Himmel und Hölle

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"So krass habe ich das noch nie erlebt“

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Auftrag erfüllt!

Die Wiener Austria hat mit dem 4:0-Erfolg gegen Admira ihr angepeiltes Ziel erreicht und den Druck auf Meister Red Bull Salzburg gewaltig erhöht.

Der Vorsprung auf die Bullen beträgt bei zwei Spielen mehr schon stolze 13 Punkte.

„Jetzt können wir uns entspannt das Duell Salzburg gegen Rapid ansehen. Ein Remis wäre ein schönes Ergebnis für uns“, meinte Alexander Gorgon im Gespräch mit LAOLA1.

Der 25-Jährige sorgte in der 30. Spielminute für das 1:0, zu diesem Zeitpunkt hätten die Wiener jedoch schon mit zwei, oder drei Toren führen müssen, doch Goalgetter Philipp Hosiner ließ in der Anfangsphase zahlreiche Topchancen aus.

„Wir waren überlegen, aber es war nicht so, dass wir die Admira an die Wand gespielt haben. Wenn es lange nur 1:0 steht, dann ist immer die Gefahr da, dass etwas passieren kann. Mit dem 2:0 war die Partie dann erledigt“, analysierte Trainer Peter Stöger.

„Die zwei Tore tun ihm gut“

Nach dem zweiten violetten Treffer durch Dilaver (79.) war die Gegenwehr der Südstädter endgültig gebrochen – der eingewechselte Roman Kienast fixierte mit einem Doppelpack (89./Elfmeter, 90.) den Endstand.

„In zehn Minuten ist nicht mehr drinnen“, grinste der Blondschopf. Die persönliche Erleichterung war ihm sichtlich anzusehen. Angesichts der Überform eines Hosiners erhält der Wiener aktuell nicht besonders viel Einsatzzeit.

„Ich versuche im Training immer mein Bestes zu geben. Wichtig ist, dass die Mannschaft gewonnen hat. Jetzt schauen wir, was die anderen machen“, so Kienast.

Stöger freute sich für den zweifachen Torschützen. „Die zwei Tore tun ihm gut. Wir haben heute gezeigt, dass wir auch ohne Hosiner-Tore gewinnen können. Das zu wissen, ist wichtig für die Truppe und beruhigend für den Trainer.“

„So noch nie erlebt“

Alles andere als beruhigend ist hingegen die Situation bei der Admira. Die Talfahrt der Südstädter erreichte am Samstag mit dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz ihren Höhepunkt. Seit 6. Oktober 2012 wartet man auf ein Erfolgserlebnis, in den letzten elf Spielen konnte nur ein Punkt gesammelt werden.

„In so einer krassen Form habe ich das noch nie in meiner Karriere erlebt“, fehlten selbst Routinier Gernot Plassnegger die Worte.

Didi Kühbauer versuchte die Niederlage richtig einzuordnen. „Das Ergebnis schaut nach Selbstaufgabe aus. Aber so war es sicher nicht. Die Austria war die bessere Mannschaft, aber bis zum 0:2 hat die Chance auf die Sensation gelebt. Peter (Stöger, Anm. d. R.) ist sicher schon unrund geworden. Doch dann bekommen wir unser obligatorisches Gegentor aus einer Standardsituation und das Spiel ist gelaufen.“

Kühbauer macht Job noch immer gerne

Die Gegentreffer drei und vier seien nur noch ärgerlich gewesen. „Wie wir uns da verhalten, das darf nicht passieren. Es geht schließlich auch um die Tordifferenz. Im Abstiegskampf ist es wichtig, dass du alles hinein wirfst. Die Jungs müssen zulegen. Die Fehler vor den Gegentoren müssen abgestellt werden. Das darf nicht passieren.“

Trotz der ernsten Situation glaubt der Niederösterreicher an seine Mannschaft. „Das sage ich nicht nur so, sondern das kann ich voll und ganz vertreten. Wir müssen einfach den Kopf frei bekommen. “

Einer möglichen Trainerdiskussion blickt er gelassen entgegen. „Ich denke darüber nicht nach, weil ich es nicht in der Hand habe. So lange ich im Amt bin, werde ich mich voll ins Zeug legen. Ich mache den Job einfach viel zu gerne. Das Wichtigste in dieser Situation ist, keine Angst zu haben. Jetzt ist Mut gefragt. Wir müssen Taten statt Worte sprechen lassen.“

Und „endlich punkten“, wie Plassnegger abschließend ergänzt.

 

Martin Wechtl

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