"Nichts ist unmöglich, ich blicke positiv in die Zukunft"

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„Das Glück ist ein Vogerl“

Davon kann Torwart Manfred Razenböck ein Lied singen.

Vier Jahre ist der Oberösterreicher mittlerweile bei Wr. Neustadt, zum Beginn der Saison deutete alles darauf hin, dass es auch erstmals mit der Nummer eins klappen könnte. Doch das Schicksal hatte andere Pläne.

Eine Verletzung vor dem ersten Spiel und dem „Tor des Jahres“ von Konkurrent Jörg Siebenhandl, machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Kaum von der Verletzung wiedergenesen musste der mittlerweile 33-Jährige mit der Ersatzbank vorlieb nehmen. Bis zum heutigen Tag wartet er auf die Chance, seinen Traum zu verwirklichen und erstmals in der Bundesliga Einser-Goalie zu werden.

Doch wie allseits bekannt ist gerade auf einer Position des Torwarts eine Rotation eher selten, schon gar nicht, wenn keine Notwendigkeit besteht und Siebenhandl sich weiter in dieser Form präsentiert.

Ungeachtet dessen, lässt sich der Innviertler nicht von seinem Weg abbringen und weiß genau, wo er hingehört.

 

Wie er mit der schwierigen Situation umgeht und warum er nicht an Abschied denkt, erklärt Razenböck im LAOLA1-Interview:

LAOAL1: Manfred, die Wiener Neustädter sind neben der Admira und Ried mit Sicherheit die große positive Überraschung dieser Spielzeit. Wie hat Peter Stöger das hinbekommen?

Razenböck: Peter Stöger hat es geschafft, eine Mannschaft zu formen, die in jeder Bundesliga-Runde Punkte holen kann. Wir haben uns gut entwickelt und sind stabiler geworden. Es geht bei uns nicht von selbst, wir müssen permanent für unseren Erfolg arbeiten.

LAOLA1: Du warst Anfang der Saison als Nummer eins im Tor gesetzt, Siebenhandl nur als Nummer drei. Dann ist alles anders gekommen.

Manfred Razenböck: Ich hatte im Sommer das erste Mal die Chance in der Bundesliga die Nummer eins zu werden. Ich habe mich dann blöderweise verletzt und Jörg ist zum Zug gekommen. Er hat mit seiner ersten Partie und dem Tor alle überzeugt. Bis heute leistet er sich keine gröberen Fehler und hält für sein Alter sensationell. Für mich war und ist es natürlich bitter.

Günther Kreissl trainiert Razenböck

LAOLA1: Wenn du dir deine Zukunft ausmalen könntest, wie würde die aussehen?

Razenböck: Ich möchte auf jeden Fall noch zwei bis drei Jahre aktiv sein, egal ob Bundesliga oder zweite Liga. Danach sehe ich meine Zukunft eher im Tormanntrainer-Bereich. Das liegt mir und macht mir sehr viel Spaß. Den Jugendtrainer-Schein habe ich bereits. Es ist schön, meine Erfahrungen weitergeben zu können, die mir großartige Trainer, wie mein aktueller bei Wr. Neustadt, Günther Kreissl, mit auf den Weg gegeben haben. 

LAOLA1: Wo siehst du Wr. Neustadt am Ende der Saison?

Razenböck: Wir werden uns im Mittelfeld bewegen, bis jetzt ist es überraschend gut verlaufen. Wir sind ein tolles Team, verstehen uns untereinander sehr gut und versuchen das Maximum mit Peter Stöger und Co. herauszuholen.

 

Das Gespräch führte Patricia Kaiser

LAOLA1: Das ist eine schwierige Situation. Wie motivierst du dich?

Razenböck: Meine Familie gibt mir den notwendigen Rückhalt und die Sicherheit. Es ist richtig, viele zerbrechen an solchen Situationen. Doch unser Trainerteam gibt uns nie das Gefühl, unwichtig zu sein. Wir sind alle, ob wir spielen oder nicht, Teil dieser Mannschaft. Ich habe Spaß am Fußball, gehe gerne ins Training, versuche täglich meine Leistung zu bringen und warte geduldig auf meine Chance. Meine große Stärke ist es, dass ich am Punkt da bin. Wenn ich gebraucht werde, bin ich zu 100 Prozent bereit. Das habe ich in den letzten vier Jahren immer wieder gezeigt.

LAOLA1: Wird ein Wechsel nach deinem Reservisten-Dasein schwieriger?

Razenböck: Natürlich wäre es leichter sich bei jedem Spiel präsentieren zu können und zu zeigen, was man drauf hat. Aber ich habe nie aufgehört an mir zu arbeiten und an mich zu glauben. Es kennen mich sehr viele Leute, viele wissen was ich geleistet habe. Nichts ist unmöglich, ich blicke der Zukunft positiv entgegen.

LAOLA1: Dein Vertrag läuft noch bis Sommer. Gibt es schon konkrete Pläne?

Razenböck: Ich habe gerade ein Haus in Ried gekauft und lasse sportlich alles auf mich zukommen. Es kann sein, dass ich schon im Winter wechseln werde, man wird sehen wo es mich hinführt. Fakt ist, dass ich in den nächsten Jahren nach Oberösterreich zurückgehen werde.

LAOLA1: Du warst acht Jahre bei Ried unter Vertrag, ist eine Rückkehr vorstellbar?

Razenböck: Das kann ich mir sehr gut vorstellen, da ich mich in Ried sehr wohl gefühlt habe. Vielleicht ist es auch möglich, mich in der Akademie zu verwirklichen.

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