Stankovic: "Es war ein nahezu perfektes Spiel"

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Es war eine violette Machtdemonstration und eine Kampfansage an Salzburg.

Denn Austrias 6:1-Erfolg gegen die SV Ried ging auch in dieser Höhe in Ordnung.

Die Veilchen spulten so wie am vergangenen Wochenende beim 6:4 gegen die Admira ein Offensiv-Spektakel ab, ließen gegen die Wikinger aber auch in der Defensive nichts anbrennen.

Rechnet man das Cupspiel unter der Woche gegen Villach (4:0) dazu, trafen die Violetten in den letzten drei Pflichtspielen unglaubliche 16 Mal ins Schwarze.

 „Wir sind genauso aufgetreten, wie wir uns das vorgestellt haben, waren aggressiv und haben gewusst, wo ihre Schwächen liegen. Es war ein nahezu perfektes Spiel. Eigenlob stinkt eigentlich, aber es war heute wirklich perfekt. Wenn wir so weitermachen, werden wir eine schöne Saison erleben“, freute sich Marko Stankovic, der den verletzten Alexander Gorgon ersetzte und den Treffer zum 5:1 beisteuerte.

„Das ist das A und O“

Dass es nicht immer ein Schützenfest geben wird, ist dem Steirer bei aller Euphorie bewusst. „Es ist eine Momentaufnahme, dass wir zwei Mal hintereinander sechs Tore in der Liga machen. Das ist unglaublich und wird nicht immer so weiter gehen.“

Der 26-Jährige kennt die Gründe für den Erfolgslauf: „Wir kreieren viele Chancen, haben perfekte Laufwege. Und wenn man die Laufwege kennt, bekommt man auch die Bälle dorthin. Die Passgenauigkeit ist sehr hoch. Das ist das A und O in unserem Spiel. Und unsere Defensive macht einen Traumjob, daher kann sich die Offensive fast ausschließlich auf ihre Aufgaben konzentrieren.“

Markus Suttner ergänzt: „Wir haben uns als Truppe gefunden. Jeder rennt für jeden. Es passt spielerisch, dann kommen die Tore von alleine.“

Stöger hochzufrieden

Und die Wiener besitzen Philipp Hosiner. Der Stürmer wiederholte das Kunststück von vor einer Woche und erzielte auch gegen die Oberösterreicher drei Treffer.

„Es läuft zur Zeit einfach gut, wenn du als Stürmer in Form bist, klappt einfach alles“, so das trockene Resümee des Matchwinners.

Auch FAK-Coach Peter Stöger war angesichts des Gezeigten naturgemäß richtig angetan: „Heute hat wirklich sehr viel funktioniert. Vor allem mit der Leistung vor der Pause war ich hoch zufrieden, da hätten wir schon viel höher führen müssen. Ich bin ein eher kritischer Geist, aber heute bin ich wirklich sehr zufrieden.“

Zufrieden blickt der Wiener auch auf die Tabelle, denn mit dem Kantersieg katapultierte sich seine Elf wieder an die Spitze.

Zweikampf mit Salzburg?

Von einem Zweikampf mit Salzburg will der 46-Jährige aber nicht reden.  „Es ist noch zu früh davon zu sprechen. Rapid abzuschreiben wäre fahrlässig. Und auch Sturm könnte von der Kaderqualität noch anschließen.“

Seine Spieler sahen das 6:1 aber durchaus als deutliches Zeichen Richtung Mozartstadt. „Salzburgs 5:0 gegen Admira war beeindruckend. Wir haben aber heute nachgelegt und gezeigt, dass wir es auch können“, meinte Suttner.

Manuel Ortlechner: „Wir wollten nach ihrem Sieg nachlegen. Das ist sehr, sehr gut gelungen.“ Als äußerst gelungen bezeichnet Stöger den bisherigen Saisonverlauf.

 „Wir haben zu Saisonbeginn gesagt, dass wir oben dabei sein wollen. Die Truppe hat sich entwickelt, glaubt daran, dass heuer etwas möglich ist. Um ganz vorne zu stehen, wird es ganz schwer werden, weil Salzburg auch unglaublich gut Fußball spielt. Wir wollen die Leistung konservieren und die Spiele bis zur Winterpause so positiv wie möglich gestalten. Erfreulich ist nicht nur die Tabellensituation, sondern auch die Punkteausbeute. Das zeigt, wie gut wir unterwegs sind.“

Ried fassungslos

Während die Stimmung im violetten Lager nicht besser sein könnte, herrscht bei den Riedern Katzenjammer.

"Wir sind zurecht in ein fürchterliches Debakel geraten. Die Austria war um diese fünf Tore besser. Das ist bitter“, musste Trainer Heinz Fuchsbichler die Überlegenheit der Hausherren neidlos anerkennen.

„Es ist schwer, dieses Spiel in Worte zu fassen“, zeigte sich  Thomas Gebauer geknickt. Andreas Schicker: „Das hatte mit Profi-Fußball wenig zu tun.“

Auf Augenhöhe mit Salzburg

Für den Ried-Trainer steht die Austria jedenfalls nicht zu Unrecht ganz oben. „Sie spielen defensiv sehr diszipliniert. Dazu stimmen Laufarbeit, Kombinations-Spiel und die Breite des Kaders. Das Gesamtpaket Austria Wien passt, wie selten zuvor. Peter leistet hier tolle Arbeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Austria Meister wird. Sie liegen auf Augenhöhe mit Salzburg.“

Laut aktueller Tabelle sind sie sogar einen Tick besser…

Martin Wechtl / Harald Prantl

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