"Unter Druck zeigen wir trotzdem immer Nerven"

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Noch immer hat der Abstiegsstrudel vier Teams in seinen Fängen. Noch darf sich keiner auf der sicheren Seite wähnen.

Auch nicht die Admira, die mit zwei Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Wacker Innsbruck gemeinsam mit Mattersburg (5 Punkte Vorsprung) die besten Karten hat.

Mittelfeldmotor Stefan Schwab hat die Hoffnung nie aufgegeben und glaubt fest daran, eine verkorkste Saison schlussendlich positiv abzuschließen. Geht es nach dem 22-Jährigen soll schon gegen Rapid das rettende Ufer erreicht werden, um einem „Endspiel“ gegen Mattersburg zu entgehen.

„Unter Druck haben wir aber trotzdem immer Nerven gezeigt und gut gespielt“, appelliert der Salzburger im Gespräch mit LAOLA1 an seine Mitspieler.

Weiters spricht er über den Knackpunkt im Titelfinish, Aufwärtstrend und mentalen Druck in einer Saison wie dieser.

LAOLA1: Wie groß würde der Stein sein, der von Herzen fällt, sollten die letzten zwei Spiele erfolgreich gestaltet werden?

Stefan Schwab: Wenn wir das erfolgreich erledigt haben, fällt natürlich eine große Erleichterung ab. Dann ist jeder glücklich, dass wir das geschafft haben. Ich glaube, wir haben uns die Saison nicht so vorgestellt, dass wir so lange da hinten mitspielen. Solange wir es schaffen, haben wir uns noch gerettet. Aber wir dürfen uns nicht zu sicher sein. Zwei Punkte in zwei Spielen können schnell weg sein. Wir haben es aber noch selber in der Hand, wir müssen auf uns schauen. Wenn wir punkten, dann schaut das gut aus.

LAOLA1: Wie groß ist tatsächlich die mentale Belastung, Woche für Woche um jeden Punkt im Abstiegskampf kämpfen zu müssen?

Schwab: Vor drei Spielen waren wir Letzter mit zwei Punkten Rückstand. Natürlich haben wir da schon einen Riesendruck gehabt. Vor dem Spiel gegen Sturm haben wir gewusst, dass es schlecht ausschaut, wenn wir nicht gewinnen. Unter Druck haben wir aber trotzdem immer Nerven gezeigt und gut gespielt. Es zieht sich leider durch die Saison durch, dass wir doch ein paar Punkte blöd hergeschenkt haben, sonst hätten wir vielleicht jetzt nichts mehr damit zu tun. Wichtig ist jetzt aber, dass wir die zwei Spiele erfolgreich bestreiten, dann werden wir in der Liga bleiben.

LAOLA1: Nach dem Sieg gegen Sturm war von einem „Signal“ die Rede. Hat das wirklich so viel in euch bewirkt?

Schwab: Beim Sturm-Spiel haben wir selber einfach wieder gesehen, wie wir eigentlich Fußball spielen können. Jetzt im Nachhinein, auf die Saison gesehen, ist es schon bitter, wenn man sieht, wie wir eigentlich spielen können und wie wir teilweise gespielt haben bzw. verloren haben. Das Match hat sicher wieder viel Selbstvertrauen hineingepumpt und zeigt einfach, dass wir uns vor keinem verstecken müssen, vor allem daheim nicht. Wir haben drei der letzten vier Heimspiele gewonnen und wollen dort anschließen. Dann können wir die Sache regeln.

LAOLA1: Gegen Salzburg, Sturm und WAC war es zumindest vom Spielerischen wieder so, wie ihr euch das auch vorstellt.

Schwab: Wir sind eine spielerische Truppe, wir probieren nach vorne zu spielen und Akzente zu setzen. Wir sind nicht die, die sich verstecken und hinten reinstellen. Aber ich glaube, es ist jetzt schwierig, wenn man kein Selbstvertrauen hat, dass die Offensivaktionen so gelingen, wie wenn man es hätte. Es hat zum Glück den Knacks gegeben, seitdem ist das wieder umgeschwenkt. Wenn wir vorne die Möglichkeiten kriegen, dann müssen wir sie auch verwerten. Dann schaut es gut aus.

LAOLA1: Damit es nicht zu einem Endspiel in der letzten Runde kommt, müsste man es am Mittwoch entscheiden, der Gegner heißt aber Rapid.

