Der Stammtisch zur 24. Runde

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Nehmt Platz und macht es euch gemütlich: Der Stammtisch ist angerichtet!

Klar, ihr kennt die Ergebnisse schon.

Und ihr wisst auch, wie es in der Tabelle aussieht.

Aber wer sind die Gewinner und Verlierer der Runde? Welche Zahlen muss man kennen? Was ist sonst noch so passiert?

Wir liefern euch nach jedem Spieltag der heimischen Liga eine Zusammenfassung der etwas anderen Art.

DER WINNER: ALAN

Egal ob Salzburg-Fan oder nicht, ihm gehörte der emotionalste Moment dieser 24. Runde. Der Salzburg-Stürmer erzielte beim 3:1 gegen Wiener Neustadt seinen ersten Pflichtspiel-Treffer seit 18. August 2011, als der Brasilianer im Europa-League-Playoff auswärts gegen Omonia Nikosia beim 1:2 traf. Danach folgte nach einem Kreuzbandriss eine Leidenszeit von eineinhalb Jahren, ehe er seit diesem Frühjahr wieder auf dem Platz steht. Bei seinem erst zweiten Einsatz, 562 Tage nach dem Treffer in Nikosia, netzte Alan per Abstauber. Es war kein schöner Treffer, aber umso schöner, dass er wieder in der Liga jubeln kann.

DER LOSER: JOHANNES FOCHER

Oh Johnny! Sturm macht sich das Leben selbst aber auch so etwas von schwer. Nach dem 1:1 bei Rapid war das gereizte Klima in der steirischen Landeshauptstadt etwas gemäßigt, doch eine 1:2-Niederlage zu Hause gegen Schlusslicht Admira brachte das Feuer am Dach so etwas von zurück. Und Goalie Focher, der im Herbst Christian Gratzei als Nr. 1 beerbte, war daran nicht unbeteiligt. Der 22-Jährige fabrizierte gegen die Südstädter ein Eigentor, wie man es eher selten von einem Tormann sieht. Einen Tito-Schuss zur Kerze abgewehrt, wollte der Deutsche noch vor der Linie klären, bugsierte das Leder aber unter Bedrängnis von Ouedraogo in den eigenen Kasten. Focher reklamierte Foulspiel, doch das gab es nicht...

SCHMANKERL DER RUNDE

  • ÜBERMOTIVIERT: Wir halten Christoph Schösswendter folgende drei Dinge zu Gute: 1. Es war erst sein zweites Bundesliga-Spiel. 2. Angesichts der Tabellensituation ist der Druck auf die Admira groß. 3. Er spielt noch nicht so lange unter Didi Kühbauer, dass er wissen muss, dass man nicht ganz so heiß in ein Spiel geht, wie man vom Trainer in der Kabine gemacht wird. Weil: Eine Gelbe Karte nach genau 23 Spielsekunden? Als Verteidiger? Wirklich? Ein starkes Stück. Immerhin lernt der 24-Jährige offenbar schnell. In den restlichen 89 Minuten hat er sich gegen den SK Sturm kein einziges Foul mehr erlaubt.
  • AUFGEHOBEN: Irgendwie war es schon kurios, das Tor in Mattersburg. Zuerst beschwert sich Thorsten Röcher, weil nach einem Foul von Thomas Hinum auf Foul und nicht Vorteil entschieden wird. Dann beschweren sich die Rieder, weil nach dem Freistoß auf Handspiel des in der Mauer befindlichen Robert Zulj entschieden wird. Und dann knallt Manuel Seidl den zweiten Freistoß rein. Zumindest Röcher dürfte danach besänftigt gewesen sein...

