„Werde an mir arbeiten, um die Tore zu machen“

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Er war zweifelsohne eine der positiven Überraschungen des ersten Spieltags.

Sturm-Neuzugang Richard Sukuta-Pasu überzeugte im Auftaktspiel gegen Salzburg mit Engagement, technischen Fertigkeiten und Zug zum Tor.

Gleich bei 15 Torschüssen hatte er seine Beine im Spiel, ein Torerfolg blieb dem langjährigen Junioren-Nationalspieler Deutschlands allerdings verwehrt.

Damit zieht sich der Makel des 22-jährigen Stürmers auch in die österreichische Bundesliga – seine fehlende Kaltschnäuzigkeit.

Geringe Tor-Ausbeute

In 50 Profi-Spielen mit Bayer Leverkusen, St. Pauli und dem 1. FC Kaiserslautern gelangen dem gebürtigen Wuppertaler mit französisch-kongolesischen Wurzeln gerade einmal zwei Tore.

„Jemand, der arbeitet und Leistung bringt, wird auch irgendwann belohnt“, macht sich der Neo-„Blackie“ aber keine großen Sorgen und kündigt auch gegen die Austria ein Offensiv-Spektakel seines Teams an.

Darüber hinaus spricht er über die Beweggründe, die ihn nach Graz brachten, persönlichen Verbesserungsbedarf und seine Ziele in naher Zukunft.

 

LAOLA1: Erste Frage, Richard, hast du dich in Graz bereits eingelebt?

Richard Sukuta-Pasu: Bisher ist alles sehr gut verlaufen. Ich wurde ja auch gut von der Mannschaft aufgenommen. Das war ganz wichtig. Von dem her läuft nun alles viel leichter.

LAOLA1: Der Transfer hat sich etwas in die Länge gezogen, obwohl die Einigung mit dir eigentlich schon früh da war. Kannst du das Ganze vielleicht noch einmal Revue passieren lassen?

Sukuta-Pasu: Ich war früh einig, da ich vorab viel mit dem Trainer gesprochen habe. Das war alles positiv. Alles andere ist dann Aufgabe der Berater. Ich konzentriere mich mehr auf den Fußball.

LAOLA1: Das heißt, der neue Trainer, Peter Hyballa, war ausschlaggebend für den Wechsel?

LAOLA1: Hat man im Training versucht, die Ursachen für dieses Verschlafen der Anfangsphase zu finden und zu beseitigen, um das nächste Mal wacher ins Spiel zu starten?

Sukuta-Pasu: Natürlich. Man versucht jeden Fehler im Training zu beheben. Wir haben unsere Video-Analysen gemacht und wollen unsere Schwächen in Stärken verwandeln. Von daher denke ich, dass es das nächste Mal anders laufen wird.

LAOLA1: Für dich persönlich war es aufgrund des Stangenschusses ein etwas unglückliches Debüt. Es hätte gleich mit dem ersten Bundesliga-Tor klappen können. Wie siehst du es selbst? Zufrieden mit deiner Leistung?

Sukuta-Pasu: Ganz zufrieden ist man nie. Es gibt immer Fehler, die man macht. Es geht darum, die Fehler zu beseitigen. Von daher werde ich weiter an mir arbeiten, um die Tore zu machen.

LAOLA1: Wo wir auch schon beim Thema wären. Wenn man sich deine Statistiken der letzten Jahre ansieht, liest man immer von guten Leistungen, der an Toren gemessene Erfolg bleibt aber rar. Wie erklärst du dir, dass es mit dem Toreschießen auf Profiebene bislang noch nicht so recht klappt?

Sukuta-Pasu: Ich weiß, dass es klappen wird. Jemand, der arbeitet und Leistung bringt, wird auch irgendwann belohnt. Deswegen mache ich mir keine großen Sorgen. Ich weiß, was ich kann und versuche alles Mögliche, das auch umzusetzen. Ich war in letzter Zeit vielleicht auch etwas unglücklich. Aber nichtsdestotrotz: wer fokussiert bleibt, wird auch seine Tore machen.

LAOLA1: Im Großen und Ganzen nur eine Frage der Zeit?

Sukuta-Pasu: Ja, genau. Das ist ja meistens so bei den Stürmern. Wenn es einmal läuft, dann läuft es. So ist der Fußball.

LAOLA1: Zu deiner Person habe ich ein Zitat von deinem ehemaligen Jugendtrainer Jürgen Gelstorf gefunden, der dich als „robusten Stürmer mit großem fußballerischen Talent“ beschreibt. Eine Definition, die du so stehenlassen würdest?

Sukuta-Pasu: Auf jeden Fall. Ich lebe eher von der Athletik und Robustheit, besitze aber auch die Schnelligkeit und Technik. Mit mir ist also auch spielerisch etwas anzufangen. Ich bin kein klassischer Sechzehner-Stürmer, sondern nach vorne hin sehr flexibel.

LAOLA1: Wo siehst du bei dir am ehesten noch Schwächen und Nachholbedarf?

Sukuta-Pasu: Überall. Es gibt meiner Meinung nach nichts, das perfekt ist. Selbst seine Stärken sollte man stets verbessern. Sei es Schnelligkeit, Beweglichkeit, Passspiel, Torschuss. Alles.

