Alle Jahre wieder...

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„Angefressen und enttäuscht“ über Leistung und Platz

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Wiener Neustadt – Alle Jahre wieder…müht sich Rapid in Wiener Neustadt. Die einen nennen es Beachvolleyball, andere Eislaufen.

Trotzdem wäre es zu einfach Rapids 0:1-Blamage bei den Niederösterreichern nur an den Platzverhältnissen festzumachen.

„Wir dürfen uns nicht auf den Platz ausreden. Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, in der zweiten mehr vom Spiel gehabt, aber keine wirklich große Torchance gehabt“, analysierte Christopher Drazan im Gespräch mit LAOLA1.

Für Spannung war bis zuletzt gesorgt, da Ausrutscher, eine kuriose Elfer-Szene und Wasser-Lacken an diesem vorweihnachtlichen Abend einfach dazugehörten.

Platzverhältnisse sorgten für kuriose Elfer-Szene

„Leiwand war’s nicht. Es war schon ein bisschen auf Zufall aufgebaut, aber das darf keine Entschuldigung sein“, meinte auch Torhüter Lukas Königshofer, der Rapids Leistung in Hälfte eins als „grausig“ bezeichnete.

Eine Szene wäre aber ohne den schwer zu bespielenden Rasen nie und nimmer zustande gekommen.

Bei einem Rückpass von Gerson blieb der Ball in einer Pfütze liegen. Königshofer kam aufgrund dessen zu spät und legte Stefan Rakowitz im Strafraum. Elfmeter!

„Das ist ein Riesenpech, mit dem kann man nicht rechnen. Normalerweise ist es nicht der Fall, dass der Ball plötzlich stehen bleibt“, beschrieb der Keeper die Situation, die für Rapid ohne Folgen blieb, da Daniel Offenbacher den Ball in Soriano-Manier in den Wiener-Neustädter-Abendhimmel jagte.

Schöttel „angefressen und enttäuscht“

Quasi mit dem Pausenpfiff markierte Dario Tadic nach einem sehenswert herausgespielten Angriff das Goldtor für die Hausherren.

„Wir waren in der ersten Halbzeit viel präsenter, haben besser in die Partie gefunden und eine sehr starke Leistung geboten“, freute sich Trainer Heimo Pfeifenberger.

Sein Gegenüber Peter Schöttel war hingegen aufgrund der Darbietung seiner Mannen „angefressen und enttäuscht“.

„Seit einigen Wochen sage ich den Spielern schon, dass man diese Spiele nicht gewinnt, indem man schön spielt, sondern mit der richtigen Einstellung.“ Diese dürfte diesmal gefehlt haben.

„Dann braucht man sich nicht wundern“

Königshofer kennt diese Problematik nur zu gut. Denn in Wiener Neustadt machten die Grün-Weißen zuletzt nur selten eine gute Figur.

„Gegen Neustadt haben wir uns immer schwer getan, das ist jetzt nichts Neues. Sie haben clever gespielt. Das Tor haben sie wunderschön herausgespielt“, musste der Rapid-Rückhalt neidlos anerkennen.

Dass Rapid in Durchgang zwei besser und gefährlicher wurde, lag auf der Hand, änderte aber nichts mehr am Ergebnis.

„Wenn man nur eine Halbzeit vernünftig spielt, braucht man sich nicht wundern. Klar, wir haben uns unsere Aufholjagd zusammengehaut, nachdem zuletzt etwas Ruhe eingekehrt ist“, war Schöttel alles andere als „amused“.

Psychologischer Vorteil für Wiener Neustadt

Die Wiener Neustädter hatten hingegen allen Grund zum Jubeln. Da auch Wacker Innsbruck einen Sieg gegen die Admira feiern konnte, war der Dreier umso wichtiger.

„Wir haben uns endlich einmal für die guten Leistungen, die wir Runde für Runde gezeigt haben, belohnt. Heute haben wir noch einmal alles gegeben“, war Verteidiger Dennis Mimm erleichtert.

Mit dem Sieg überwintern die Niederösterreicher punktegleich mit den Innsbruckern, allerdings auf dem vorletzten Rang mit nur mehr einem Punkt Rückstand auf die Admira.

„Das ist sicher ein psychologischer Vorteil, nicht als Letzter in die Winterpause zu gehen“, merkte der Tiroler weiters an und hofft, dass weder sein aktueller Verein noch Ex-Klub Wacker am Ende den Gang in Liga zwei antreten muss.

Wr. Neustadt glaubt an spannendes Frühjahr

Aufgrund der Ausgangsposition und dem überraschenden Sieg gegen Rapid werden die Karten im Abstiegskampf im Frühjahr neu gemischt.

„Im Frühjahr geht’s wieder von Null weg. Da müssen wir schauen, dass wir besser reinstarten als jetzt im Herbst“, merkte Thomas Piermayr an.

„Ich glaube, dass es ein sehr spannendes Frühjahr wird. Wenn wir an die Leistungen anschließen können, können wir uns noch weiter nach vorne arbeiten“, meinte Mimm.

Für Rapid schaut es hingegen in punkto Titelkampf düsterer aus. Nach vier Liga-Erfolgen in Serie beträgt der Rückstand auf Salzburg wieder drei Punkte, Austria kann gegen Sturm bis auf zehn Punkte davonziehen.

Das beschäftigte nach 33 Pflichtspielen aber keinen so richtig. „Die Winterpause ist dringend notwendig, jetzt ist es endlich vorbei“, sprach Schöttel und verabschiedete sich in den wohlverdienten Urlaub.


Alexander Karper

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