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"Jetzt haben wir wieder einen freien Kopf"

Am Montag startete die Admira mit der Vorbereitung auf die Frühjahrsmeisterschaft.

Klar ist: So angenehm wie vergangene Saison wird diese für die Südstädter sicherlich nicht. Vor einem Jahr startete das Team als Fünfter mit nur vier Punkten Rückstand auf die Spitze ins Frühjahr.

Am Ende schaffte der damalige Aufsteiger DIE Überraschung schlechthin und qualifizierte sich für den Europacup. Nun sieht es anders aus. Ganz anders.

Nach neun Spielen ohne Sieg (ein Remis, acht Niederlagen) schlitterte die Mannschaft von Trainer Didi Kühbauer in den Abstiegsstrudel, überwintert als Achter mit nur zwei Punkten Vorsprung auf das Schlusslicht Wacker Innsbruck und den Neunten Wiener Neustadt.

Nun kam, wie erwartet, auch Marcel Sabitzer abhanden. Das 18-jährige Juwel wechselte in den Westen Wiens zu Rapid und steht der Admira im Kampf um den Klassenerhalt nicht zur Verfügung.

Vor Start der Vorbereitung betrieb LAOLA1 mit Richard Windbichler Vergangenheitsbewältigung und sprach mit dem Kapitän über das anstehende Frühjahr.

LAOLA1: Wie konnte es mit der Admira eigentlich so weit kommen?

Richard Windbichler: Wenn wir es gewusst hätten, wäre es nicht so weit gekommen. Es ist im Fußball einfach so, man verliert zwei, drei Partien unglücklich und dann hat man einen gewissen Druck. Es läuft nicht mehr so rund, es kommen Pech dazu und unglückliche Entscheidungen. Dann steckt man hinten drinnen. Man muss so ehrlich sein, wir haben uns in die Winterpause gerettet. Wir waren froh, dass wir jetzt die Pause hatten. Abstand zu bekommen, das war für uns sehr wichtig. Die Austria hätte wohl gerne durchgespielt, aber in unserem Fall hat uns die Pause wirklich gut getan. Jetzt haben wir wieder einen freien Kopf.

LAOLA1: Was wird im Frühjahr besser?

Windbichler: Wir sind zuversichtlich, dass nun alles besser wird. Wir sind eine gute Truppe, das wissen wir. Und das meine ich nicht nur fußballerisch, wir halten auch alle zusammen. Wir wollen gemeinsam rauskommen. Jetzt haben wir genügend Zeit, auf das hinzutrainieren. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, kommen wir da auch wieder raus.

LAOLA1: Der Blick zurück auf das Jahr 2012 könnte für euch zwiespältiger nicht ausfallen.

Windbichler: Im Fußball kann es schnell wieder in die andere Richtung gehen kann. Heute schwebst du noch auf Wolke sieben und morgen steckst du in Problemen. Wir hatten eine tolle Saison 2011/12 und waren auch gut in die neue gestartet, aber dann schlitterten wir eben in eine Krise. Die sind dazu da, dass man rauskommt und dann stärker als zuvor ist.

LAOLA1: Wer gerne Phrasen drischt, kommt in eurem Fall nicht daran vorbei festzuhalten, dass man es als Aufsteiger im zweiten Jahr in der Bundesliga immer schwer hat.

Windbichler: Uns war schon bewusst, dass es dieses Jahr härter werden würde. Dass die Hinrunde so endet, das haben wir uns natürlich nicht gedacht. Es ist eben so gekommen, wir sind eine junge Truppe und es wird wichtig sein, da rauszukommen – das hilft uns auch für die Zukunft.

LAOLA1: Nach Philipp Hosiner ist nun auch Marcel Sabitzer weg. Wie geht ihr damit um?

Windbichler: Wir wissen, wir sind ein Ausbildungsverein und Spieler werden bei uns herangeführt und dann verkauft, weil es finanziell nicht möglich ist, sie  zu halten. Damit müssen wir leben. Es ist aber auch schön zu sehen, dass man es hier bei der Admira weiterschaffen kann. Wenn wir anziehen, kommen wir auch weiter.

LAOLA1: Ihr habt die zweitmeisten Gegentore der Liga erhalten. Geht euch Christopher Dibon mehr ab als euch lieb ist?

Windbichler: Er hat uns damals schon im Frühjahr gefehlt und wir haben es dennoch in den Europacup geschafft. Es wäre jetzt billig zu sagen, er fehlt uns so sehr, dass wir da drinnen stecken. Ich denke, wir haben einen sehr guten Kader. Wenn wir an uns glauben, schaffen wir es da wieder raus.

LAOLA1: Weil ihr stärker als Wacker und Neustadt seid?

Windbichler: Wir wollen uns jetzt nicht mit anderen Vereinen vergleichen. Wir schauen auf uns und wenn unsere Leistung passt, dann können wir mit allen Teams mithalten und mit einem Quäntchen Glück auch gegen die Zweit- und Drittplatzierten auch etwas mitnehmen.

 

Das Gespräch führte Bernhard Kastler

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