"Ich würde sofort wieder ins Ausland gehen"

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Ein Jahr ist es her, dass Daniel Wolf seine Rückkehr nach Österreich feierte.

Nach fünf Saisonen in Italien heuerte der 26-Jährige im Jänner 2011 bei seinem Stammverein Admira an.

Das Engagement entpuppte sich jedoch als Missverständnis, denn der Mittelfeldspieler wurde von Trainer Didi Kühbauer kein einziges Mal eingesetzt.

„Ich glaube, dieser Transfer war nicht mit dem Trainer abgesprochen“, berichtet der Blondschopf. Im Sommer gingen die beiden Parteien daher wieder getrennte Wege und Wolf schloss sich dem SC Wr. Neustadt an.

Ein Entschluss, den er bis heute nicht bereut hat. „Ich bin froh, einen Klub wie Wr. Neustadt gefunden zu haben. Hier ist ein super Trainer am Werk, der auf mich baut.“

Im LAOLA1-Interview spricht der achtfache ÖFB-Nachwuchs-Teamspieler über die Ambitionen der Neustädter, seine Zeit in Italien und seine neue Rolle als „Leitwolf“.

LAOLA1: Seit einiger Zeit rollt die Kugel wieder. Die Vorbereitung ist voll im Gang. Wie läuft es bis jetzt?

Daniel Wolf: Sehr gut. Wir haben die drei Wochen Urlaub gut genützt, um wieder Energie zu tanken. Der Trainer hat uns ein Heimprogramm mitgegeben. Das dürften alle Spieler gut umgesetzt haben. Jeder ist mit voller Kraft dabei. Aktuell trainieren wir sehr viel mit dem Ball. Das macht natürlich viel Spaß.

LAOLA1: Wr. Neustadt galt vor der Saison als Fixabsteiger. Wie groß ist die Genugtuung, dass ihr diese Behauptung klar widerlegt habt?

Wolf: Wir haben diesen Aussagen nie Glauben geschenkt. Die Mannschaft kennt ihre Qualität. Es war klar, dass nicht alles sofort nach Wunsch verläuft, schließlich sind wir ein sehr junges und zusammengewürfeltes Team. Mit unserer Hinrunde können wir dennoch zufrieden sein. Jetzt wollen wir ein noch besseres Frühjahr hinlegen.

LAOLA1: Wo ist deiner Meinung nach noch Verbesserungs-Potenzial vorhanden?

Wolf: Man kann sich überall verbessern. Die Mannschaft ist jung und lernwillig. Wir wollen uns jedes Spiel weiterentwickeln. Das ist unser Ziel.

LAOLA1: Du bist 2006 mit 21 Jahren nach Italien gegangen. War es damals der richtige Schritt?

Wolf: Auf jeden Fall. Es war damals auch eine andere Situation. Als ich gewechselt bin, ist Italien gerade Weltmeister geworden. Im ganzen Land herrschte eine unglaubliche Euphorie. Das hat sich mittlerweile jedoch geändert. Momentan gibt es sehr viele Geldprobleme. Ich würde den Schritt aber jeder Zeit wieder wagen.

LAOLA1: Welche Erfahrungen konntest du sammeln?

Wolf: Es waren fünf tolle Jahre. Ich habe mich nicht nur sportlich sondern auch menschlich irrsinnig weiterentwickelt. Ich konnte eine neue Kultur kennenlernen, habe eine neue Sprache gelernt. Ich hatte echt eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte.

LAOLA1: Gegen Ende deines Italien-Aufenthalts bist du fast nicht mehr eingesetzt worden. Was ist in Piacenza passiert?

Wolf: Es hat mit meiner schweren Kniescheiben-Verletzung angefangen. In dieser Zeit gab es einen Trainerwechsel. Der neue Coach hat gleichzeitig ein paar Spieler mitgenommen und mit mir nicht mehr geplant. So ist eben das Fußballgeschäft. Ich würde aber alles genauso wieder machen.

LAOLA1: Die Vereinssuche in Österreich entpuppte sich dann als steiniger Weg…

Wolf: Ich habe zunächst bei Austria und Rapid vorgespielt. Doch ein Engagement scheiterte. Die Admira wollte mich dann unbedingt zurück haben. Ich weiß aber nicht, ob das mit Trainer Kühbauer abgesprochen war – schließlich bin ich in dem halben Jahr kein einziges Mal zum Einsatz gekommen. Umso froher bin ich, dass ich einen Verein wie Neustadt gefunden habe. Hier ist ein super Trainer am Werk, der auf mich baut.

LAOLA1: Du zählst in Wr. Neustadt trotz deiner erst 26 Jahre zu den erfahrensten Spielern. Verlangt Trainer Stöger von dir spezielle Führungs-Qualitäten?

Wolf: Ich glaube schon, dass wir „älteren“ Spieler gefordert sind. Wir wollen und müssen die Jungen führen.  Der Trainer gibt uns auch einen gewissen Rückhalt. Wir schauen, dass wir unseren Youngsters so viel wie möglich mitgeben. Den Rest müssen sie selbst machen (lacht).

LAOLA1: Ist es ein schönes Gefühl, eine Leitfigur zu sein?

Wolf: Ja natürlich. Wir müssen uns aber von Spiel zu Spiel beweisen und auch im Training Gas geben. Es gibt kein Freilos für die sogenannten Routiniers.

LAOLA1: Nach einem eher holprigen Start ist es für dich mit Fortdauer der Meisterschaft immer besser gelaufen…

Wolf: Nach der Sommer-Vorbereitung hatte ich einen kleinen Einbruch – auch, weil ich davor lange nicht gespielt habe. Ich konnte aber mein kleines Tief recht schnell überbrücken. Gegen Ende des Jahres bin ich eigentlich kontinuierlich zum Einsatz gekommen. Der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt. Es braucht eben auch Zeit und Spielpraxis.

LAOLA1: Dein Vertrag  läuft im Sommer aus. Wie geht es weiter?

Wolf: Das stimmt. Es gibt jedenfalls eine Option auf eine weitere Saison. Demnächst wird es Gespräche mit der Vereinsführung geben. Dann wird man weitersehen. Irgendwann würde ich gerne noch einmal ins Ausland wechseln. Das war meine schönste Zeit und kann nur das Ziel eines jeden Fußballers sein.

Das Gespräch führte Martin Wechtl

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