"Viele Fußball-Vereine sind völlig falsch aufgestellt"

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Fehlenden Tatendrang kann man Gerhard Goldbrich gewiss nicht attestieren.

Seit 1. Dezember ist der neue General Manager des SK Sturm offiziell im Amt. Seither sind unter anderem Dauerbrenner wie die Stadionfrage, die Akademie oder die Sponsoren-Diskussion ständige Begleiter. Ganz zu schweigen von „kleineren“ Brocken wie der Installierung eines Fanmanagers.

So nebenbei musste der neue starke Mann beim Grazer Traditionsverein auch noch für im Laufe des Herbsts oftmals vermisste Ruhe im Verein sorgen. Dabei mag die Winterpause geholfen haben, oder auch das „Drücken des Reset-Knopfes“, wie er es vergangenen Dezember nannte.

Im LAOLA1-Interview spricht Goldbrich über anstehende Projekte, das unruhige Sturm-Jahr 2012 und durchaus positive Positionskämpfe innerhalb des Vereins. Zudem erklärt er, warum und unter welchen Umständen Trainer Peter Hyballa durchaus poltern darf.

LAOLA1: Sie sind seit einigen Wochen offiziell im Amt. Worauf lagen bisher die Prioritäten?

Gerhard Goldbrich: Da gibt es viele! Ich konnte mir schon vor meinem Amtsantritt am 1. Dezember ein dreiviertel Jahr als Vorstand ein Bild machen und habe mir natürlich gewisse Philosophien und Visionen überlegt. Die erste Geschichte ist, dass du dir anschaust: Wie tickt jeder? Wie funktioniert alles? Wie laufen die Wege im operativen Tagesgeschäft? Weil das natürlich noch einmal anders ist als das, was man von außen mitbekommt. Sturm ist im Großen und Ganzen sehr gut aufgestellt. Wir haben super Mitarbeiter. Wenn man das in der richtigen Form ordnet, kann man wieder neue Projekte angehen. Jetzt muss man eben schauen, dass wir nicht den Fehler begehen, der oft im Management gemacht wird, dass man alles auf einmal anpackt und sagt: Da krempelt man jetzt um - sondern dass man sich ganz genau anschaut, was man tut. Diese Dinge haben wir auch schon zum Teil begonnen.

LAOLA1:Sie haben sich an die Spitze eines emotionalen Vereins begeben. Welchen Eindruck hatten Sie 2012 von der Außendarstellung Sturms?

Goldbrich: Letztes Jahr war es natürlich so, wie es jeder empfunden hat. Dafür sind wir als Vorstand geschlossen ein Stück weit mitverantwortlich, die eine oder andere Situation war nicht ganz glücklich. Wenn man beispielsweise den Abgang von Franco Foda hernimmt, muss man auch den Vorstand in die Pflicht nehmen. Da hätte Sturm in Person des Vorstands auch einmal etwas dazu sagen können, und nicht einfach Vorwürfe auf sich einprasseln lassen, obwohl nicht alle Vorwürfe richtig waren. Dann die Sache mit den beiden Geschäftsführungs-Kollegen. Es ist so gelaufen, wie es gelaufen ist. Ich habe mit Paul Gludovatz, der Anfang der 80er in der U15 und U16 einer meiner ersten Teamchefs war, nach wie vor ein super Verhältnis. Ich freue mich auch ständig, wenn ich Christopher Houben sehe. In Summe ist es schade, dass es in einem schwierigen Umbruchsjahr so gekommen ist, dass diese Leute nicht mehr beim Verein sind.

LAOLA1: Wo waren die Fehler? Hat man nicht beispielsweise Houben nach dem Gludovatz-Abgang ein wenig im Regen stehen lassen? Er musste beide Geschäftsführer-Jobs erledigen, noch dazu im Wechsel zwischen zwei Saisonen…

Goldbrich: Um ganz ehrlich zu sein: Einerseits steht es mir gar nicht zu, zu beurteilen, ob man Christopher im Regen stehen ließ - ganz haben wir ihn nicht im Regen stehen lassen, weil viele Leute, vor allem Aufsichtsratsvorsitzender Santner, Präsident Jauk oder meine Person, Christopher wirklich mit viel Arbeitszeit neben anderen Jobs unterstützt haben. Andererseits ist es leider so, dass er ein bisschen die Post mitgenommen hat. Im Nachhinein betrachtet: Wenn ein guter Spieler da ist, haben ihn auf einmal fünf Leute geholt. Wenn einer nicht eingeschlagen hat, bleibt es an dem hängen, der nicht mehr da ist. Ich will das nicht beurteilen. Wie er es empfindet, kann nur er selber sagen. Nachdem er sagt, er will nicht darüber reden, steht es mir schon gar nicht zu.

