Erfolgsgarant Nummer eins

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Kofler: "Wir sind eine eingeschweißte Truppe"

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Zwei Spiele. Sechs Punkte. 8:1 Tore.

Während arrivierte Bundesliga-Klubs ihren Saisonstart gehörig verpatzten, startet der Wolfsberger AC so richtig durch.

Einem 4:1-Auftaktsieg bei der Admira folgte eine 4:0-Lehrstunde für die Wiener Austria.

Alexander Kofler, die neue Nummer eins im Tor der Kärntner, steht bei LAOLA1 Rede und Antwort zum aktuellen Höhenflug der Lavanttaler.

LAOLA1: Gratuliere zum überragenden Saisonstart. Habt ihr euch in Wolfsberg selber so stark eingeschätzt?

Alexander Kofler: Der Saisonstart war natürlich super. Es ist immer toll, wenn man mit zwei Siegen startet. Wir haben uns schon gedacht, dass wir heuer eine gute Rolle spielen können, weil wir eine eingeschweißte Truppe sind und auch das Gefühl hatten, dass hier etwas im Entstehen ist. Aber dass man mit zwei Siegen startet, kann man nie vorhersagen. Das ist anfangs immer eine Standortbestimmung, weil man nie weiß, wo die anderen stehen. Über die zwei Siege sind wir sehr glücklich und die kann uns keiner mehr nehmen. Jetzt schauen wir, dass wir die Leistung bestätigen können und wir uns in den nächsten Spielen so gut wie möglich präsentieren.

LAOLA1: Es waren keine knappen Siege. Unter anderem ein 4:0 gegen die Wiener Austria, die kaum zu einer Torchance gekommen ist. Wie kann man eure Philosophie erklären, wie wollt ihr spielen?

Kofler: Gegen die Austria hat es einige Situationen gegeben, die uns in die Karten gespielt haben. Wie zum Beispiel der Ausschluss oder die Tore zur richtigen Zeit. Das hat man am Spielverlauf gesehen, das war schon günstig. Wobei man sagen muss, dass wir sehr gut gespielt haben. Auch mit zehn Leuten kann von der Austria mehr kommen. Im Sommer hatten wir viele Abgänge und Neuzugänge. Wir haben viele Spieler neu dazubekommen, die hungrig sind und wir haben uns schnell neu zusammengefunden. Mit den Erfolgen steigt das Selbstvertrauen und dann kommt so ein Spiel wie gegen die Austria zustande. Jetzt müssen wir schauen, dass wir nicht abheben sondern am Boden bleiben, damit wir die Siege bestätigen und eine gute Saison weiterspielen.

LAOLA1: Du spielst als Stammtorhüter heuer eine wesentliche Rolle. Hat sich deine Beförderung abgezeichnet, oder kam die Entscheidung von Didi Kühbauer überraschend?

Kofler: Ich habe letzte Saison gegen Austria Wien eine Chance vom Trainer bekommen, da habe ich eine gute Partie gespielt. Dann hat sich Christian Dobnik verletzt und ich habe die Saison zu Ende spielen können. Dabei habe ich eine ganz gute Leistung erbracht. Dadurch hat der Trainer gesagt, dass der Kampf ums Leiberl im Sommer bei 50:50 steht. In der Vorbereitung haben wir beide gute Leistungen gebracht und es war eigentlich nie abzusehen, wer spielen wird. Letzlich hat eine Bauchentscheidung des Trainers den Ausschlag für mich gegeben. Darüber bin ich sehr happy und jetzt versuche ich, das mit guten Leistungen zurück zu zahlen.

LAOLA1: Du bist mit 1,94m um einiges größer als dein Konkurrent Christian Dobnik (1,80m). Glaubst du, das war ausschlaggebend?

Kofler: Nein, das glaube ich nicht. Christian hat die Saison davor als kleinerer Torwart auch gute Partien gespielt und genauso hat er unter dem vorigen Trainer gute Leistungen erbracht. Ich glaube nicht, dass es der ausschlaggebende Punkt war. Ich weiß nicht, was den Trainer dazu bewogen hat, sich für mich zu entscheiden. Ich bin natürlich nicht unglücklich darüber. Christian und ich haben beide eine super Vorbereitung gemacht, generell mit dem Torwart-Trainerteam und dem dritten und vierten Torwart. Ich glaube, das sieht man auch am Platz.

