562 Tage

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562 Tage - "Freue mich extrem für Alan"

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Es war kein schöner Treffer, aber das war ihm völlig egal.

Nach mehr als eineinhalb Jahren Verletzungspause hat Alan wieder in einem Pflichtspiel getroffen. Nach exakt 562 Tagen durfte der Salzburg-Stürmer beim 3:1 gegen Wiener Neustadt wieder jubeln.

Am 18. August 2011 netzte der Brasilianer zuletzt im Europa-League-Playoff auswärts bei der 1:2-Niederlage gegen Omonia Nikosia. Nun durfte Alan seinen Comeback-Treffer in Salzburg feiern.

„Wichtig für mich“

Und sein Jubel kannte keine Grenzen, der 23-Jährige stürmte zur Tribüne und umarmte seine Lieben.

„Für mich war das sehr wichtig, weil ich schon so lange nicht mehr getroffen habe“, hielt der Angreifer nach den aufreibenden 90 Minuten gegenüber „Sky“ fest.

„Wir waren heute nicht sehr gut, aber wir haben diese Punkte gebraucht“, analysierte Alan, der davon profitierte, dass seine Mannschaftskollegen in der ersten halben Stunde ihre Mühe hatten.

Der Verfolger der Wiener Austria, die nach einem 4:0 gegen Wacker Innsbruck weiter unaufhaltsam Richtung Titel marschiert, lag gegen Neo-Schlusslicht Wiener Neustadt sogar nach einem Terzic-Treffer 0:1 zurück (19.). Nach 34 Minuten sah Trainer Roger Schmidt Handlungsbedarf.

„Ich musste einfach ein Signal an die Mannschaft setzen. Ich wollte mit dem frühen Wechsel zeigen, dass wir die drei Punkte wollen und auch keine Minute verschenken wollen. Für den Spieler ist das natürlich bitter, aber ich musste das für die Mannschaft tun“, erklärte der Deutsche.

Geburtsstunde für „Aliano“

Schmidt hatte Innenverteidiger Christopher Dibon für Alan ausgewechselt, somit stürmte Salzburg für eine Stunde mit zwei zentralen Spitzen. Die Geburtsstunde von „Aliano“ war gekommen.

Jonathan Soriano drehte die Partie nach zweimaligem Zuspiel des wiedergenesenen Sadio Mane, seine Saisontreffer 16 und 17. Alan, der nach einem Kurzeinsatz gegen Rapid seine zweite Partie spielte, sorgte für den Endstand, der Salzburg im zweiten Spiel den ersten Sieg bescherte.

„Ich freue mich sehr für ihn. Ich war ja in meiner aktiven Zeit auch lange verletzt und weiß, was es bedeutet, nach so langer Zeit zurückzukommen“, konnte Schmidt mit seinem Schützling fühlen. „Er hat heute dem Team geholfen und es ist ein nächster Schritt, damit er wieder zu 100 Prozent kommt.“

Der Brasilianer weiß selbst, dass er noch Luft nach oben hat, zumal nun auch „alles neu für mich ist“. An eines glaubt der Angreifer, der seine Verletzung „vergessen hat und nur noch nach vorne schaut“ aber, nämlich „dass wir den Titel noch schaffen“.

„Zum Sieg gequält“

Dafür muss sich Salzburg aber steigern. Schließlich braucht es bei 15 Punkten Rückstand (bei zwei Spielen weniger) auf eine sich in Topform befindliche Austria wohl so gut wie nur Siege.

„Wir haben uns zum Sieg gequält“, musste Schmidt eingestehen. "Wir haben zunächst einfach nicht gut Fußball gespielt und sind sehr schwer reingekommen. Auch das Gegentor hat die Mannschaft verunsichert. Die Mannschaft hat den Sieg erzwungen, unterm Strich ist einfach der Sieg wichtig.“

Defensiv wie offensiv konnte der „Bullen“-Trainer wie auch schon beim 3:3 gegen Rapid am Sonntag nicht zufrieden sein. „Im Defensivverhalten sowie im Spiel nach vorne sind wir in der Vergangenheit schon viel souveräner aufgetreten. Wir müssen uns die Lockerheit wieder erspielen. Das geht am besten mit Siegen.“

Linie abhandengekommen

Der 45-Jährige gab auch zu, dass „wir von der Linie abgekommen sind“. Das habe mehrere Gründe, wie die diversen Erkrankungen in den vergangenen Tagen und Wochen, der noch fehlende Spielrhythmus oder auch, dass sich manch Spieler nicht bei 100 Prozent seiner Form befindet.

„Es werden sich zu viele Gedanken gemacht“, meint Schmidt im Hinblick auf die große Aufholjagd. Die werden nicht weniger, schließlich bleibt der Abstand auf die Austria.

Auf der anderen Seite bleibt allerdings auch nicht viel Zeit zum Überlegen, denn in den nächsten zwei Wochen warten fünf Spiele auf die „Bullen“ – mit vielleicht noch mehr Grund zum Jubeln für Alan.  

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