"Hier anzupfeifen ist kriminell"

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Schiri Harkam: "Es war sehr, sehr grenzwertig"

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„Skandalöse Bedingungen“, fand Manuel Ortlechner. „Der Boden war eine Gemeinheit“, meinte Markus Suttner.

Und Tomas Simkovic sagte bei „Sky“ sogar: „Dass man dieses Spiel anpfeift, ist kriminell. Ich verstehe das nicht.“

Christian Dobnik: „Es war heute extrem schwer. Ich bin nur herumgerutscht. Es war gefährlicher, dass man sich verletzt. Mir tut alles weh, von den Knie angefangen bis zu den Ellbogen. Dabei habe ich alles angezogen, was ich habe.“

"Sicher nicht regulär"

Tatsächlich war das Spielfeld in der Lavanttal-Arena an diesem Samstag-Abend schlicht und ergreifend nicht geeignet, um darauf Fußball zu spielen. Über 90 Minuten lang sah man die Spieler des Wolfsberger AC und der Austria mehr rutschen als laufen.

WAC-Coach Nenad Bjelica erklärte schon vor dem Spiel: „Ich weiß nicht, warum gespielt wird.“ FAK-Trainer Peter Stöger nach dem Schlusspfiff: „Es war sehr gefährlich, hier anzupfeifen. Für mich war es sicher nicht regulär.“

Späte Einsicht

Interessanterweise war sich auch Referee Alexander Harkam, der den Rasen im Vorfeld der Partie über 45 Minuten lang begutachtet hatte, danach nicht mehr so ganz sicher.

„Es war schon sehr, sehr grenzwertig, dieses Spiel anzupfeifen. Für die Zukunft sollte man das wahrscheinlich noch einmal überdenken. Im Nachhinein kann man sicherlich sagen: Man hätte nicht anpfeifen müssen“, so der Schiedsrichter.

Vorzeitig Winterkönig

Weil er zu dieser Erkenntnis aber einige Stunden zu spät gelangte, wurde eben doch gespielt. Und es war eine Partie, die an Spannung kaum zu überbieten war. Am Ende hatten die Veilchen mit 6:3 das bessere Ende für sich.

Somit steht der Herbstmeister auch schon vorzeitig als Winterkönig fest, der Vorsprung auf Titelverteidiger Salzburg beträgt schon sieben Zähler.

"Bis zur 65. Minute perfekt"

„Bei so einem Spiel ist vieles auf Glück aufgebaut. Die Austria hatte mehr davon und deshalb gewonnen“, sagte WAC-Keeper Dobnik.

Simkovic widersprach ihm da: „Wenn man in so einem Spiel sechs Tore macht, ist der Sieg mehr als verdient. Ich glaube nicht, dass in Österreich vielen Mannschaften auf diesem Rasen sechs Tore gelingen.“

Wolfsberg-Trainer Bjelica sah es so: „Wir haben bis zur 65. Minute perfekt gespielt. Nach dem 3:3 haben wir nicht mehr ins Spiel gefunden.“

Hosiner erneut überragend

Zu diesem Zeitpunkt eben erst ins Spiel gekommen war Simkovic. Der Joker stach und war mit seinen zwei Assists einer der Matchwinner der Violetten, die mit zehn ungeschlagenen Auswärtsspielen einen neuen Bundesliga-Rekord aufgestellt haben.

Wieder einmal war es aber Philipp Hosiner, der alles überstrahlte. Der 23-Jährige erzielte drei Tore. Somit hat der Goalgetter in den letzten sieben Runden schon drei Triplepacks geschnürt und insgesamt nach 19 Runden 20 Tore auf seinem Konto.

Es ist aber davon auszugehen, dass auch ihm lieber gewesen wäre, das Spiel unter regulären Bedingungen auszutragen.

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