Djuricins nächster Schritt

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Djuricins Entscheidung gegen das Geld

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Eine Hereingabe von linken Seite. Ein Vollspann-Schuss und drin ist das Ding in der kurzen Ecke.

Dem anschließenden Grinsen nach scheint Marco Djuricin bei seinem neuen Verein gut angekommen zu sein.

Der 22-jährige Stürmer wechselte im Winter innerhalb der Bundesliga von Sturm Graz zu Tabellenführer Red Bull Salzburg. LAOLA1 stattete dem gebürtigen Wiener im Trainingslager der Mozartstädter in Doha einen Besuch ab.

Im Interview erklärt er, dass er sich gegen ein finanziell lukrativeres Angebot entschieden hat und dass er es für übertrieben hält, nach den Abgängen von Kevin Kampl und Alan von einem Umbruch zu sprechen:


LAOLA1: Marco, was hat für Salzburg letztlich den Ausschlag gegeben?

Marco Djuricin: Ich hatte mich schon etwa zehn Tage davor entschieden. Auch wenn die Medien noch spekuliert haben, war für mich eigentlich schon klar, dass ich zu Salzburg gehe. Ich finde, dass der Schritt innerhalb der österreichischen Liga im Augenblick für mich der richtige ist. Da das Umfeld hier sehr professionell und noch einen Tick besser als bei den anderen Klubs ist, habe ich mich für Salzburg entschieden.

LAOLA1: Wie sehr hat sehr hat sich Brentford um dich bemüht?

Djuricin: Sie haben das Angebot jedesmal noch etwas erhöht. Aber im Endeffekt wollte ich noch nicht so auf’s Geld schauen und mich stattdessen weiter auf meine Entwicklung konzentrieren. Der Sprung innerhalb Österreichs war mir lieber, auch um vielleicht ins Nationalteam zu kommen. Das ist das Wichtigste für mich.

Djuricin (links) plantscht fortan in einem neuen Becken

LAOLA1:…und bei Salzburg spielt man sich eher in die Auslage, als bei einem englischen Zweitligisten.

Djuricin: Wenn du in der Premier League spielst, sieht dich Marcel Koller bestimmt, aber in der zweiten englischen Liga bist du eher weg vom Fenster. Da musst du schon wirklich sehr gut spielen.

LAOLA1: Wie sehr hat die Brentford gereizt? Schließlich spielen sie um den Aufstieg mit.

Djuricin: Der Reiz war auf jeden Fall da. Deswegen musste ich auch lange überlegen. Und London ist natürlich auch eine super Stadt. Letztendlich bin ich aber überzeugt, dass Salzburg die richtige Entscheidung war.

LAOLA1: Wie sind deine ersten Eindrücke von deinem neuen Verein?

Djuricin: Auch wenn jetzt zwei sehr gute Spieler den Klub verlassen haben, haben wir eine Top-Mannschaft. Wichtig für mich war auch, dass Salzburg immer international spielt. Von daher werden wir auf alle Fälle eine gute Rolle spielen.

LAOLA1: Wo steht man als Neuer in der Team-Hierarchie einer solchen Mannschaft?

Djuricin: Nicht so schlecht, weil sie mich kennen. Schließlich habe ich drei Spielen gegen Red Bull Salzburg dreimal getroffen (grinst). Ich bin gut aufgenommen worden und verstehe mich mit allen gut.

LAOLA1: Was hat dir Adi Hütter in den ersten Vier-Augen-Gesprächen mit auf den Weg gegeben?

Djuricin: Dass ich so spielen soll wie bei Sturm. Wenn es geht, soll ich mich noch weiter verbessern. Da gibt es ja noch einige Punkte, wie zum Beispiel robuster werden oder auch der linke Fuß.

LAOLA1:Salzburg hat zuletzt Schlüsselspieler verloren. Ist es angebracht, von einem Umbruch bei Salzburg zu sprechen?

Djuricin: Auch wenn ich erst seit kurzem hier bin, halte ich Umbruch für übertrieben. Ich denke, was passiert ist, ist ganz normal. Kevin Kampl, der DER Top-Spieler war, musste den nächsten Schritt gehen. Alan ist zwar einen anderen Weg gegangen, aber – nun gut – das muss man akzeptieren. Im Fußball trennen sich irgendwann einmal die Wege. Dafür haben jetzt andere Spieler die Möglichkeit, in ihre Fußstapfen zu treten, was wir hoffentlich auch machen werden.

LAOLA1: Siehst du dich vom Spielertyp her als vergleichbar mit Alan?

Djuricin: Schwer zu sagen, weil jeder seine Eigenheiten hat. Ich bin einer, der in die Tiefe geht und schnell den Abschluss sucht. Von daher sollte ich gut ins Salzburger System reinpassen, weshalb sie mich wohl auch geholt haben. Natürlich ist es für mich eine Umstellung, da wir hier ein extremes Pressing spielen. Das gefällt mir aber recht gut.

LAOLA1: Du hast schon in Deutschland gespielt. Möchtest irgendwann einmal wieder den Weg ins Ausland suchen?

Djuricin: Schon, aber obwohl es auch Angebote aus anderen Ligen gegeben hat, wollte ich das jetzt noch nicht. Zuerst heißt es für mich aber weiterentwickeln, um dann als gestandener Spieler einmal ins Ausland zu gehen.

Das Interview führte Reinhold Pühringer

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