LAOLA1: Zum Beispiel?

Goldbrich: Die verschiedensten Dinge, um die es in einem Fußball-Verein geht. Kollege Christopher Houben hat vor mir ein sehr sportliches Budget gemacht, diesen Ball nehmen wir auf und schauen, dass wir es ins Trockene bringen. Da haben wir noch einiges zu tun. Dann steht die Umwandlung in die GmbHs an. Die Kampfmannschaft betreffend sind wir auf einem sehr guten Weg. Gewisse Dinge, die vielleicht notwendig waren, weil dem ganzen Konstrukt das eine oder andere Mal die führende Hand gefehlt hat, haben sich wieder gelegt. Inzwischen ist ein bisschen mehr Ruhe eingekehrt. Aber diese Ruhe ist eine dynamische Ruhe. Wir haben das Glück, dass wir keinen unmittelbaren Handlungsbedarf haben. Wir haben einen sehr guten Kader – im Winter musste keiner weg und es musste nicht unbedingt jemand her. Trotzdem haben wir überall unsere Fühler ausgestreckt, falls sich etwas ergibt. Und dann kommen eben einige Megaprojekte dazu.

LAOLA1: Eines dieser Megaprojekte ist bekanntlich die Stadion-Thematik…

Goldbrich: Das müssen wir machen. Vom ÖFB ist die Botschaft gekommen, dass wir im Europacup in der Gruppenphase laut UEFA-Vorgaben möglicherweise gar nicht in Graz spielen können. Das größte Problem ist das Flutlicht. Es ist wie bei einer Wohnung oder einem Haus: Nach 15 Jahren ist einiges zum Herrichten. Wenn du zu Hause vor 15 Jahren eine Couch gekauft hast, möchtest du heute auch nicht mehr darauf sitzen. In solch einem Zeitraum verändern sich auch die Befindlichkeiten der Fans, da musst du mit der Zeit gehen.

LAOLA1: Vor der Grazer Wahl hat die Bürgermeister-Partei wählerwirksam ihre Bereitschaft signalisiert. Ist diese nach der Wahl auch noch vorhanden?

Goldbrich: Bis jetzt schon. Grundsätzlich ist von der Politik auch nach der Wahl immer wieder betont worden, dass man das Stadionprojekt gleich angehen muss. Es liegt im Großen und Ganzen nicht mehr in unserer Hand. Wir haben wirklich alles gemacht, sind in Vorleistung gegangen. Wir haben Architekturleistungen eingebracht, waren von Basel bis Hamburg, um uns anzuschauen, wie man die Nordkurve möglichst kostengünstig erweitern kann. Dass wir nicht investieren können, da wir nur Mieter sind, ist auch klar. Das hat nicht nur einen finanziellen Hintergrund, sondern es wird kein Mensch in irgendetwas investieren, wo er kein Mitspracherecht hat.

Nicht nur Kampfmannschaft im Blick: Führungstrio Goldbrich, Tscherk, Tumani

LAOLA1: Interessant ist, dass es anstatt des ursprünglich geplanten Zweier-Modells nun ein Dreier-Modell mit Ihnen als General Manager plus zwei Geschäftsführern (Daniela Tscherk und Ayhan Tumani) braucht. Kann man Ihre Funktion als „Superkleber-Rolle“ bezeichnen, die sportlichen und wirtschaftlichen Bereich miteinander verklebt?

Goldbrich: Bei uns im Verein geht es ein Stück weiter als bei der Austria, wo es mit Kraetschmer und Parits gut funktioniert, sich die beiden aber sehr stark um die Kampfmannschaft kümmern. Es ist natürlich schon die Rolle des Bindeglieds. Es macht absolut Sinn, jemanden wie meine Person zu holen, der beide Seiten gut abdecken kann, weil die beiden Kollegen in der Geschäftsführung, die beide schwerst engagiert sind und einen sehr guten Job machen, erstmals in einer Führungsposition sind. Da prasselt das eine oder andere auf sie ein, das in dieser Form noch nicht da war. An der Spitze ist es nicht nur einsam, an der Spitze musst du auch entscheiden. Und wir haben zwei große Bereiche. Du brauchst einen sportlich Verantwortlichen, der sich darauf konzentrieren kann – aber nicht nur auf die Kampfmannschaft. Wir haben im Hearing vom Kollegen Tumani gehört, dass bei uns jeder Jugendspieler den Ball im Jahr 1000 Mal öfter berührt haben muss als jeder andere in Österreich. Das ist viel Arbeit.

