Überlegenheit spiegelte sich nur in Statistik wider

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Sieben Tore sieht man nicht alle Tage. Auch zehn Gelbe und eine Rote Karte sind eher ungewöhnlich.

All diese Werte bringen auf den Punkt, was in der Partie zwischen Rapid und Ried für beide Mannschaften auf dem Spiel stand.

Schlussendlich setzte sich Rapid knapp aber doch mit 4:3 durch. Vor allem dank Deni Alar und der effektiven Chancenverwertung.

Denn eigentlich war Rapid, wie die Statistik belegt, vor heimischem Publikum in allen Belangen unterlegen – außer in punkto Fouls.

Ried in allen Belangen überlegen

Torschüsse: 13:23, Ballkontakte: 47:53 %, gewonnene Zweikämpfe: 47:53 %, Eckbälle: 6:10, Flanken: 6:16, Abseits: 3:5, Fouls: 31:20.

Ried war vor allem zu Beginn der Partie überlegen und zeigte nach dem Sieg gegen Salzburg auch im Westen Wiens eine engagierte Leistung.

Die oben genannten Zahlen stimmten Trainer Gerhard Schweitzer aber nur wenig positiv. „Es geht schon um Punkte. Die Statistik kann ich mir morgen aufpicken, die hilft mir gar nichts mehr.“

Sein Gegenüber Peter Schöttel fand hingegen die Foul-Ausbeute seines Teams interessant, denn trotz der kämpferischen Leistung wurden für ihn zu viele Aktionen geahndet.

„Schöttel war heute mit der Matchwinner“

„Für mich waren es gefühlte 70 Fouls. Es sind viel zu viele Freistöße gegen uns gegeben worden. In dieser Phase bin ich dann an der Outlinie lauter geworden.“

Eine Tatsache, die von Schweitzer als spielentscheidender Faktor empfunden wurde. Denn dieser bezeichnete den Wiener als 12. Mann, der sein Team in einer prekären Lage aufweckte.

„Er war heute mit der Matchwinner. Er hat genau gespürt, was los ist und mit dem Kapitän Feuer in die Partie gebracht. Das ist die Routine.“

In die Drangperiode der Gäste köpfte Terrence Boyd nach Fehler von Keeper Thomas Gebauer die Führung, doch Ried hielt dagegen und glich postwendend durch Rene Gartler, der gegen seinen Ex-Klub auf den Jubel verzichtete, aus.

Die Innviertler machten aber die entscheidenden Fehler und wurden so nicht für ihre Mühen belohnt.

Rapid zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Kurz vor der Pause ließ Gernot Trauner die Möglichkeit aus, den Ball zu klären, Boyd setzte Alar ein, der zur Pausenführung traf. Er sollte noch zwei Treffer folgen lassen.

In dieser Tonart ging es weiter. Ziegl legte Grozurek im Strafraum, Alar verwandelte eiskalt. Das 4:1 besorgte der Rapid-Youngster mit einem Traumtor ins Kreuzeck.

„Wir haben heute die Tore in den richtigen Momenten erzielt“, wusste Schöttel. „Unerklärlich ist aber, dass es noch so knapp wird.“

Denn spät aber doch münzten die Innviertler ihre Überlegenheit in Tore um. Anel Hadzic verwandelte einen Foul-Elfmeter, nachdem Gartler von Mario Sonnleitner gelegt wurde, Grössingers Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kam aber zu spät.

„Unnötige Niederlage“ aus Rieder Sicht

„Wir haben uns in den letzten Minuten das Leben selber schwer gemacht. Da ist es eine kleine Abwehrschlacht geworden“, brachte es Sonnleitner im Gespräch mit LAOLA1 auf den Punkt.

„Genau in den Phasen, wo wir besser waren, haben wir die Tore gekriegt. Das darf einfach nicht passieren. Wir haben uns zurückgekämpft, aber 3:4 ist natürlich zu wenig“, analysierte Hadzic.

Die Rieder waren sich nach dem Schlusspfiff einig, dass es eine unnötige Niederlage war. Dass Thomas Reifeltshammer nach hartem Einstieg gegen Alar glatt Rot sah, passte ins Bild.

„Ich habe voll riskiert, wollte den Ball spielen, bin aber ein bisschen zu spät gekommen. Es war überhaupt keine Absicht. Gelb war es auf alle Fälle, aber keine Rote“, nahm der Verteidiger zu der Szene Stellung.

Rieds Interimstrainer sah sich nicht nur in dieser Szene benachteiligt. Dem 4:1 soll ein Handspiel von Boyd vorangegangen sein, auch den Elfer und die Rote Karte waren für ihn harte Entscheidungen.

Dritter Sieg in Folge lässt Rapid aufatmen

Während bei den Oberösterreichern die Ups and Downs in der Meisterschaft fortgesetzt wurden, machte sich bei Rapid nach dem dritten Sieg in Folge Erleichterung breit.

„Mit neun Punkten aus den letzten drei Spielen stehen wir ganz gut da. Auch mit 35 Punkten aus 18 Spielen sind wir klarerweise zufrieden“, merkte Schöttel an.

Ähnlich sah es auch Sonnleitner, der das Krisengerede langsam aber doch satt hat. „Ich werde heute nicht das Haar in der Suppe suchen. Wichtig sind die drei Punkte, wir wollen bis zum Winter ungeschlagen bleiben.“

Dass die drei Punkte trotz verbesserungswürdiger Leistung am grün-weißen Konto landeten, zeugte von Kaltschnäuzigkeit und Glück. Glück, das zuletzt vergeblich gesucht wurde.


Alexander Karper

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