"Davon ist Köln weit entfernt"

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Urlaub? Erholsame Tage zwischen den Saisonen?

Nicht für Markus Kraetschmer. Während sich andere in der Sonne auf das ÖFB-Länderspiel gegen Schweden freuen, befindet sich Austrias AG-Vorstand in einer Bundesliga-Sitzung.

Es ist nicht das erste Mal an diesem Freitag, dass der Wiener wichtige Gespräche geführt hat. Denn zuvor war eine Delegation des 1. FC Köln in Wien, um die Verpflichtung von Peter Stöger zu fixieren.

Doch daraus wurde nichts. Die Verhandlungen wurden ohne Ergebnis abgebrochen.

LAOLA1 hat sich bei Kraetschmer erkundigt, wie das genau gelaufen ist.

LAOLA1: Was konnte Ihnen die Delegation aus Köln heute anbieten?

Markus Kraetschmer: Über Details werde ich nicht sprechen. Zur Erklärung, wie das alles passiert ist: Unsere Statements am Donnerstag-Abend waren relativ klar (Anm.: „Keine Freigabe“). Peter Stöger hat mich heute in der Früh dahingehend informiert, dass die Kölner Delegation trotzdem nach Wien kommt und um ein Gespräch mit ihm und uns ersucht. Der Respekt gebührt es, dass man sich dem dann auch sehr gerne stellt. Stöger hat in der Früh signalisiert, dass er sich durchaus vorstellen kann, sich dieser Herausforderung in Köln zu stellen.

LAOLA1: Und was ist bei diesem Gespräch herausgekommen?

Kraetschmer: Es waren Präsident Werner Spinner, sein Vize Markus Ritterbach, Geschäftsführer Alexander Wehrle und Transfermanager Jörg Jakobs dabei. Sie haben uns eröffnet, dass sie Stöger unbedingt holen wollen. Wir haben ihnen auch noch einmal klar unseren Standpunkt dargelegt, ihnen wiederholt gesagt, dass er für uns eine wichtige Säule ist und wir mit ihm langfristig gemeinsam etwas aufbauen wollen.

LAOLA1: Und das war’s?

Kraetschmer: Wie es eben bei solchen Gesprächen ist, haben wir dann auch darüber gesprochen, wie Ablösemodalitäten aussehen können. Aber da muss man ganz trocken sagen, dass zwischen unserer absolut untersten Schmerzgrenze und dem höchsten Angebot der Kölner extrem viel dazwischen liegt. Aufgrund dessen haben wir gesagt, dass es keine Einigung gibt. Und die vertragliche Konstellation ist auch klar: Stöger hat noch ein Jahr Vertrag ohne Ausstiegsklausel bei uns und den gilt es zu erfüllen. Also gehen wir davon aus, dass er am 17. Juni zu Vorbereitungsbeginn weiter unser Trainer ist.

LAOLA1: Aber die Erfahrung wird Ihnen auch sagen, dass die Kölner ihr Angebot durchaus noch nachbessern könnten.

Kraetschmer: Wir haben natürlich unsere Telefonnummern und Mail-Adressen ausgetauscht. Wir haben aber auch klipp und klar gesagt, dass wir mit ihm langfristig arbeiten wollen, er einen Vertrag besitzt und das es deshalb ein sehr hoher Betrag sein müsste. Davon ist Köln aber weit entfernt. Deswegen wurden die Gespräche abgebrochen. Sollte Köln noch einmal kommen und nachbessern, sind wir Profis genug, um uns das noch einmal anzuhören. Aber beim aktuellen Angebot und unserer Mindestvorstellung gibt es keine Chance auf eine Einigung.

LAOLA1: Rechnen Sie damit, dass von den Kölnern noch einmal etwas kommt?

Kraetschmer: Ich kann es mir durchaus vorstellen. Aber es geht gar nicht darum, womit ich rechne. Wir haben unseren Standpunkt klar ausgedrückt. Das ist die Faktenlage. Alles andere ist Spekulation.

LAOLA1: Wie hat Stöger reagiert?

Kraetschmer: Wir hatten gestern ein sehr langes, persönliches Gespräch. Heute in der Früh hat er mich eben noch einmal kontaktiert, nachdem er offensichtlich in der Nacht oder in der Früh verbesserte Konditionen vorgelegt bekommen hat. Genau kann ich das nicht sagen, weil ich bei diesem Gespräch nicht dabei war. Er hat uns gesagt, dass die Aufgabe schon sehr reizvoll ist. Es gibt aber auch Planungen unseres Klubs. Und meine Aufgabe ist es, dass Beste für Austria Wien, nicht den 1. FC Köln, zu tun. Und auch klar ist: Verträge sind einzuhalten.

LAOLA1: Und wie geht es jetzt weiter?

Kraetschmer: Mal sehen, was noch passiert. Wir stehen ja nicht unter Druck, weil wir ja erst am 17. Juni wieder mit dem Training beginnen.


Das Gespräch führte Harald Prantl

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