Das Kartenhaus fällt zusammen

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Daxbacher: "Es war etwas kopflos"

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Ein 1:5-Debakel bei Meister Sturm – viel brutaler als die Austria kann man nicht von der Tabellenspitze geholt werden.

Speziell nach der Pause boten die Wiener eine inferiore Leistung. Der Grazer Goalgetter Roman Kienast wurde mit einem lupenreinen Hattrick zum Sargnagel der Veilchen.

Ein weiterer Tiefschlag, denn von den vergangenen acht Bundesliga-Partien konnte die Austria nur eines gewinnen.

Im LAOLA1-Interview versucht der enttäuschte Trainer Karl Daxbacher eine Erklärung für diese herbe Abfuhr zu finden.

LAOLA1: Herr Daxbacher, können sie sich an eine ähnlich hohe Niederlage als Austria-Trainer erinnern?

Karl Daxbacher: Ja, wir haben einmal in Salzburg ebenfalls mit 1:5 verloren.

LAOLA1: Haben sie eine Erklärung für diese desaströse zweite Hälfte?

Daxbacher: Aufgrund der ersten Hälfte eigentlich nicht. Wir haben vor der Pause eine ordentliche Leistung abgeliefert, waren die dominante Mannschaft mit einem Übergewicht im Mittelfeld. Wir konnten sogar einen Rückstand egalisieren. Der schnelle Treffer nach Seitenwechsel hat uns aus der Bahn geworfen. Danach darf man nicht so offen agieren und dem Gegner derart viele Räume geben. Es ehrt die Mannschaft, dass sie das Spiel unbedingt umdrehen will, aber es war etwas kopflos. Dann kommt so ein Resultat heraus.

LAOLA1: Wie beurteilen sie die Leistung des Innenverteidiger-Duos Wallner/Dilaver?

Daxbacher: Es muss die komplette Mannschaft zusammenarbeiten. Die beiden haben vor der Pause eine ordentliche Leistung geboten. Nach der Pause ist aber alles zusammengefallen, wie ein Kartenhaus. Das Debakel spiegelt aber bestimmt nicht das Leistungsverhältnis beider Teams wider.

LAOLA1: Hat ihre Mannschaft speziell in der zweiten Hälfte die Anstrengungen der letzten Wochen gespürt?

Daxbacher: Nein. Sturm ist in der gleichen Situation. Wir hatten eine Woche Zeit, um uns auf die Partie vorzubereiten. Darin sehe ich kein Problem. Uns hat vielmehr der Rückstand dazu verleitet, zu offensiv und zu ungeduldig zu spielen.

LAOLA1: Nur ein Sieg in den letzten acht Bundesliga-Spielen: Wie groß ist der Ärger über diese Ausbeute? Heuer hätte man sich leicht absetzen können…

Daxbacher: Wir sollten nicht immer von absetzen reden, denn die anderen Mannschaften haben dasselbe Problem gehabt und genauso die Punkte liegengelassen. Wenn man es eben nicht schafft, auch Heimspiele zu gewinnen, dann kann man nicht verlangen, dass man ganz vorne ist. Gegen Sturm war es natürlich sehr bitter, aber nichtsdestotrotz bin ich von der Qualität der Mannschaft überzeugt. Wir werden aufstehen und weiter kämpfen.

LAOLA1: Ist es ein Vorteil, dass bereits am Donnerstag das EL-Duell gegen Malmö am Programm steht und man das 1:5 gar nicht lange verarbeiten kann?

Daxbacher: Man wird sehen, ob es ein Vorteil ist. Wir müssen uns einfach der nächsten Aufgabe stellen und wollen alles versuchen, um den Aufstieg zu schaffen.

LAOLA1: Wird Georg Margreitter bis dahin wieder fit sein?

Daxbacher: Es könnte sich ausgehen. Er hat positive Signale gegeben.

LAOLA1: Florian Mader ist kurzfristig ausgefallen. Wie steht es um ihn?

Daxbacher: Florian hatte die ganze Woche Rückenprobleme, konnte aber die letzten zwei Tage schmerzfrei trainieren. Am Vormittag ist es wieder akut geworden. Er wollte spielen, doch beim Aufwärmen hat man gemerkt, dass es nicht geht.

Das Gespräch führten Martin Wechtl und Peter Altmann

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