"Gratzei muss nun Geduld haben"

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"Dann wird Okotie eine absolute Verstärkung sein"

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Mit fünf Punkten aus drei Spielen ist Sturm das bislang zweiterfolgreichste Bundesliga-Team in der Rückrunde – abgesehen der entfallenen Partien.

Plötzlich sind die Grazer wieder mittendrin im Titelkampf und lauern auf Position drei mit nur drei Punkten Rückstand auf Leader Rapid.

Die Mission Titelverteidigung ist neu entbrannt, vor allem weil Trainer Franco Foda erneut aus dem Vollen schöpfen kann und mit den Neuzugängen Okotie, Pavlov und Kröpfl noch Waffen in der Hinterhand hat.

Im Gespräch mit LAOLA1 nimmt der 45-jährige Deutsche zu den Leistungen Stellung, zieht Parallelen zum Vorjahr und verrät, warum sich Christian Gratzei noch gedulden muss.

LAOLA1: Zuletzt gab es zwei 0:0 gegen Rapid und Salzburg. Wie zufrieden sind Sie prinzipiell mit dem Rückrundenstart?

Franco Foda: Wir sind sehr gut in die Frühjahrssaison gestartet, haben noch kein Gegentor bekommen und fünf Punkte geholt. Vor allem die Punkte gegen die Mitkonkurrenten Salzburg und Rapid waren sehr, sehr wichtig. Deshalb läuft es im Moment bei uns positiv, aber es gibt noch viele Spiele zu absolvieren. Die Meisterschaft wird dann nach 36 Runden entschieden.

LAOLA1: Am Sonntag steht das Steirer-Derby an. Steckt mehr Brisanz dahinter als zuletzt?

Foda: Nein, es ist kein besonderes Spiel, aber in diesem Derby ist es wichtig, dass wir probieren, den ersten Auswärtssieg zu landen. Das wird natürlich schwierig, da sich Kapfenberg im Winter sehr, sehr gut verstärkt hat. Sie haben auch jetzt gegen Austria Wien gezeigt, dass sie gut Fußball spielen können. Aber nichts desto trotz schauen wir auf uns und konzentrieren uns, den ersten Auswärtssieg zu landen.

LAOLA1: Hat es Sie überrascht, wie Kapfenberg mit dieser veränderten Truppe auftritt?

Foda: Nein, ich kenne diese Spieler, die sie verpflichtet haben. Das sind alles Spieler, die schon auf sehr hohem Niveau gespielt haben. Somit bin ich davon ausgegangen, dass sie auf jeden Fall viel, viel besser als im Herbst sind. Dass es natürlich so schnell funktioniert, spricht natürlich für Trainer Thomas von Heesen.

LAOLA1: Ist das Auftreten ihrer Mannschaft schon so, wie sie sich das vorstellen?

Foda: In der Defensive waren wir in allen Spielen sehr kompakt und haben eigentlich sehr wenige Torchancen zugelassen. Wir hatten aber in allen Spielen, sowohl gegen Rapid als auch gegen Salzburg, gute Möglichkeiten, die wir nicht genützt haben. Insofern müssen wir natürlich weiter am Offensivspiel und der Chancenverwertung arbeiten. Aber in der Defensive sind wir kompakter geworden als im Herbst.

LAOLA1: Wie weit sind die Neuzugänge, um auch von Start weg ein Thema zu werden?

Foda: Rubin Okotie hat aufgeholt, er ist leider gleich in der ersten Woche mit Angina krank im Bett gelegen. Den Rückstand hat er jetzt mittlerweile aufgeholt. Er wird natürlich in den nächsten Spielen für mich ein Thema sein, keine Frage. Er ist ein sehr, sehr guter Spieler, der viel Potenzial besitzt. Das werde ich versuchen, bei ihm herauszukitzeln. Dann wird er für uns eine absolute Verstärkung sein. Pavlov und Kröpfl sind Spieler, die sicher auch die Chancen bekommen werden, hier bei uns zu spielen.

LAOLA1: Christian Gratzei ist wieder fit. Gibt es aufgrund der Leistungen von Cavlina überhaupt Grund zum Wechseln?

Foda: Cavlina hat dreimal zu Null gespielt und hat seine Sache sehr gut gemacht. Natürlich ist es so, dass Gratzei Nationaltorwart ist. Aber er muss jetzt Geduld haben, es fehlen ihm noch ein paar Prozent. Dass er jetzt vom Nationalteam zurückkommt, wird ihm sicher Selbstvertrauen geben. Wenn er dann wieder hundertprozentig fit ist, wird er natürlich auch spielen.

LAOLA1: Die Liga spielt momentan verrückt. Wie wirkt sich das auf Sturms Titelchancen aus?

Foda: Unser primäres Ziel ist natürlich zu probieren, nächstes Jahr auch international dabei zu sein. Das heißt wir wollen unter die Top drei. Wir wollen auch im Cup probieren weiterzukommen, vielleicht sogar ins Finale. Das sind unsere Ziele. Natürlich beinhaltet Platz eins bis drei auch den ersten. Wir haben es im letzten Jahr schon einmal bewiesen. Wir waren gerade im Frühjahr sehr konstant, besonders in den letzten Spielen. Die Meisterschaft bleibt sehr, sehr spannend. Alle Mannschaften von Platz eins bis sieben, auch Innsbruck, haben eine Chance auf den Meistertitel. Die Meisterschaft ist ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen. Insofern wird es bis zum Ende der Saison spannend bleiben.

LAOLA1: Im Verein ist zuletzt viel umstrukturiert und neubesetzt worden. Herrscht wieder die nötige Ruhe, um sich auf das Sportliche zu konzentrieren?

Foda: So viel ist nicht umstrukturiert worden. Bis jetzt wurde ein neuer Geschäftsführer installiert. Sturm war schon sehr gut aufgestellt, das darf man nie vergessen. Sonst hätte man in den letzten Jahren nicht diese sportlichen Erfolge feiern können. Aber es gibt natürlich immer Dinge zu verbessern. Je professioneller die Strukturen sind, desto besser. Aber Sturm ist schon sehr, sehr gut aufgestellt.

LAOLA1: Wann wird sich ihre Zukunft bei Sturm entscheiden?

Foda: Es wird weiterhin Gespräche geben und dann wird man sehen.


Das Gespräch führte Alexander Karper

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