LAOLA1: In deiner Vergangenheit stehen Einsätze in sämtlichen Nachwuchsteams des DFB zu Buche, gekrönt vom U19-EM-Titel 2008. Wie blickst du auf diese erfolgreiche Zeit zurück?

Sukuta-Pasu: Im Nachwuchsbereich habe ich schon sehr viel, beinahe alles, gewonnen. Ich wurde deutscher Meister und DFB-Pokalsieger mit Leverkusen, habe die Fritz-Walter-Medaille (2008 in Bronze, als drittbester Nachwuchsspieler in Deutschland, Anm.) gewonnen, wurde Europameister, WM-Dritter. Das ist einiges. Aber das ist die Vergangenheit. Jetzt gibt es größere Ziele, die ich erreichen will.

LAOLA1: Unter diesen Zielen ist auch die deutsche A-Nationalmannschaft?

Sukuta-Pasu: Absolut. Ich glaube, das müsste das Ziel eines jeden deutschen Fußballers sein. Weil es ein Traum ist. Und ich werde alles daran setzen, diesen Traum auch zu verwirklichen.

LAOLA1: Du hast jetzt in Graz Vertrag für ein Jahr. Du siehst diese Saison also als Sprungbrett, um dich für höhere Aufgabe, vermutlich für die deutsche Bundesliga, zu empfehlen?

Sukuta-Pasu: Ja, ich halte von ihm, wie auch vom ganzen Trainer-Team, sehr viel. Das hat mir bei der Entscheidung geholfen.

LAOLA1: Was wusstest du vorher von deinem neuen Verein, von Sturm Graz?

Sukuta-Pasu: Sturm hat ja international gespielt. Von daher denke ich, dass man es schon kennt. Wer Fußball guckt oder interessiert ist, für den ist Sturm keine unbekannte Mannschaft.

LAOLA1: Und die österreichische Bundesliga im Allgemeinen. Wie beurteilt man die Liga von Deutschland aus?

Sukuta-Pasu: Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Österreich und Deutschland. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass in der österreichischen Bundesliga ein gutes Niveau herrscht und dieses nicht schlecht für mich ist.

LAOLA1: Hast Du vom neuen Trainer des 1. FC Kaiserslautern, Franco Foda, Informationen über deinen neuen Verein eingeholt?

Sukuta-Pasu: Natürlich hat er mir ein paar Informationen weitergegeben. Er war ja sehr lange hier und konnte eigentlich nur Positives erzählen. Er hat mir gesagt, dass es ein sehr gutes Team ist und ich keine Probleme haben werde, mich zu integrieren.

LAOLA1: Die ersten Erfahrungen aus den Trainingseinheiten bestätigen diese Schilderung?

Sukuta-Pasu: Wir sind ein sehr gutes Team und brauchen uns keineswegs zu verstecken. Wenn wir gute Leistungen abrufen und das auf den Platz bringen, was der Trainer von uns haben will, werden wir auf jeden Fall eine gute Saison spielen.

LAOLA1: Was Peter Hyballa fordert, ist das markante schnelle „Balla“. Eine Spielphilosophie, mit der du dich identifizieren kannst?

Sukuta-Pasu: Absolut. Der Trainer setzt auf ein offensives Spiel und ich finde diese Ausrichtung natürlich gut.

LAOLA1: Der Auftakt ist – zumindest vom Ergebnis her – aber doch misslungen. Dein Resümee des ersten Bundesliga-Spiels?

Sukuta-Pasu: Wir haben die erste halbe Stunde verschlafen, waren nicht präsent und haben infolgedessen zwei Tore kassiert. Danach brauchen wir uns mit unserer Leistung aber keineswegs verstecken. Wir haben sehr gut gespielt, uns Chancen erarbeitet, müssen nur noch Tore machen. Von Salzburg indes kam dann sehr wenig.

Sukuta-Pasu: Ich will mich immer empfehlen und gebe immer Gas. Wenn es nach der Saison klappt, umso besser, wenn nicht, versuche ich es weiter.

LAOLA1: Nächste Chance, Gas zu geben, ist am Wochenende bei der Wiener Austria. Der nächste schwere Gegner. Was kann man erwarten?

Sukuta-Pasu: Ein gutes Spiel. Wir werden alles geben und wieder ein offensives Spiel haben, das steht fest. Wir werden uns auf keinen Fall verstecken.

LAOLA1: Bei dieser neuen offensiven Spielweise ist natürlich immer die Gefahr, Räume offen zu lassen und so Gegentore zu kassieren. Gibt es die Angst vor einem Fehlstart, sollte es auch im zweiten Spiel nicht klappen.

Sukuta-Pasu: Fehlstart hin oder her. Wir haben in der ersten Runde ja gut gespielt. Wer das Spiel gesehen hat, bestätigt, dass wir klar dominiert haben. Die Tore haben halt gefehlt. Wenn wir die Tore machen, gewinnen wir klar. Ich bin völlig zuversichtlich, dass wir im nächsten Spiel mit breiter Brust gut agieren werden.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch!


Das Interview führte Christian Eberle

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