LAOLA1: Genauso braucht es ein wirtschaftliches Pendant…

Goldbrich: Man muss sich ja nur anschauen, wie ein Fußballverein auf der wirtschaftlichen Seite aufgestellt ist. Wir haben ein Budget von plus/minus 12 Millionen Euro. Das muss ja irgendwoher kommen. In meinen Augen sind viele Fußball-Vereine völlig falsch aufgestellt. Ein Verein lebt von der Leistung der Kampfmannschaft, aber danach kommen gleich Marketing und Vertrieb. Aber nur sehr wenige haben Marketing- und Vertriebs-Leute. Es ist ein Klassiker, den ich zum Teil auch hier vorgefunden habe: Zwölf Leute – vom Vorstand über die Geschäftsführer über nahestehende Freunde und Experten – rennen um den einen Sponsor, der vielleicht 500.000 Euro bringt.

LAOLA1: Anstatt zu mehreren zu gehen und die Summe unter dem Strich zu erhöhen…

Goldbrich: Genau. Kriegen wir den Sponsor, schauen wir gut aus. Kriegen wir ihn nicht, haben wir vielleicht ein Problem. Ich komme aus dem Mediengeschäft. Warum haben wir bei der „Woche“ drei Jahre in Folge das beste Ergebnis der Geschichte geschrieben? Wenn mir ein Groß-Inserent mit dem Volumen von 350.000 Euro weggebrochen ist, war es irrsinnig traurig, aber keine Tragik. Denn ich habe darunter 400 Kunden gehabt, die mir zwischen 10.000 und 40.000 Euro gegeben haben. Das müssen wir bei Sturm auch hinbekommen, weil dann das Risiko überschaubar ist. Wenn ich einen Verkäufer hole, der mich im Monat 3000 Euro kostet, wird er mir diese Summe immer verkaufen – das sind - blöd gesagt - zwei, drei Inserate im „Sturm-Echo“. Aber wenn er mir drei, vier Sponsoren im Monat bringt, weil er zum Tischler in Eisenerz oder zum Elektriker in Leibnitz geht, bin ich auf der sicheren Seite. Diese Dinge hat man wirtschaftlich nie so betrachtet. Wenn ich in diese Richtung gehen will, brauche ich einen wirtschaftlichen Geschäftsführer, weil das natürlich auch Arbeit bedingt. Denn: Die Kunden müssen bereut werden.

Atmosphärisch gab es nach turbulentem Herbst Verbesserungsbedarf

LAOLA1: Selbst Hyballa weniger Wohlgesonnene anerkennen seine fachliche Kompetenz. Was zeichnet ihn Ihrer Meinung nach aus?

Goldbrich: Aus meiner Sicht ist er ein hervorragender, akribischer Arbeiter auf dem Platz. Genau, was Sturm gebraucht hat, was zu Sturm gehört, was Sturm im Namen hat – nämlich diesen Aufbruch, das Impulsive, das Dynamische – haben wir in ihm. Wann immer man mit Peter Hyballa redet, ist er definitiv ein Fachmann in Sachen Fußball. Da er sehr gut mit jungen Spielern umgeht, passt er natürlich von der Philosophie. Wir haben definitiv einen Trainer, auf den ich stehe. Mir ist 100 Mal lieber, wir können mit einem Augenzwinkern sagen, jetzt müssen wir wieder einmal ein Knopferl drücken, weil der Trainer halt einmal rauspoltert. Das soll schon so sein. Die Frage ist immer nur jene nach Form und Stil. Was ich nicht mag, ist, dass wir uns beim Rauspoltern intern dem einen oder anderen über die Medien gewisse Dinge ausrichten. Ich habe nichts dagegen, wenn wir rauspoltern: „Haltet euch an, Ihr Grünweißen, wir sind auf der Überholspur!“ Damit habe ich eine Gaudi.

LAOLA1: In der Herbst-Saison hatten einige über lange Jahre etablierte Kräfte, beispielsweise Christian Gratzei oder Manuel Weber, Probleme. Inwiefern dürfte der Kader in den kommenden Transferphasen umgebaut werden?

