Karrieren-Retter Didi Kühbauer

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"Viele wollten einfach nur noch abkassieren"

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Mit 25 Jahren ist Bernhard Schachner ein Urgestein der Admira.

Mit sechs Lenzen schnürte der Mittelfeldspieler erstmals seine Schuhe in der Südstadt, bis auf ein halbjähriges Gastspiel in Schwadorf war der Blondschopf immer Admiraner.

„Ich habe hier wirklich schon vieles mitgemacht“, lacht Schachner im Gespräch mit LAOLA1.

Es ist daher auch nicht die erste Bundesliga-Saison für den Spielankurbler, bereits 2003/04 debütierte er als 18-Jähriger – beim 3:1-Sieg auswärts gegen Rapid. Sein damaliger Trainer: Bernd Krauss.

Mehr als sieben Jahre später gelang Schachner sein erster Bundesliga-Treffer, zuletzt am Samstag beim 4:2-Sieg über Meister Sturm, der den Erfolgslauf der Südstädter sensationell prolongierte.

Im LAOLA1-Interview spricht der Bundesliga-Torschütze über Euphorie, das bezahlte Lehrgeld Trenkwalders und warum Trainer Didi Kühbauer auf ihn setzt und Walter Schachner damals nicht.

LAOLA1: Erstes Bundesliga-Tor und das gleich gegen den Meister. Das vergisst man wohl nicht so schnell.

Bernhard Schachner: Natürlich. Das war etwas Besonderes, aber viel wichtiger war unser Auftreten als Mannschaft und das wir gewonnen haben. Ich bin prinzipiell kein Goalgetter, aber dieses Tor wollte ich unbedingt machen.

LAOLA1: Erst die Austria auswärts 4:2 geschlagen, dann Sturm mit demselben Ergebnis. Ihr habt nur am ersten Spieltag verloren, mischt oben mit. Warum?

Schachner: Wir versuchen einfach gegen jede Mannschaft zu gewinnen, egal wer uns gegenübersteht. Zuletzt haben wir gegen zwei spielstarke Mannschaften gespielt und das macht es auch für uns einfacher, weil wir mehr Räume bekommen haben als gegen Mattersburg oder Kapfenberg. Unsere größte Stärke ist aber mit Sicherheit das Kollektiv und die Einsatzbereitschaft eines jeden für den anderen. Der Trainer stellt uns zudem immer gut ein und kann einen sehr gut motivieren. Er versucht das Maximum herauszuholen und das gelingt ihm bislang ganz gut. Es ist natürlich auch eine Euphorie da, vielleicht haben uns die Gegner auch ein wenig unterschätzt, wobei ich nicht glaube, dass Sturm das getan hat. Mittlerweile müssten schon alle gewarnt sein vor uns.

LAOLA1: Apropos Euphorie: 8000 Zuschauer zuletzt in der Südstadt. Schon einmal erlebt?

Schachner: Vor ein paar Jahren gab es Gratis-Eintritt und da war auch die Hölle los. Da haben wir auch gute Spiele gemacht und gewonnen. Es ist aber scheinbar nicht so leicht, in der Südstadt Zuschauer anzulocken. Umso schöner war die Kulisse am Samstag.

LAOLA1: Ihr seid eine sehr junge Mannschaft, die die Liga aufmischt.

Schachner: Wir sind ziemlich jung und das muss tatsächlich kein Nachteil sein. Vielleicht merkt man in manchen Spielen etwas die fehlende Erfahrung, aber dafür zeichnen uns eben andere Dinge aus, die Teams mit gestandenen Spielern nicht haben. Wir selbst haben eine gute Mischung, unsere erfahrenen Routiniers spielen sehr gut und sind super Vorbilder.

LAOLA1: Du giltst als einer der Lieblingsschüler von Didi Kühbauer. Woher rührt das?

Schachner: Wir verstehen uns sehr gut, er hätte mich aber gerne noch lauter und selbstbewusster. Ich glaube, es gefällt ihm, wie ich spiele. Es gibt einfach Trainer, die stehen auf einen und andere schießen dich ab. Das ist im Fußball immer wieder zu sehen.

LAOLA1: Du bist mit einer halbjährigen Ausnahme immer schon bei der Admira gewesen. Ich nehme an, du hast einiges zu berichten…

Schachner: Absolut (lacht). Ich habe wirklich vieles mitgemacht. Konkurs, Pleiten, Abstiege etc.  – es ist schön, dass der Verein jetzt wieder oben ist, zumal die Admira ein Traditionsklub ist. Das Umfeld ist top und der Verein ist am aufsteigenden Ast.

LAOLA1: 2008 hat die Ära Trenkwalder in der Südstadt eingesetzt. Wie blickst du bislang auf sie zurück?

Schachner: Herr Trenkwalder hat sehr viel Geld investieren müssen und hat am Anfang sehr viel Lehrgeld bezahlt. Dass es jetzt geklappt hat, ist umso erfreulicher. Schließlich wurde das Budget gekürzt. Es freut ihn ganz besonders, dass es jetzt geklappt hat und wir bislang eine gute Rolle spielen. Das ist die Krönung.

LAOLA1: Es hat wieder einmal gezeigt, dass Altstars alleine nicht den gewünschten Erfolg bringen müssen.

Schachner: Es waren sicher viele Spieler da, die einfach nur noch abkassieren wollten. Das war der falsche Weg, vor allem für die zweite Liga. Da geht es mit solchen Spielern noch weniger, denn da wird mehr gelaufen als Fußball gespielt. Auf die Jugend zu setzen, war der richtige Schritt.

LAOLA1: Scheinbar auch auf die Trainer-Jugend. Denn Heinz Peischl und Walter Schachner erzielten im Gegensatz zu Didi Kühbauer nicht den gewünschten Erfolg.

Schachner: Didi Kühbauer war ein Glücksgriff. Er ist noch immer ein sehr junger Trainer, hat vor der Übernahme der Kampfmannschaft eineinhalb Jahre die Amateure geleitet und holt nun mit der Ersten denselben Erfolg heraus.

LAOLA1: Du warst bei den Profis, dann bei den Amateuren, seit Kühbauer der Coach ist wieder bei den Profis. Bring bitte Licht ins Dunkel.

Schachner: Ich wurde zu den Amateuren versetzt, was mich natürlich sehr enttäuscht hat. Dann sind auch noch zwei Knieoperationen dazugekommen, das war schon eine schwierige Zeit und in der habe ich auch überlegt, ob ich meine Profi-Karriere überhaupt fortsetzen soll. Mit Didi Kühbauer ist es aber wieder bergauf gegangen, er hat mir auch wieder Hoffnung gegeben und gesagt, ich solle es noch ein Jahr probieren. Dann ist der Aufschwung wieder gekommen.

LAOLA1: Du wurdest vom damaligen Trainer Walter Schachner zu den Amateuren versetzt. Schachner und Schachner haben also nicht harmoniert.

Schachner: Nicht wirklich.

LAOLA1: Was war los?

Schachner: Er ist gekommen und nach zirka zwei, drei Wochen hat er mich zu den Amateuren geschickt. Das war es auch schon wieder. Es ist eben so, wie vorher gesagt: Der eine Trainer sieht etwas in einem, der andere nicht. Ich war natürlich unzufrieden mit der Situation, aber ich werde jetzt auch keinen Trainer deswegen schimpfen.


Das Gespräch führte Bernhard Kastler

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