Sturm Graz ging gegen Rapid ein Licht auf

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Dunkel war’s, nur der Mond schien helle…

Das Spitzenspiel zwischen Sturm Graz und Rapid ging im wahrsten Sinne des Wortes „düster“ los, als ein Stromausfall – wie schon am 16. September 2011 im Europa-League-Spiel gegen Lok Moskau – das Flutlicht lahmlegte.

Während die Hausherren schnell wieder den Durchblick hatten, tat sich bei den Wienern bei der 1:2-Niederlage kein Licht am Ende des Tunnels auf.

„Vielleicht war das einmal ein Zeichen von dem da oben, uns ist ein Licht aufgegangen. Gott sei Dank ist das Licht und unsere Abwehr stabil geblieben“, fand Sturm-Coach Peter Hyballa nach dem Schlusspfiff im Gespräch mit LAOLA1 einen passenden Vergleich.

„Die ersten 45 Minuten waren saustark“

Die „Blackies“ waren in der mit 13.259 Zuschauern gut besuchten UPC-Arena von Anfang an die treibende Kraft, zwangen Rapid zu Fehlern und erarbeiteten sich Chance um Chance.

„Wir hatten uns nach dem unnötigen Cup-Aus gegen Innsbruck sehr viel vorgenommen und das ganz gut umgesetzt. Der Sieg war sehr wichtig“, war der wieder als Rechtsverteidiger aufgebotene Andreas Hölzl erleichtert.

Nach dem Cup-Debakel, dass laut Hyballa „zum Kotzen war“ gelang prompt die Kehrtwende. Mit Tugenden, die man bei Sturm in dieser Saison bisher viel zu selten gesehen hatte.

„Die ersten 45 Minuten waren mehr als stark, sogar saustark. Die Räume waren gut besetzt, wir haben gut gearbeitet, die Umschaltphasen haben gepasst, wir haben den Ball gehalten, sind gut nach vorne gelaufen, haben Druck auf den Ball gekriegt“, sprudelte es nur so aus dem 36-jährigen Deutschen heraus.

Zweiter Treffer anstelle von Defensive

Bei einem Lattentreffer von Vujadinovic (24.) hatte Sturm noch Pech, beim 1:0 ließen zwei Rapidler Klem flanken, Sukuta-Pasu hatte im Kopfball-Duell mit Schrammel nur wenig Mühe.

„Das war in allen Bereichen eine der besten Halbzeiten, die wir bisher gespielt haben. Es war eine richtige Entwicklung zu sehen“, lobte der Trainer seine Elf.

Das einzige Manko war die Chancenverwertung, da man schon im ersten Durchgang alles klar machen hätte können. Nach 45 Minuten hatten die Steirer 12 Torschüsse abgegeben, Rapid lediglich drei.

Mit dem 2:0 direkt nach dem Seitenwechsel legte Sturm den Grundstein für den Erfolg. „Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir ganz klar auf das zweite Tor gehen, weil die Mannschaft sonst immer noch im Kopf hat, nur die Defensive zu stabilisieren.“ Der Mut wurde belohnt.

Sturm kam noch ins Schwimmen

„Wir waren das ganze Spiel überlegen und haben auch verdient gewonnen“, meinte etwa Stürmer Rubin Okotie.

Dieser Meinung schlossen sich seine Kollegen nicht ganz an, denn als Rapid nach rund 60 Minuten aufwachte, hätte das Spiel noch kippen können.

„Da hat Rapid noch einmal alles versucht und wir sind ins Schwimmen gekommen“, gab Hölzl zu.

Mehr als der Anschlusstreffer von Burgstaller nach starker Vorarbeit des eingewechselten, erst 18-jährigen Dominik Starkl schaute aber nicht heraus.

„Dann wäre auch noch das 2:2 gefallen“

„Wir waren in der ersten Halbzeit sehr passiv und mutlos. Das passiert uns leider schön öfters“, musste Rapid-Trainer Peter Schöttel festhalten.

Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Hofmann, Drazan, Alar, Heikkinen, Dobras und dem U19-Einsatz von Schaub musste Rapid wie so oft in letzter Zeit umstellen.

Von Harmonie war keine Spur. „Sturm war von Anfang an aggressiver, schneller auf den Beinen und spritziger. Man hat gesehen, dass wir noch das Cup-Spiel in den Füßen hatten“, gab Torschütze Burgstaller zu verstehen.

Erst nach dem 0:2 spielte Rapid befreiter auf, nach dem 1:2 drängte man sogar auf den Ausgleich. „Dann hat man gesehen, was möglich gewesen wäre. Wenn es noch ein paar Minuten länger geht, dann wäre auch noch das 2:2 gefallen.“

„Das ist ein Prozess, eine Entwicklung“

Während Rapids „Ups and Downs“ nach dem Sieg gegen Salzburg anhalten, konnte Sturm nach drei Remis gegen Wr. Neustadt, Austria und Mattersburg und der Niederlage in Salzburg wieder einmal drei Punkte einfahren.

„Heute war es ein komplettes Spiel“, war Hyballa sowohl offensiv als auch defensiv mit der Leistung seiner Schützlinge zufrieden. Der Sieg war auch ein Zeichen für die vielen Kritiker.

„Wir haben immer gesagt, das ist ein Prozess, eine Entwicklung. Aber bei der Kurzfristigkeit im Fußball wollen das viele Leute nicht hören“, nahm der Sturm-Trainer Stellung.

Damit das Licht bei Sturm nicht gleich wieder erlischt, gilt es an diese Leistung anzuknüpfen.


Alexander Karper

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