Goldbrich: Das ist eine Frage, die definitiv die sportliche Führung beantworten muss. Die muss Vorschläge machen. Dann werden wir weiterschauen. Was ich für bare Münze nehme und als Aussage definitiv als Benchmark hernehme, ist, dass der Trainer sagt, die Karten sind jetzt wieder neu gemischt. Das betrifft auch den Tormann, weil Sie Christian ansprechen. Der Trainer hat gesagt: „Wir stellen die leistungsstärkste Elf auf.“ Das ist das Einzige, was für mich zählt, und das werde ich mir ganz genau anschauen. Und das glaube ich dem Trainer auch, denn der Trainer will gewinnen. Er ist bei Sturm bei einer Top-Adresse in Österreich, hat alle Chancen und Freiheiten. Er wird den Teufel tun und nicht die beste Mannschaft aufstellen. Früher hatte im Fußball der Ältere ein Vorrecht. Es darf aber auch nicht sein, dass automatisch der Jüngere das Vorrecht hat. Auch der Junge muss sich beweisen. Der Beste soll spielen. Von einem Umbau weiß ich aber nichts.

LAOLA1: Im sportlichen Bereich haben mit Peter Hyballa und Ayhan Tumani zwei spannende Charaktere den Lead. Sie haben bereits kurz nach Amtsantritt verkündet, dass Sturm den „Reset-Knopf drücken“ müsse. Warum herrschte trotz sportlichen Erfolgslaufs Unruhe?

Goldbrich: Hätte ich nicht überall, wo ich hingekommen bin, gehört: „Man Hört! Man Hört! Man hört!“, hätte ich Anfang Dezember nicht mit der Reset-Knopf-Aussage rausgehen müssen. Bei Sturm hört man nämlich immer besonders viel. Wenn man sich die Außendarstellung in den letzten eineinhalb Monaten anschaut, ist es aber vielleicht gar nicht so blöd und auch ein Stück weit notwendig gewesen, dass der Reset-Knopf klare Botschaften beinhaltet hat. Denn wir sind jetzt doch um eine große Spur ruhiger geworden. Es herrscht aus meiner Sicht eine hervorragende Stimmung. Es macht mir richtigen Spaß, wenn ich Peter Hyballa zuschaue – nicht nur am Platz, sondern auch weil er aus meiner Sicht ganz anders, viel positiver als es zwischenzeitlich schon war, bei der Tür hereinkommt. Man merkt richtig, wie motiviert und gut drauf er ist. Vielleicht hat es auch dazu gehört, dass einfach eine Führung da ist, wie es in jedem Unternehmen notwendig ist. Dass man sagt: „Freunde, jetzt reißen wir uns alle wieder am Riemen und richten uns nicht alles über die Medien aus, sondern besinnen uns darauf, dass es hier nur eines gibt, nämlich Sturm Graz. Denn alles andere ist vergänglich. Dafür arbeiten wir und dafür verdienen alle – der eine mehr, der andere weniger – ein gutes Geld.“

LAOLA1: Täuscht der Eindruck, dass es hier um Sozialkompetenz-Probleme ging, sich nicht alle Parteien innerhalb des Vereins ins Auge schauen konnten?

Goldbrich: Ich habe es als „einmal hü, einmal hott“ empfunden. Vielleicht kann man das auch ein wenig der Lernphase zuschreiben, auch als Führungsfigur lernt man jeden Tag dazu. Damit meine ich nicht nur den Trainer, sondern auch mich selbst, da nehme ich gar keinen aus. Das berühmte Lied „Langsam wachsma zamm“ kommt ja nicht von irgendwoher. Auch hier ist es eine Geschichte, die einfach wachsen muss. Um ehrlich zu sein, als ich dann fix hier war, ist mir massiv aufgefallen: Man merkt gerade bei jungen Führungskräften, aber auch Mitarbeitern, dass gewisse Dinge schon auch Positionskämpfen zuzuschreiben waren. Wer hat jetzt wirklich den Lead? Wer hat das zu bestimmen? Wer darf das? Wer darf das nicht? Und wer darf dem anderen sagen: „Du nicht!“ So ein bisschen in diese Richtung habe ich das empfunden. Ich sage jedoch: Das ist normal. Ich kann das Wort Umbruch nicht mehr hören, denn wenn wir umgebrochen haben, sind wir hoffentlich fertig damit. Aber ich schreibe es schon ein gutes Stück dem Umbruch zu. Es ist halt so: Am Anfang muss sich jeder seine Position erkämpfen, was auch nicht immer nur negativ ist.

