"Wenn wir so spielen, ist nicht vom Abstieg die Rede"

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So kritisch man auf Seiten Sturms mit der eigenen Leistung ins Gericht ging, so viel Lob heimste Kontrahent SV Mattersburg ein.

„Mattersburg war in der ersten Halbzeit einfach besser, da haben sie uns sicher überrascht“, gestand Manuel Weber.

Jürgen Säumel meinte: „Mattersburg war sehr aggressiv. Im Mittelfeld hat man keinen Millimeter Platz und keine Zeit gehabt. Da hätten wir versuchen müssen, schneller zu spielen. Das ist uns leider nicht gelungen.“

Auf Seiten der Burgenländer war man mit der eigenen Leistung naturgemäß zufrieden, auch wenn es letztlich nicht zu durchaus möglichen drei Punkten reichte, sondern die Partie mit einer Nullnummer endete.

„Besser kann man nicht spielen“

„Besser als in den ersten 30 Minuten kann man nicht spielen“, fand Stürmer Patrick Bürger, „wir wissen natürlich, dass wir das nicht 90 Minuten durchhalten können. Wir hätten aber sicher auch gewinnen können.“

Zum Beispiel, wenn der 25-Jährige in der 84. Minute den Matchball verwertet hätte. „Es ist noch ein Gegner blöd reingerutscht, aber eigentlich muss man den machen – zumindest wenn man ein guter Stürmer ist“, grinste Bürger, in den vergangenen Saisonen Mattersburgs Goalgetter vom Dienst.

Franz Lederer war durchaus bewusst, dass beide Mannschaften den Lucky Punch setzen hätten können – in Halbzeit zwei näherte sich auch Sturm, hauptsächlich durch Weitschüsse, dem SVM-Tor.

Alles in allem war der Mattersburger Coach mit dem Frühjahrs-Auftakt seiner Elf jedoch zufrieden: „Es wird hoffentlich auch jeder Neutrale so sehen, dass wir Sturm in der ersten Halbzeit ganz klar im Griff gehabt haben. Sie hatten in dieser Phase keine Idee. Erst mit dem Doppeltausch haben sie das Spiel mehr in den Griff bekommen. Wenn man Säumel und Hölzl bringen kann, ist das natürlich schon eine Qualität.“

Defensiv kompakter

Dass es letztlich nicht zum Sieg reichte, machte der 49-Jährige an „entscheidenden Kleinigkeiten“ fest, wie eben der mangelnden Kaltschnäuzigkeit bei den wenigen Chancen oder einem ungerechtfertigten Abseitspfiff, als Bürger auf und davon gewesen wäre.

„Aber von der Leistung an sich und vor allem von der Vorgabe her, dass wir in der Defensive und gegen den Ball ordentlich agieren und die taktische Disziplin wahren, ist uns sehr viel gelungen“, freute sich Lederer.

Nach 44 Gegentoren im Herbst fiel auf, dass die Burgenländer wesentlich kompakter standen, kaum Möglichkeiten der Steirer zuließen.

„Außer Weitschüssen haben sie nicht so viel zusammengebracht. Aber noch ist es zu früh, jedes Spiel ist anders“, wollte Ilco Naumoski noch nicht von einem grundsätzlichen defensiven Aufwärtstrend sprechen.

„Gartner einer der besten jungen Fußballer Österreichs“

Aber zumindest im ersten Pflichtspiel hat die neuformierte SVM-Elf Potenzial in der Rückwärtsbewegung unter Beweis gestellt. Zwar stand mit Ivica Majstorovic nur ein Neuzugang in der Startelf, einige Stammkräfte fanden sich jedoch auf neuen Positionen wieder.

So wechselte Rechtsverteidiger Patrick Farkas ins linke Mittelfeld, unmittelbar hinter ihm agierte mit Marvin Potzmann ein weiterer Youngster. Alois Höller rückte wieder zurück auf den Platz rechts in der Viererkette, vor ihm agierte Manuel Seidl, dessen Heimat normalerweise meist das zentrale Mittelfeld ist.

Dort wiederum stand erstmals in dieser Saison der erst 18-jährige Christian Gartner in der Startformation.

„Wir haben einige Varianten mit den Akademiespielern. Für mich ist Gartner einer der besten jungen Fußballer Österreichs, Potzmann hat seine Sache gut gemacht, Farkas ist schon jahrelang Stammspieler. Wir haben eine gute Zukunft. Wenn die jungen Spieler konstanter werden, kommen auch die Ergebnisse“, ist Naumoski überzeugt.

„Wollen uns nach vorne orientieren“

Am kommenden Wochenende gastiert Mattersburg bei Wacker Innsbruck. Gelingt ein Sieg, hätten die Burgenländer bereits neun Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht.

Im Kampf um den Klassenerhalt sieht man sich beim SVM aber ohnehin nicht. „Wir wollen uns nach vorne orientieren“, meinte Bürger. Naumoski ergänzte: „Es sind drei Mannschaften hinter uns, die sich auch Gedanken machen müssen. Wenn wir weiter so spielen, ist nicht vom Abstieg die Rede, sondern besteht Luft nach oben.“

Selbstbewusstsein, das wohl ganz in Lederers Sinne ist. Der Trainer verlangt von seiner Mannschaft jedoch, dass sie Woche für Woche so konzentriert und einsatzbereit wie gegen Sturm auftritt.

„Aufbauen kann man auf dieser Leistung, aber verlassen darf man sich darauf nicht“, warnte Lederer.

Peter Altmann

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