"Solche Tage muss man schnell abhaken"

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"An Tagen wie diesen"

Der Titel des Hits der deutschen Punkband „Die Toten Hosen“ lässt sich sowohl positiv, als auch negativ auslegen.

Auf Georg Margreitter trifft Letzteres zu.

Denn der Vorarlberger würde den 28. Juli 2012 wohl am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen. Neben der 0:1-Heimniederlage gegen Sturm Graz samt Gelb-Roter Karte zerplatzte zudem für Freundin Tamira Paszek der Olympia-Traum bereits in der 1. Runde.

„Solche Tage muss man so schnell wie möglich abhaken. Ich habe kurz mit Tamira gesprochen. Wir werden beide den heutigen Tag in Ruhe verarbeiten“, erklärt der 23-Jährige im Gespräch mit LAOLA1.

„Das war ungeschickt“

Schnell verarbeitet hat der Innverteidiger die Ampelkarte in der 90. Minute. „Die Gelb-Rote-Karte am Schluss war ungeschickt. Vielleicht hat der Schiedsrichter vergessen, dass ich schon Gelb hatte, denn mit etwas Fingerspitzengefühl zeigt er mir die zweite Karte nicht mehr. Er hat jedenfalls lange überlegt und nachdem er in seinem Buch gesehen hat, dass ich schon verwarnt bin, war er auch ein bisschen geschockt. Es schmerzt, dass ich beim Derby nicht dabei bin.“

Wesentlich länger wird es dauern, den Heimauftakt gegen die Steirer zu verdauen. „Es ist sehr bitter, nach dem gelungen Auftakt in Wolfsberg daheim keine Punkte zu holen. Wir hatten super Chancen, Sturm hat eine Möglichkeit und macht das Tor“, so Margreitter.

Kollektives Versagen

Der Gegentreffer resultierte aus einem kollektiven Blackout. Zunächst verlor Jun in der gegnerischen Hälfte den Ball, Mader unterlief in Folge ein fürchterlicher Stellungsfehler, Ortlechner attackierte Okotie zu zaghaft und dessen Schuss ließ Lindner auch noch im kurzen Eck einschlagen.

„Normalerweise ist die Regel, das kurze Eck zuzumachen. Andererseits wurde aus kurzer Distanz abgezogen, der Schuss nicht geblockt. Ich mache Heinz keine Vorwürfe. Es ist nicht seine Schuld, dass wir verloren haben, denn es gab noch genug Möglichkeiten, die Partie zu drehen“, meinte der Abwehrrecke.

Lindner gesteht Fehler ein

Lindner nahm den Treffer dennoch auf seine Kappe. „Da trifft mich die Mitschuld – ganz klar. Manchmal hast du eben einen schlechten Tag und bekommst solche Tore. Es tut mir leid für die Mannschaft.“

„Nach dem Gegentor sind wir auch nervös geworden. Ein paar Sachen haben nicht mehr funktioniert. Das müssen wir abstellen. Wir müssen auch nach einem Rückstand normal weiterspielen“, so der FAK-Schlussmann.

Fehlende Kaltschnäuzigkeit

Laut dem 22-Jährigen hätte man sich aufgrund der Leistung in Hälfte zwei aber mindestens ein Remis verdient.

„Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, noch einmal Vollgas zu geben, noch einmal 45 Minuten voll beißen und kämpfen. Das haben auch die Zuschauer honoriert. Jeder hat gesehen, dass wir uns nie aufgegeben haben. Doch der Ball wollte heute einfach nicht ins Tor“, verwies Lindner auf die Großchancen von Gorgon (58./Kopfball aus zwei Metern daneben), Simkovic (62./Madl rettet auf der Linie) und Murg (72./Kopfball aus kurzer Distanz an die Latte).

„Bitter, dass wir ohne Punkte dastehen“

Chefcoach Peter Stöger war nach Schlusspfiff ebenfalls enttäuscht, allerdings nur wegen der fehlenden Punkteausbeute.

„Es ist bitter, dass wir nach einem guten Spiel ohne Punkte dastehen. Wir haben vieles von dem vorher Besprochenen wirklich gut gemacht. Das Offensiv-Spiel, die Spielverlagerung, das Spiel in die Tiefe. Wenn man die Chancen aber nicht verwertet, dann steht man am Ende als Verlierer da. Die Leistung war besser als in Wolfsberg, spielerisch war es ein Schritt in die richtige Richtung.“

Und Margreitter abschließend: "Heute war es einfach verhext. Doch solche Tage gibt es…"

Martin Wechtl/Harald Prantl

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