"Hier fühle ich mich anscheinend sehr wohl"

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Bei Wacker Innsbruck gab es nach dem 2:2 gegen die Austria viele enttäuschte Gesichter.

Kein Wunder, führten die Tiroler doch bereits zur Pause mit 2:0 und kassierten erst in der Nachspielzeit den Ausgleich.

Dass Goalie Szabolcs Safar vor dem 2:2 auch noch einen geschenkten Elfmeter von Nacer Barazite hielt, war nur ein schwacher Trost.

Zu groß war der Ärger über die verpasste Chance, in Wien-Favoriten als Sieger vom Platz zu gehen - zu groß der Ärger über das Schiedsrichter-Gespann (LAOLA1-Infos).

„Vor dem Spiel wären wir mit dem Remis zufrieden gewesen. Ein Punkt ist nicht schlecht, aber es wäre mehr drinnen gewesen“, resümiert der Wacker-Keeper.

Doch bei aller Unzufriedenheit gibt es auch positives zu berichten. Peter Hackmair und Daniel Schütz erzielten jeweils ihr erstes Tor im Wacker-Dress.

Während der Blondschopf, der sein letztes Tor ebenfalls gegen die Austria in Wien erzielte – damals allerdings für Ried, das Gefühl eines Liga-Treffers schon gut kennt, ist es für den Ex-Altacher überhaupt das erste Erfolgserlebnis in Österreichs höchster Spielklasse.

Im LAOLA1-Doppelinterview sprechen die beiden Protagonisten über das turbulente Match gegen die Austria, Wackers Auswärtsstärke und die Schiedsrichterleistung.

LAOLA1: Ein 2:2 bei der Wiener Austria ist ein gutes Resultat. Wäre angesichts des Spielverlaufs aber nicht noch mehr drinnen gewesen?

Peter Hackmair: Es war ein sehr intensives Spiel. Vor allem die letzten 10, 15 Minuten hatten es in sich. Safar hält in der 90. Minute den Elfmeter und du rechnest eigentlich damit, dass du das Spiel gewinnen wirst. Dann bekommst du doch noch den Ausgleich und schießt mit der letzten Aktion an die Stange. Das war wie im schlechten Film. Für mich sind es zwei verlorene Punkte.

Daniel Schütz: Wenn uns vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir ein Unentschieden holen, hätten wir sofort unterschrieben. Nach dem Spielverlauf überwiegt aber die Enttäuschung, schließlich haben wir bis zur 94. Minute geführt. Der Schluss war ein Wahnsinn – für die Fans sicher eine tolle Sache. Als Spieler ist so etwas aber wirklich haarsträubend und geht an die Nerven.

LAOLA1: Haben wieder die Nerven geflattert? Wie ist es zu erklären, dass ihr am Schluss, so wie gegen die Admira, einen Sieg noch aus der Hand gegeben habt?

Hackmair: Wir müssen uns selber fragen, ob wir 100% davon überzeugt sind, auswärts gewinnen zu können. Die Qualität ist sicher vorhanden, aber vielleicht sind wir als Mannschaft davon nicht überzeugt. Die Prozent, die abgehen, spiegeln sich dann bei den späten Gegentoren wider.

Schütz: Das würde ich nicht sagen. Bei der einen oder anderen Situation hätten wir besser reagieren müssen. Die Austria hat unglaubliche Qualität und kann eben auch in der Nachspielzeit ein Tor schießen.

LAOLA1: Ist es für euch ein kleiner Trost, dass auch Alkmaar hier ein 2:0 nicht über die Zeit gebracht hat?

Hackmair: Nein. Dass die Austria Qualität besitzt, wissen wir. Uns war auch bewusst, dass sie zu Chancen kommen werden, wenn wir mit 2:0 führen. Es war aber die Möglichkeit auf ein drittes Tor für uns vorhanden. Hätten wir dieses erzielt, wäre die Austria gebrochen gewesen.

Schütz: Nicht unbedingt. Das ist kein großer Trost. Wenn man 2:0 führt, muss man das Match einfach gewinnen – auch auswärts. Wir haben zwar erst eine Partie in der Fremde verloren, aber auch nur eine gewonnen. Wir wollen nicht immer nur unentschieden spielen, sondern auch endlich wieder einmal gewinnen. Heute hätten wir gute Karten gehabt.

LAOLA1: Peter, Wien-Favoriten scheint ein guter Boden für dich zu sein. Schon wieder ein Treffer gegen die Austria…

Hackmair: Hier fühle ich mich anscheinend sehr wohl. In erster Linie freue ich mich aber für die Mannschaft. Es ist ein Zeichen, dass ich mich in Innsbruck sehr wohl fühle. Das habe ich mit einem Tor krönen können. Ein bisschen trauere ich aber dem Sieg hinterher.

LAOLA1: Der Schiedsrichter hat mit seinen Entscheidungen für viel Hektik gesorgt. Wie beurteilst du seine Leistung?

Hackmair: Man schimpft zwar immer über die Schiedsrichter, aber in erster Linie müssen wir uns an der Nase nehmen. Wir müssen den einen oder anderen Konter besser spielen, das dritte Tor machen – dann brauchen wir über solche Entscheidungen, wie am Schluss gar nicht diskutieren.

LAOLA1: Was sagst du zur Aktion der Austrianer, als sie nach einer Verletzung von Ildiz den Ball nicht zurückgespielt haben?

Hackmair: Keine Ahnung, was sie da für eine Idee hatten. Ich kenne viele Akteure noch vom Nachwuchs-Nationalteam und schätze sie als ehrliche Spieler. Was sie da geritten hat, verstehe ich nicht.

Das Gespräch führten Martin Wechtl und Harald Prantl

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