LAOLA1: Wenn ich Ihnen zuhöre, muss ich trotzdem auf die Superkleber-Rolle zurückkommen. Im Herbst war der Chef im Tagesgeschäft, der sagt, wo es lang geht, und der jemanden, der Blödsinn redet, in die Schranken weist, einfach nicht da…

Goldbrich: Das mit dem Blödsinnreden sehe ich gar nicht so, das ist für mich nicht so das Thema. Mir passt das auch, wenn der Peter einmal rauspoltert. Genau das ist nicht der Weg, wo ich hinwill: Im Tagesgeschäft darf mich eigentlich gar keiner brauchen. Dafür habe ich eine starke Geschäftsführerin in den Wirtschaftsbetrieben, die einen super Job macht. Dafür habe ich einen sportlichen Geschäftsführer, der vom Fünfjährigen bis zum 60-jährigen Platzwart verantwortlich ist. Mir geht es darum, dass ich die strategischen Linien vorgebe und dort, wo es notwendig ist, unterstütze – in der Öffentlichkeitsarbeit, in Verhandlungen, in wirtschaftlichen Fragen, bei der Budgetierung, bei allen Rechtsgeschichten und, und, und. Das ist der wesentliche Faktor, da müssen wir hin.

LAOLA1: Die Frage war eher darauf bezogen, dass der Kader wohl nicht in allen Bereichen den Anforderungen Hyballas entspricht…

Goldbrich: Klar hat jeder Trainer seine Vorstellungen, und die wird er uns präsentieren. Der Trainer wird aber niemanden alleine holen. Es gibt logischerweise eine Abstimmung mit Herrn Tumani, der als sportlicher Geschäftsführer verantwortlich ist. Und in letzter Konsequenz werden sie es mit mir abstimmen, weil ich der Letztverantwortliche im Verein bin. Ich sehe aber nicht die Notwendigkeit, dass wir einen Megaumbau machen müssen. Auch das mit den auslaufenden Verträgen sehe ich nicht so tragisch, denn so viele sind es von der Stammmannschaft auch wieder nicht. Und bei einigen, die immer wieder genannt werden, wie Christoph Kröpfl, haben wir ja eine Option.

LAOLA1: Nicht mehr im Kader steht Mario Haas. Ist sein neuer Aufgabenbereich inzwischen endgültig definiert?

Goldbrich: Meinem Freund Haasi wird es nicht langweilig werden. Er ist in der nächsten Zeit schon mit Terminen eingedeckt. Es wird eine Mischung aus Sponsoring/Marketing und Teammanagement sein. Der Haasi ist ein Vollprofi, wenn er in der Öffentlichkeit oder bei einem Sponsor auftritt. Er hat aber sicher auch viel zu lernen. Die Knochenarbeit, Konzepte zu entwickeln und dann auch die Unterschrift von einem Sponsor oder Partner zu kriegen, ist schon wieder ein Schritt mehr, den man lernen muss. Beide Seiten freuen sich irrsinnig darauf. Das Gesamtpaket seiner sportlichen Erfahrung, der Identifikation mit dem Verein, gepaart mit seiner Art, ist aus meiner Sicht eine klassische Win-Win-Situation, nämlich nicht nur für uns, sondern auch für ihn.

LAOLA1: Gehen wir davon aus, dass Sie Ruhe und Konstanz in den Verein bringen: Was soll Sturm unter Ihrer Führung erreicht haben, wenn Sie in fünf Jahren Zwischenbilanz ziehen?

Goldbrich: Die Ruhe und die Konstanz sind für mich das Wichtigste. Was ich nicht hören möchte, ist, dass ich in fünf Jahren sage, ich sei zufrieden. Denn wenn ich zufrieden bin, wäre es gescheiter, wenn ich in Pension gehe. Ich möchte mich in fünf Jahren im gleichen Büro wiederfinden und wieder große, schöne Ziele haben. Dass wir sportlich immer international dabei sein wollen und mit einem Auge Richtung Meistertitel schielen, muss der Ansatz sein. Das betrifft aber nicht nur die Kampfmannschaft – ich hätte auch eine Mega-Freude, wenn wir in der Damen-Bundesliga Meister werden würden. Zum anderen würde es mir riesigen Spaß machen, wenn ich lesen könnte, dass wir die beste Jugendarbeit in Österreich haben, und die Fans sagen, Sturm hat das beste Fan-Service in Österreich. Das wäre mir ein riesiges Anliegen. Wobei ich das eine oder andere schon schneller als in fünf Jahren erreichen möchte.

Das Gespräch führte Peter Altmann

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