"Erwarte von den Jungen mehr"

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"Wollen immer ernstzunehmender Gegner sein"

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Ein Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage.

Wacker Innsbrucks Ergebnis-Bilanz der ersten drei Runden liest sich ausgesprochen durchschnittlich.

Allerdings muss gesagt werden, dass aufgrund der jeweiligen Spielverläufe zwar mehr möglich, angesichts der Gegner – wie die Titelkandidaten Salzburg und Austria – aber nicht unbedingt zu erwarten gewesen wäre.

Die wirklich wichtigen Spiele folgen erst in den kommenden drei Runden, wo die Innsbrucker mit Wiener Neustadt (A), der Admira (H) und Mattersburg (A) auf drei (vermeintliche) direkte Konkurrenten treffen.

Bei LAOLA1 spricht Wacker-Trainer Walter Kogler über diese "wichtigen Runden". Zudem lässt der 43-Jährige noch einmal das Cupspiel gegen Hellas Kagran sowie die vergangenen Runden Revue passieren und erklärt, warum die Rassismusvorwürfe gegen Inaki Bea zu keinem anderen Ergebnis als der Verfahrenseinstellung führen hätten können.

LAOLA1: Herr Kogler, vielleicht können Sie zu Beginn kurz das Cupspiel gegen Hellas Kagran am vergangenen Wochenende Revue passieren lassen.

Walter Kogler: Es war eigentlich nie ein Thema, dass wir gegen Kagran ausscheiden könnten, auch wenn wir am Ende mit einer durchschnittlichen Leistung aufgestiegen sind. Dazu war der Klassenunterschied zwischen den beiden Teams einfach zu groß.

LAOLA1: Aufgrund der angespannten Personalsituation mit neun Ausfällen sind einige junge Spieler in den Genuss eines Startelf-Einsatzes gekommen. Wie zufrieden waren Sie mit deren Leistungen?

Kogler: Zum Teil haben sie es ganz ordentlich gemacht. Zum Teil haben sie aber auch zu hektisch agiert. Da hätte ich mir phasenweise schon vorgestellt gehabt, dass sie gegen einen unterklassigen Gegner souveräner auftreten. In Zukunft erwarte ich mir, dass sie in solchen Partien ruhiger und überlegter spielen. Denn gegen Kagran hatte es für mich teilweise den Eindruck, als wäre es für einige eine Belastung gewesen, hier im Cup zu spielen.

LAOLA1: In Wiener Neustadt kann man wohl mit einer anders zusammengesetzten Startelf rechnen, oder?

Kogler: Sicherlich. Denn durch die Rückkehr von vier bis fünf Verletzten, werden wir wieder sehr viele frische Spieler zur Verfügung haben.

LAOLA1: Sieht man sich das Spielprogramm der nächsten Wochen an, könnten diese wohl bereits eine gewisse Tendenz für diese Saison zeigen. Sind das gewissermaßen also schon "Wochen der Wahrheit"?

Kogler: So direkt würde ich das nicht sagen. Aber wenn es uns in den kommenden Wochen gelingt, fleißig zu punkten, können wir uns sicher wieder nach oben orientieren und haben weiter die Möglichkeit, vorne mitzuspielen. Wenn wir da einiges an Boden gutmachen könnten, wäre es eine tolle Sache.

LAOLA1: Wohin soll dieses "Boden gutmachen" am Ende führen?

Kogler: Unser Ziel ist es, so ähnlich zu agieren, wie letztes Jahr. Primär geht es uns also darum, gegen jede Mannschaft ein erstzunehmender Gegner zu sein. Dazu gehört auch, dass wir attraktiven Fußball bieten wollen. Dass wir das können, haben wir bereits gegen Salzburg und die Austria gezeigt. Außerdem gilt es für uns, junge Spieler weiterzuentwickeln. So wie es letztes Jahr der Fall war. Heuer wollen wir daran festhalten und die nächsten suchen.

LAOLA1: Mitgehalten hat man gegen Salzburg und die Austria zwar definitiv, aber trotzdem hat man unglücklich Punkte liegen gelassen. Hängt einem das noch hinten nach?

Kogler: Nein. Das müssen wir abhaken. Punktemäßig wäre zwar tatsächlich einiges mehr möglich gewesen, aber wir sind trotzdem nicht schlecht in die Saison gestartet. Mit Salzburg und der Austria haben wir sicherlich keine leichte Auslosung gehabt. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir in der Liga punktemäßig zulegen. Die Möglichkeit dazu haben wir in den nächsten Runden.

LAOLA1: In wie weit waren die Vorfälle im Salzburg-Spiel mit den – inzwischen entkräfteten – "Rassismus-Vorwürfen" in letzter Zeit eine zusätzliche Belastung?

Kogler: So lange es nicht endgültig abgeschlossen war, stand es natürlich im Raum. Aber für mich waren diese schon immer haltlos. Wenn ich logisch darüber nachdenke, konnte da gar nichts rauskommen.

LAOLA1: Warum waren Sie sich da so sicher?

Kogler:  Weder im TV, noch durch den Schiedsrichter hat man etwas gesehen oder gehört. Dazu haben auch die ausbaufähigen Sprachkenntnisse der beiden auf ein Missverständnis hingedeutet. Das waren für mich genügend Indizien, die gegen eine Verurteilung sprachen.

LAOLA1: Unabhängig davon, ob es gesehen oder übersehen wurde, wäre es charakterlich überhaupt vorstellbar gewesen?

Kogler: Nein, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Inaki irgendetwas Rassistisches gesagt hätte. Dass im Fußball hin und wieder das ein oder andere Wort fällt, wissen wir alle. Dass das in der Nähe des Schiedsrichters auch geahndet wird, ist normal und muss auch so sein. Aber in dem Fall war einfach nichts, was Konsequenzen nach sich ziehen könnte.


Das Gespräch führte Christoph Walter

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