"Werde mich dagegen wehren"

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LAOLA1: Bundesliga-Präsident Rinner hat Infrastruktur-Maßnahmen angekündigt. Rasenheizung ist noch nicht verpflichtend, was passiert, wenn doch?

Riegler: Dann werden wir es machen. Wir werden schauen, wie weit die Bundesliga bereit ist, sich finanziell zu beteiligen. Dann werden wir es sehen. Aber es sind noch einige Plätze in Österreich, die nicht mit Rasenheizung ausgestattet sind. Wenn man die Situation in Altach hernimmt (Anm. d. Red.: als Erste-Liga-Winterkönig erster Anwärter auf den Aufstieg in die Bundesliga), könnten sie laut dem Vorstandsvorsitzenden Karlheinz Kopf zurzeit auch nicht spielen, weil es nach der letzten Runde einen halben Meter geschneit hat. Das Problem wird auf alle Vereine zukommen, nicht nur auf uns. Das ist generell ein Problem in Österreich. Dann wird man überlegen müssen, wie man die Winter-Termine soweit wie möglich aus dem Terminkalender herausbekommt. Das wird die einzige Alternative sein.

LAOLA1: Ist es ihrer Meinung nach notwendig, dieses Jahr so lange in den Dezember hineinzuspielen und englische Runden einzufügen?

Riegler: Sicher nicht. Für nächstes Jahr ist das Ganze schon ein bisschen verbessert, da der Rahmenterminplan vorsieht, dass am zweiten Wochenende des Dezembers die letzte Runde durchgeführt wird und es im Herbst keine englischen Wochen gibt, da diese im Frühjahr angesetzt sind. Da wird man sich leichter tun. 20:30 Uhr ist zudem ein äußerst unglücklicher Termin, in allen Belangen – ob es jetzt für Spieler, Verein oder Zuschauer ist. Dieser Termin hat negativen Einfluss.

LAOLA1: Wäre eine Ganzjahresmeisterschaft in Österreich aus ihrer Sicht die einzige Möglichkeit, um diesem Problem zu entgehen?

Riegler: Freilich. Natürlich wäre das eine Umstrukturierung von vielen Dingen in Österreich, aber man sollte sich sicherlich langsam einmal darüber Gedanken machen. Es ist einfach so, dass wir durch die Zehnerliga, in der man vier Mal gegeneinander antreten muss, 36 Runden erforderlich sind. Da gibt es keine Alternativen dazu. In der deutschen Bundesliga haben sie mit 34 Runden zwei weniger zu spielen. Das ist auch schon etwas. Solange es die Zehnerliga gibt, die aber absolut Sinn macht, ist das ein Problem. Da müssen wir schauen, dass man das durchbringt und versuchen, im Sommer mehr Spieltermine reinzubringen.

LAOLA1: Im Sommer haben Sie angekündigt, dass im Laufe des Jahres noch Restarbeiten an Platz und Tribüne anstehen. Sind diese mittlerweile erledigt?

Riegler: Soweit schon, das waren Kleinigkeiten. Mit den momentanen Richtlinien, die die Bundesliga vorgibt, sind wir fertig. Jetzt müssen wir uns auf neue Aufgaben konzentrieren. Denn es ist ja so, dass 2015 zwingend vorgeschrieben ist, dass das Flutlicht wieder verstärkt werden muss. Da werden wir auch Geld in die Hand nehmen müssen. So wird es immer wieder teurer, das bleibt nicht stehen. Es gibt immer Arbeit.

LAOLA1: Sie haben mehrmals betont, dass andere Vereine auch betroffen sind. Wie sehr ärgert es Sie, dass der WAC immer wieder im Fokus steht?

Riegler: Sehr sogar! Wir sind ein klein strukturierter Verein, wir sind komplett allein aufgestellt und kriegen keine Unterstützung von sonst irgendwem. Wir probieren alles Mögliche, um gut dazustehen. Wenn etwas nicht funktioniert, werden wir ins Lächerliche gezogen. Das geht mir schon ein bisschen auf den Nerv, da werde ich langsam anfangen, mich zu wehren. Andere Leute sollen einmal etwas tun und aufstellen und nicht gleich, wenn etwas nicht funktioniert, kritisieren. Das tut mir weh.


Das Gespräch führte Alexander Karper

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