 14:00 Uhr).

FRANZ-LEDERER-SPECIAL

Weißt du noch, was du am 18. November 2004 getan hast? Franz Lederer weiß es mit Sicherheit noch. An jenem Tag nahm er nämlich erstmals als Chefbetreuer auf der Trainerbank des SV Mattersburg Platz, nachdem er schon mehrere Jahre seinen Vorgängern als Assistent zugearbeitet hat.

Seither sind acht Jahre und 121 Tage vergangen, bei der 0:4-Niederlage gegen die Austria bestritt der Burgenländer und ehemalige Postler sein 297. Spiel in Folge in der höchsten Spielklasse.

Der Rekord des längstdienenden Bundesliga-Trainers wird ihm nicht mehr zu nehmen sein, denn auf diesen - aufgestellt von Ivica Osim in Diensten des SK Sturm Graz (298) - fehlt Lederer noch eine einzige Partie. Hinsichtlich seiner Zeit im Amt hat er den Bosnier bereits hinter sich gelassen. Grund genug, dem durch Höhen und Tiefen gegangenen Mattersburg-Trainer eine eigene Rubrik zu widmen.

Franz Lederer ist schon so lange dabei, dass...

...ihn die Gemeinde nicht mehr nur als Postler beim Klingeln an der eigenen Haustür erkennt, sondern er es aufgrund seiner Laufbahn beim SV Mattersburg - angefangen als Co-Trainer bis hin zum Chefbetreuer - nicht mehr nötig hat, hausieren zu gehen.

...Spieler wie Dalibor Dragic und Sergej Mandreko noch zu den Leistungsträgern bei den Mattersburgern zählten und auf Du und Du mit ihrem Co-Trainer waren. Übrigens: Wer kennt die beiden noch?

...einer wie er selbst seinem ehemaligen Vorgesetzten Werner Gregoritsch - trotz Aufstieg und Klassenerhalt im ersten Jahr - in punkto Popularität und Beliebtheit Konkurrenz machen konnte.

...Interviews scheinbar noch Mode waren und auch Spieler ihren Senf zum Geleisteten abliefern durften, was heutzutage alles anderes als selbstverständlich ist. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold wird seither im Burgenland ja bekanntlich groß geschrieben.

...sich ein Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft noch Tipps bei einem Bundesliga-Trainer holte und er über so viele Jahre hinweg insgesamt sechs Mattersburger in die rot-weiß-rote Auswahl einschleusen konnte (Cem Atan, Jürgen Patocka, Christian Fuchs, Michael Mörz, Dietmar Kühbauer, Patrick Bürger).

...dass das Wiener Stadthallenturnier noch eine willkommene Abwechslung zur tristen Wintervorbereitung war und das Kunststück zusammengebracht wurde, sich den Pokal durch einen Finalerfolg gegen den SK Rapid Wien zu sichern.


...die Burgenländer noch eine Hand an einem Pokal hatten und gleich zwei Mal bis ins Finale des ÖFB-Cups einzogen. Zwei Mal entpuppte sich jedoch die Austria - da war doch gerade was am Wochenende? - als Spielverderber. Seitdem warten die Mattersburger vergeblich auf eine Titelchance.

...Dietmar Kühbauer noch nicht als Trainer auf der Bank saß, sondern noch als Spieler im Dienste der Mattersburger auf dem Platz stand und die Schiedsrichter ins Verhör nahm, während sogar noch Frenkie Schinkels innerhalb der Bundesliga einen Job fand.

...sich Christian Fuchs noch Anweisungen von einem österreichischen Trainer geben ließ, ehe er von Mattersburg aus seine internationale Karriere startete, die ihn mittlerweile über Bochum und Mainz bis auf Schalke führte.

...Diskussionen mit Schiedsrichtern und/oder Assistenten noch zum guten Ton in der österreichischen Bundesliga gehörten und nicht gleich jeder Ausruf der Empörung mit einer Verbannung auf die Tribüne bestraft wurde.

...Mattersburg noch die rot-weiß-roten Fahnen auf internationaler Ebene hochhielt und zwei Mal in die UEFA-Cup-Qualifikation vordrang. Während man 2006 sofort an Wisla Krakau scheiterte (das Heimspiel fand im Happel-Stadion statt) musste man 2007/08 nach dem Aufstieg gegen den FK Aktobe erst gegen den FC Basel die Segel streichen.

...Ilco Naumoski noch ein ruhiger Zeitgenosse war, sich durch seine spielerischen Fähigkeiten in den Vordergrund spielte und sein großer Wunsch "Premier League" tatsächlich noch realistisch klang.

...den Kritikern bis heute hin der Vogel gezeigt wird, wenn es darum geht, die Mattersburger vorzeitig abzuschreiben und sie zum Fixabsteieger abzustempeln. Den Weg Bundesliga geht Mattersburg ebenso unbeirrt wie jenen mit Franz Lederer.





"On Fire" - SV Grödig

Tja, so schnelllebig ist der Fußball. Viele sind davon ausgegangen, dass neben der Austria (Wien) in der Bundesliga auch die Austria (Lustenau) in der Ersten Liga durchmarschiert. Und nun? Grödig ist nach drei Siegen in ebenso vielen Spielen im Frühjahr bereits Tabellenführer nach Verlustpunkten, nachdem die Vorarlberger in vier Spielen keinen einzigen Sieg einfahren konnten. Nachdem am Montag die Lustenauer ihren Nachtrag in Hartberg nicht austragen können, steht Grödig vor der richtigen Übernahme der Tabellenführung. Die Untersbergarena wird brodeln...

"On Ice" - FC Lustenau

Seit letzter Woche ist es amtlich, der Ländle-Klub wird sich aus dem Profi-Geschäft verabschieden. Nach sieben Jahren in der zweithöchsten Spielklasse kann es sich der FC nicht mehr leisten und hat gar nicht erst um die Lizenz angesucht. Dieselbige haben sie vor einem Jahr noch bekommen. Wenig später gab es die ersten Meldungen, wonach Gehälter nicht ausbezahlt werden würden. Beim Lizenzierungsverfahren dürfte man damals fast schon drei Augen zugemacht haben...

DER BLICK INS ARCHIV:

Wie die Zeit vergeht! Beinahe elf Jahre liegen zwischen den Aufnahmen von Jürgen Säumel. Links ist der Steirer nur wenige Tage nach seinem Debüt für Sturm Graz im Jahr 2002 zu sehen, rechts bei seinem Doppelpack-Jubel in der letzten Runde gegen Wacker Innsbruck. Nicht nur optisch, auch spielerisch hat sich der Mittelfeldspieler entwickelt - unter anderem bei seinen Auslandsstationen. An seinem Torriecher muss er jedoch noch arbeiten, damit seine Fans nicht noch einmal so lange auf einen Treffer warten müssen.

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