Das Vertrags-Thema ist vom Tisch

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"Mir hat der unbedingte Wille gefehlt"

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Neun Siege aus den ersten elf Runden, kein Sieg aus den letzten acht Runden. Der Herbst des Wolfsberger AC war von den Ergebnissen her in zweigeteilt.

„Mir hat der unbedingte Wille gefehlt“, sagt Trainer Didi Kühbauer über die zweite Phase. Weil die „Wölfe“ aber trotzdem auf dem zweiten Platz überwintern, sei das Ziel, international zu spielen. „Was eine kleine Sensation wäre“, hält der Burgenländer im LAOLA1-Interview fest.

Neuer Vertrag bis 2016

Keine Sensation hingegen ist, dass sich Kühbauer dazu entschlossen hat, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem WAC zu verlängern. Während des Trainingslagers in der Türkei konnte sich Kühbauer mit Klub-Boss Dietmar Riegler auf einen neuen Vertrag bis Sommer 2016 einigen.

Der Klub-Boss erklärt: "Die Vorstellungen und Pläne von Dietmar Kühbauer decken sich mit unseren Plänen und wir sind mit seiner Arbeit natürlich sehr zufrieden. Es ist uns ein Anliegen, klare Verhältnisse zu schaffen, was wir mit der Vertragsverlängerung getan haben."

Kühbauer, der seit September 2013 im Amt ist, sagt: "Der WAC ist ein aufstrebender Verein, der in allen Bereichen wachsen will und auch wird. Da bin ich mir sicher. Was der Präsident und sein Team in so kurzer Zeit aufgebaut haben, ist großartig und ich will weiterhin ein Teil davon sein. Für mich war die Vertragsverlängerung nie ein großes Thema, weil ich mich auf das Sportliche konzentriere."

LAOLA1: Viel zwiespältiger als jene des WAC kann eine Herbst-Bilanz kaum ausfallen, oder?

Didi Kühbauer: Das stimmt. In den ersten elf Spielen waren wir auf einem unglaublichen Level. Ich habe aber immer gesagt, dass wir die Kirche im Dorf lassen müssen, dass das nicht immer so weiterlaufen kann. Dann ist bei uns Unsicherheit ins Spiel gekommen, wir haben uns etwas zusammengehaut. Trotz allem war es ein Top-Herbst. Der fahle Beigeschmack ist aber, dass wir in den letzten Runden nicht mehr voll punkten konnten. Da haben wir nicht mehr so als Mannschaft funktioniert wie zu Beginn.

LAOLA1: Hat es Sie enttäuscht, dass sich die Mannschaft nicht nach drei, vier Spielen aufrappeln konnte?

Kühbauer: Mir hat der unbedingte Wille gefehlt. Es ist zwar klar, dass Unsicherheit da war, aber für meine Begriffe haben wir uns zu leicht geschlagen gegeben. Wenn wir nicht physisch alles versuchen, sind wir leicht zu schlagen. Das hat mir am Schluss ein bisschen gefehlt.

LAOLA1: Gerade für Sie als Kämpfernatur muss das schwer zu verstehen sein, wenn sich die Mannschaft hängenlässt.

Kühbauer: Das Wort „hängenlassen“ kann ich so nicht stehen lassen. Es geht darum, dass sie aufgrund ihrer Unsicherheit speziell in der Offensive einen Sicherheitsgedanken in ihren Aktionen hatten. Das war das größte Problem, dass wir nicht mehr so nach vorne gespielt haben wie anfangs. Das hat nicht daran gelegen, dass sie nicht wollten, sondern daran, dass sie in der Defensive gut stehen wollten und davon ausgegangen sind, sowieso zu ihren Möglichkeiten zu kommen. Aber in der Offensive muss man die Bereitschaft zeigen, Wege in die Tiefe zu gehen und nachzurücken.

LAOLA1: Warum wird das im Frühjahr wieder funktionieren?

Kühbauer: Weil der Herbst vorbei ist. Die Vergangenheit wurde analysiert, da sollte man nicht mehr zu lange herumsuchen. Ich bin guter Dinge, wenn ich mir ansehe, wie sich die Jungs in der Vorbereitung präsentieren. Wenngleich das nichts darüber auszusagen hat, wie man in die Saison startet. Aber ich weiß, dass wir in Österreich jeden schlagen können.

LAOLA1: Das Spiel gegen die Austria wird in Klagenfurt stattfinden. Freuen Sie sich auf Klagenfurt?

Kühbauer: Das Stadion ist wunderbar. Aber uns muss das egal sein, der Fußball bleibt derselbe. Wir müssen ein gutes Spiel abliefern und wollen als Sieger vom Platz gehen. Die Austria hat sich gut verstärkt, wir müssen auf dem höchsten Level spielen, um zu gewinnen.

LAOLA1: Wie sieht das Saisonziel des WAC aus?

Kühbauer: Wir wollen beim Kuchen bleiben, solange es geht, also oben dabei bleiben. Trotz allem werden wir von Spiel zu Spiel denken. Durch die Drei-Punkte-Regel kann sehr viel passieren. Wir werden wieder Ups und Downs haben – hoffentlich mehr Ups. Aber das Ziel ist, international zu spielen, was eine kleine Sensation wäre.

LAOLA1: Was erwarten Sie von Neuzugang Herve Oussale?

Kühbauer: Er erhöht sicher den Druck auf die Stürmer. Er ist ein komplett anderer Spielertyp als die vorhandenen Stürmer. Er ist sehr giftig, aggressiv und geht jedem Ball nach. Ich will nicht mich nicht herstellen und sagen, wir hätten einen Topmann gekriegt, aber ich glaube schon, dass er uns helfen kann. Ich will keinen unnötigen Druck aufbauen, wir müssen ihn integrieren und ihm helfen, weil es ein Sprachproblem gibt. Wir werden ihm Zeit geben.

LAOLA1: Vom Spielertyp her klingt das ganz nach Issiaka Ouedraogo.

Kühbauer: Das ist wirklich so, sie sind sich sehr ähnlich. Solange sie am Platz stehen, sind sie auf 100 Prozent. So ein Spielertyp hat uns gefehlt. Wenn er Tore auch noch schießt, ist das die optimale Konstellation.

LAOLA1: Praktisch alle Teams schwärmen hier in der Türkei von den Trainingsmöglichkeiten. Vor allem die Plätze sind alle in einem ausgezeichneten Zustand.

Kühbauer: In Österreich ist das Problem generell, dass wir uns von den Trainingsbedingungen her verbessern müssen – nicht nur beim WAC, bei einigen Klubs. Für den Profi-Bereich gehören wirklich gute Plätze her. Da haben wir noch Aufholbedarf. Als Trainer wünscht man sich gute Plätze. Das heißt nicht, dass die Plätze generell schlecht sind, aber speziell gegen Ende der Herbstsaison waren die Plätze nicht mehr gut bespielbar. Wenn du als Mannschaft sowieso schon verunsichert bist, und du nicht nur mit dir selbst, sondern mit dem Platz auch noch zu kämpfen hast… Mir ist klar, dass das auch eine Geldfrage ist. Wir brauchen auch kein Trainingszentrum, aber ein Top-Platz zum Trainieren würde mir eine riesige Freude machen.

 

Das Gespräch führte Harald Prantl

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