  • KRANKENSTAND: Die Kicker des SC Wiener Neustadt konnten sich auf der Ersatzbank in Salzburg richtig ausbreiten. Weil neun Spieler gleichzeitig mit einer Grippe im Bett lagen, traten gerade einmal 16 Spieler die Reise in die Mozartstadt an. Bernd Besenlehner, der ebenfalls schon leicht krank war, wurde sogar ab der 53. Minute eingesetzt. Und der 22-jährige Luka Radulovic, der für gewöhnlich bei den Amateuren in der 2. Landesliga Ost gegen Teams wie Scheiblingkirchen, Absdorf und Wolkersdorf spielt, sah sich in den Schlussminuten plötzlich mit den Superstars des Titelverteidigers konfrontiert. Wir schicken ein "Gute Besserung!" nach Wr. Neustadt.
  • ZURÜCK: Ja, wir haben uns fast ein wenig Sorgen gemacht. Schließlich hatte Philipp Hosiner zwei Spiele nicht getroffen. Ja, richtig, DER Philipp Hosiner. Nach seinem grandiosen Einstand 2013 mit einem Doppelpack im Derby ließ der 23-Jährige seine Fans lange warten, auch 75 Minuten im Wacker-Spiel. Nach insgesamt 291 Minuten war dann diese für ihn so unsägliche Torsperre auch gebrochen und der Stürmer traf zum 24. Mal in dieser Saison, um gleich danach zum 25. Mal zu netzen - sein sechster Doppelpack in dieser Saison. Er ist wieder ganz der Alte!
  • SICHTWEISE: Kaum zu glauben, aber wahr. Nach der 1:2-Niederlage Rapids beim WAC haben die Wiener nicht nur satte 20 Punkte Rückstand auf den Erzrivalen Austria. Die Grün-Weißen haben auch genauso viele Punkte Vorsprung auf das neue Schlusslicht Wiener Neustadt. Also falls jemand - in diesem Fall die Optimisten unter den Optimisten - im Hütteldorfer Lager noch an den Titel glaubt, dann sollte er zumindest auch an den Klassenerhalt einen Gedanken verschwenden. Schließlich ist es ebenso weit...

BILD DES SPIELTAGS


ÜBERFLÜSSIG

ZAHLENSPIELE

3 - Drei Mal spielte Rapid seit dem Aufstieg Wolfsbergs in die Bundesliga gegen die Kärntner, drei Mal mit einem nicht zufriedenstellenden Ausgang. Bei drei Niederlagen gelang beim 1:2 wenigstens das erste Tor.

4 - Tomas Jun hat in seinen ersten beiden Frühjahrsspielen unter Beweis gestellt, wie wichtig er für die Austria ist. Ein Tor und drei Assists hat der Tscheche in diesen 180 Minuten geliefert. Mit insgesamt elf Torvorlagen ist er die Nummer eins in der Bundesliga.

5 - Hurra, erstmals in diesem Jahr konnten alle fünf Partien eines Spieltags ordnungsgemäß über die Bühne gehen.

6 - Der Negativlauf des SK Sturm hat sich mit der 1:2-Niederlage fortgesetzt. Seit sechs Spielen ist das Team von Trainer Peter Hyballa schon ohne Sieg.

7 - Soviele Mannschaften können rein rechnerisch noch Meister werden. Der FC Wacker Innsbruck, die Admira und Wiener Neustadt haben auch theoretisch keine Titelchancen mehr.

8 - Julius Perstaller vom FC Wacker sah gegen Austrias Kaja Rogulj kein Land. Der Innsbrucker verlor alle acht Zweikämpfe gegen den Kroaten.

10 - Mit seinem Assist zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Rapid markierte Michael Liendl im Dress des WAC bereits die zehnte Torvorlage in dieser Saison. Nur der vorher erwähnte Tomas Jun hat mehr auf dem Konto (11).

38,5 - Von Passsicherheit war beim SK Sturm gegen die Admira keine Spur. Unfassbare 38,5 Prozent der Grazer Zuspiele kamen nicht bei einem Mitspieler an. Neun Sturm-Kicker hatten am Ende eine zweistellige Zahl an Fehlpässen zu Buche stehen.

40 - Thomas Reifeltshammer spielte in Mattersburg 40 Pässe. Und alle Zuspiele des Rieders landeten auch bei einem Mitspieler. Respekt!

