Hoffnung wieder da(hin)

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"Es ist erschreckend, dass wir das nicht abstellen"

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Und da ist die Hoffnung wieder da(hin).

Eine Frage der Ansicht. Und obwohl das 1:1 (1:1) zwischen der Admira und Salzburg im Nachtragsspiel der 23. Runde offensichtlich ein Remis brachte, gab es doch Sieger und Verlierer.

Letztere sind einmal mehr die Mozartstädter, und das obwohl sie im Frühjahr auch im fünften Spiel ungeschlagen blieben. Doch im fast aussichtslosen Titelkampf war das der nächste herbe Rückschlag.  

Am Sonntag noch ein 0:2 in Innsbruck zum Sieg gedreht, eine Atmosphäre der Aufbruchsstimmung geschaffen, folgte der nächste Dämpfer – das dritte Remis, das eigentlich ein Dreier hätte sein sollen.

„Mit gar nix zufrieden“

„Natürlich zehrt das. Nach dem Sieg in Innsbruck, der sehr schwer erkämpft war, wollten wir den Schwung mitnehmen, weil wir wussten, nur mit einem Sieg wären die drei Punkte von Sonntag so richtig wertvoll gewesen“, skizzierte Salzburg-Trainer Roger Schmidt, welch Chance ausgelassen wurde.

An seinem 46. Geburtstag konnte sich der Deutsche über wenig freuen, schon gar nicht über seine Mannschaft. „Ich war mit gar nix zufrieden“, hielt Schmidt fest und präzisierte: „Insgesamt war das zu wenig an fußballerischer Qualität und an Mentalität.“ Der Folgeschluss ist wenig überraschend.

„Dann brauchen wir uns sicher nicht darüber unterhalten, ob wir noch um die Meisterschaft spielen.“

Nein, das brauchen die Salzburger wirklich nicht mehr. Abgesehen von den elf Punkten Rückstand auf Leader Austria ziehen sich weiterhin zwei Problemfelder durch das Frühjahr: In der Defensive immer „gut“ für ein Gegentor, in der Offensive zu wenig zwingend bis phasenweise ideenlos.

„Haben uns naiv angestellt“

„Wir haben in der zweiten Hälfte probiert, mehr für das Spiel zu tun, und das zweite Tor für die drei Punkte zu machen, leider ist uns das nicht gelungen“, resümierte Linksverteidiger Andreas Ulmer.

Nach der Pause ging auf Seiten der „Bullen“ gar nichts mehr, das Schlusslicht konnte nie unter Druck gesetzt werden. Vielmehr wurde im Spiel nach vorne oft auf das Prinzip Hoffnung gesetzt.

„Unser schnelles Kombinieren mit wenigen Kontakten hat man selten gesehen,  es waren extrem viele Fehler dabei, sind zu lange am Ball geblieben, das können wir sicherlich besser“, weiß Schmidt.

Und in der Defensive präsentierten sich die Gäste einmal mehr nicht meisterlich.

„Wir haben uns naiv angestellt. Wenn man in der Konstellation einer englischen Woche auswärts 1:0 führt, dann darf man nicht eine Minute vor der Halbzeit ausgekontert werden. Das ist auch nicht mit Unerfahrenheit zu entschuldigen, sondern fehlende Unentschlossenheit oder Ernsthaftigkeit.“

„Müssen zu unserem wahren Gesicht finden“

Dem RBS-Coach reicht es auch in dieser Hinsicht: „Anscheinend sind wir noch nicht darauf sensibilisiert, dass jede einzelne Situation im Spiel ein solches auch entscheiden kann. Dass wir solche  Fehler nicht abstellen können, ist erschreckend.“

Erschreckend, dass der regierende Meister mit diesem Spielermaterial der erste Verein seit sieben Admira-Heimspielen ist, der als Gast nicht gewinnt. Schmidt: „Wir müssen schnell zu unserem wahren Gesicht finden.“

Auf gutem Wege ist in dieser Hinsicht die Admira nach diesem überraschenden Punktgewinn.

„Punkt ist brutal wichtig“

„Vor allem auf die Art und Weise, wir waren die letzte Viertelstunde zu Zehnt und haben heute alles reingehauen. Wir haben verhindert, dass sie zu großen Chancen kommen. Alle haben defensiv gut gearbeitet, von vorne bis hinten“, zeigte sich Christoph Schößwendter mehr als zufrieden.

Ebenso sein Coach Didi Kühbauer: „Mit ein bisschen mehr Mut wäre vielleicht mehr drin gewesen, ich bin aber mit der Leistung sehr zufrieden, weil wir auch nach dem 0:1 zurückgekommen sind.“

Die Südstädter sind in der bereinigten Tabelle nun wieder Neunter, haben die Rote Laterne abgegeben. „Der Punkt ist natürlich ein Wahnsinn, er ist brutal wichtig, zumal wir Neustadt eingeholt haben“, fasst Innenverteidiger Schößwendter die Stimmungslage nach dem Remis zusammen.

Weißer Rauch über der Südstadt

Und auch Kühbauer spricht von einem mental wichtigen Endstand: „Es war für den Schädel enorm wichtig. Ein Punkt gegen Salzburg gibt einem jedem Spieler Mut für die nächsten Runden.“

Goalie Jürgen Macho, der die wenigen Chancen der Salzburger größtenteils grandios zunichtemachte, freute sich: „Es ist sozusagen heute weißer Rauch in der Südstadt aufgestiegen.“

Für Kühbauer war das auch „höchste Zeit, aber wir haben noch elf Runden.“

Zeit genug.

 

Bernhard Kastler

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