Schwab: Es ist immer noch Rapid, der große Favorit. Sie müssen punkten, wir müssen aber genauso punkten. Natürlich wollen wir es unbedingt fixieren. Ich glaube, es ist nicht lustig, zum letzten Spiel zu fahren, in dem Wissen, dass man gewinnen oder einen Punkt holen muss. Natürlich hätten wir es gerne vorher erledigt, aber wenn nicht, dann werden wir das im letzten Spiel tun. Wir werden alles daran setzen, das morgen über die Bühne zu bringen.

LAOLA1: Es ist nicht anzunehmen, dass Rapid noch einmal so auftritt wie in Mattersburg. Kann man sich trotzdem etwas von den Burgenländern abschauen?

Schwab: Mattersburg hat einen anderen Spielstil als wir. Sie haben natürlich über ihr körperbetontes Spiel auch ihre Möglichkeiten und vielleicht Rapid die Schneid abgekauft. Das müssen wir uns auf jeden Fall von Mattersburg abschauen, wie körperbetont und aggressiv sie gespielt haben. Das müssen wir auf jeden Fall auch machen. Natürlich wird Rapid nicht mehr so auftreten, aber wir haben auch in Hütteldorf 1:1 gespielt. Ich glaube, wir müssen uns nicht verstecken und unser Spiel durchziehen.

LAOLA1: Rapid ist immer wieder anfällig auf schnelle Gegenstöße. Etwas, was euch durchaus entgegenkommt, oder?

Schwab: Schätzungsweise wird Rapid mehr Ballbesitz haben als wir. Wir müssen halt, wenn wir die Bälle haben, schnell nach vorne spielen. Das können wir, aber das weiß mittlerweile schon jeder in der Liga. Auch Rapid wird das wissen und vielleicht auch ein bisschen vorsichtiger im Spielaufbau agieren. Aber nach vorne können wir immer gefährlich sein und Chancen kreieren.

LAOLA1: Ist es von Vorteil, dass alle Mannschaften noch um ihre Ziele kämpfen müssen und sich keiner zurücklehnen kann?

Schwab: Es ist brutal wichtig, dass eigentlich alle Mannschaften punkten müssen. Egal, ob das wir, WAC oder Sturm Graz ist. Es geht einfach für jeden um etwas. Deshalb muss jeder auf sich schauen und es ist für die Liga und uns alle sehr interessant und gut anzuschauen.

LAOLA1: Sollte es gegen Rapid nicht klappen, läuft es auf ein mögliches Endspiel gegen Mattersburg hinaus.

Schwab: Mattersburg ist noch nicht ganz durch, aber für sie schaut es momentan am besten aus von den vier Mannschaften. Allerdings weiß man mit zwei Niederlagen auch nicht, was passiert. Die müssen auch noch punkten. Die spielen jetzt auswärts bei der Austria, die den Meistertitel fixieren will. Für die geht es vielleicht auch noch einmal um was im letzten Spiel. Die Liga ist wirklich sehr spannend. Ich hoffe, dass das die Zuschauer ein bisschen antreibt und dass auch mehr Leute kommen.

LAOLA1: Besonders bitter im Saisonfinish sind die vielen Ausfälle aufgrund von Verletzungen. Wie geht ihr damit um?

Schwab: Es zieht sich bei uns echt schon wieder über die Saison hinaus. Man sieht aber auch immer wieder, dass die Spieler, die reinkommen, auch ihre Leistungen bringen. Der „Tischi“ (Anm. d. Red.: Patrick Tischler) hat seine letzten zwei, drei Spiele auch eigentlich sehr gut gehalten. Wir wissen jetzt, dass wir da auch einen Rückhalt haben. Sicher tut uns der Kapitän Richi Windbichler weh, der hat jetzt auch gut gespielt. Aber wir haben davor auch schon ohne ihn spielen müssen, weil er Rückenprobleme gehabt hat. Wir sind durch die Bank gut aufgestellt und ich glaube, dass wir das kompensieren können.

LAOLA1: Jürgen Macho trifft es aufgrund seiner Leidensgeschichte wohl am härtesten. Was kannst du ihm mit auf den Weg geben?

Schwab: Es ist natürlich bitter für Jürgen und uns tut es auch sehr weh. Ihm selber wird es noch mehr weh tun, aber wir wünschen ihm das Beste und werden ihm immer helfen, wenn er irgendwas braucht. Er hat uns auch schon geholfen im Frühjahr und ich hoffe, wir können das zurückgeben. Ich hoffe, dass er wieder fit wird.


Das Gespräch führte Alexander Karper

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