60 - Soviele Punkte hat die Austria nach 24 Spielen zu Buche stehen. Keine andere Mannschaft hat das seit der Einführung der Bundesliga 1974 geschafft.

147 - Soviele Tage musste der FC Admira Wacker warten, ehe er wieder einen vollen Erfolg feiern durfte. Dazwischen lagen elf Partien mit insgesamt nur einem einzigen Punkt.

412 - Die Torsperre des SV Mattersburg im Pappelstadion hält! Seit 412 Minuten haben die Burgenländer daheim schon kein Tor mehr kassiert. Der letzte Gast, der dort jubeln durfte, war Terrence Boyd beim 3:0 des SK Rapid am 17. November 2012.

Torschüsse, Torschuss-Vorlagen, Zweikämpfe, Pässe, Ballkontakte - die Arbeitsnachweise aller eingesetzten Spieler findest du hier im Stat-Check!

TEAM DER RUNDE

Das ist unser Team der 24. Runde!

In diesem stehen immer jene Kicker, die im Bundesliga-Manager die besten Noten bekommen.

Ihre Positionen (Tor/Abwehr/Mittelfeld/Sturm) sind jene, die die Klubs dem Daten-Liferant IMPIRE, der auch die Bundesliga beliefert, übermittelt haben - deshalb müssen sie nicht zwangsläufig mit jener Position, auf der sie tatsächlich eingesetzt wurden, entsprechen.

Die Noten der Spieler werden auf rein statistischer Basis mittels eines Schlüssels, der auf die einzelnen Positionen (Tor/Abwehr/Mittelfeld/Angriff) angepasst ist, berechnet.

So habt ihr in den Spielberichten der Runde abgestimmt (Stand Mo., 14:00 Uhr).

STÖGER-BRILLEN-SPECIAL


Runde für Runde behält Peter Stöger die Übersicht. Kein Wunder, von da oben ist die Aussicht ja auch ausgezeichnet. Oder liegt es doch daran, dass der Austria-Trainer einen kleinen Brillen-Tick hat? Wir haben uns das mal genau angesehen und sind auf elf verschiedene Exemplare gestoßen:

 





"On Fire" - First Vienna FC

Natürlich müsste hier eigentlich Kapfenberg thematsiert werden, aber weil das 7:1 der "Falken" unten erwähnt wird, können wir auch noch einen anderen Klub lobend erwähnen. Aber hallo, Vienna! Das nennt man wohl einen guten Frühjahrsstart hinlegen. In Hartberg zu siegen ist nicht einfach, die Wiener haben es gleich im ersten Versuch 2013 geschafft. "Wir sind um Lichtjahre weiter als im Herbst", jubelt Trainer und Philosoph in Personalunion, Alfred Tatar. Wir sind gespannt, ob es auch so weitergehen wird.

"On Ice" -  Manuel Rödl

"Es waren so schwerwiegende Verfehlungen, dass uns – auch im Sinne unserer Mannschaft – leider kein anderer Schritt möglich war." Wow, da muss Herr Rödl ja ordentlich schlimm gewesen sein, wenn SKN-Boss Gottfried Tröstl solche Worte findet. Als wäre das 1:7 gegen Kapfenberg - ja, der Aufstiegskandidat St. Pölten hat tatsächlich 1:7 gegen den Neunten Kapfenberg verloren (Willkommen im Circus Halligalli, ähm, in der Ersten Liga) - nicht genug, nun hat Rödl auch keinen Job mehr. So sieht ein bitterer Frühjahrs-Auftakt aus.

DER BLICK INS ARCHIV:

Guido Burgstaller hätte sich sein 100. Bundesliga-Spiel sicherlich anders vorgestellt. Dass sich der 23-jährige Villacher in den letzten Jahren aber sowohl spielerisch als auch äußerlich stark verändert hat, steht außer Frage. Links ist der Offensivspieler noch in seiner Anfangszeit beim FC Kärnten zu sehen. Über Wiener Neustadt bahnte er sich seinen Weg zu Rapid, wo er zum Leistungsträger aufstieg und mittlerweile vom Ausland träumt.

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