LAOLA1: Als welchen Torwart-Typ würdest du dich selbst bezeichnen, soweit man das heutzutage, wo man ja sehr flexibel sein muss, überhaupt noch beurteilen kann?

Kofler: Meine Stärken liegen unter anderem im Spiel mit dem Ball. Ich bin ein sehr mitspielender Tormann, der auch teilweise versucht, risikoreich weiter vorne zu agieren, um auch mal eine Flanke oder einen Ball in die Tiefe abfangen zu können. Da probiere ich auch, mich immer zu verbessern.

LAOLA1: Letzte Saison hat Grödig vorgemacht, dass der Weg für vermeintliche Underdogs nach oben offen ist. Wo soll es bei euch hingehen, habt ihr euch ein Ziel vorgegeben?

Kofler: Unser Ziel ist, dass wir uns in keiner Partie verstecken wollen. In Österreich sind bis auf Salzburg alle schlagbar. Das kommt natürlich auf die Tagesverfassung an und wie wir in jede Partie hineingehen. Wenn man alles abruft und in jeder Partie an seine Grenze geht, dann kann man gegen jeden Gegner gewinnen, wie man auch am vergangenen Wochenende gegen Austria Wien gesehen hat. Unser Anspruch ist es, dass wir diese Leistung jede Woche abrufen. Was unter dem Strich rauskommt, sieht man dann am Ende der Saison. Wir müssen schauen, dass wir bei dieser Leistung bleiben und uns nicht nach zwei Partien ausruhen.

LAOLA1: Wie motiviert euch Didi Kühbauer? Hält er den Ball flach oder versucht er, euch immer weiter zu pushen?

Kofler: Der Trainer hat schon letztes Jahr immer betont, dass jeder Gegner schlagbar ist, wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen. Das haben wir auch letzte Saison gezeigt, als wir gegen Salzburg gewonnen sowie gegen Austria und Rapid immer gut ausgesehen haben. Er hat damit nicht unrecht, denn die österreichische Liga ist bis auf Salzburg ganz eng beieinander. Die heben sich wirklich ab, aber sonst liegt es an der Tagesverfassung. Das impft der Trainer uns tagtäglich ein.

LAOLA1: Der WAC ist nach Austria Lustenau deine zweite Profistation. Was sind für dich die größten Unterschiede zu den Vorarlbergern?

Kofler: Hier geht alles schneller. Bundesliga ist halt doch Bundesliga. Aber auch in Lustenau hatten wir drei Jahre lang eine gute Zeit und waren immer sehr knapp am Aufstieg dran, als wir Vierter, Dritter und Zweiter geworden sind. Leider haben es immer Kleinigkeiten oder das fehlende Glück ausgemacht. Ansonsten gibt es keine allzu großen Unterschiede, beide sind sehr familiär geführte Klubs. Bei diesen Teams kann man sich sehr wohlfühlen. Der größte Unterschied ist, dass der WAC damals den Sprung in die Bundesliga geschafft hat, was uns leider verwehrt geblieben ist.

LAOLA1: Austria Lustenau erwartet man ja jedes Jahr in der Bundesliga und irgendwie gelingt es dann doch nicht. Wann schaffen sie es deiner Meinung nach?

Kofler: Ich glaube, dass sie heuer eine ganz gute Mannschaft haben. Leider braucht man für den Aufstieg auch immer das Quäntchen Glück. In den drei Jahren wo ich draußen war, hatten wir immer eine Halbsaison sensationell gespielt und die andere Halbsaison war durchwachsen. Schlussendlich hat es nie gereicht. Dieses Jahr haben sie aber eine super Truppe und sind ganz gut gestartet.

LAOLA1: Am Sonntag kommt es zum Spitzenspiel gegen Grödig. Tabellenzweiter gegen Dritter, wie hört sich das an?

Kofler: Das ist sicher ein Spitzenspiel, zudem auch das Livespiel. Wir werden schauen, dass wir wieder unser Maximum abrufen können und sie in Bedrängnis bringen. Letztes Jahr haben wir in Grödig leider zweimal verloren, aber warum sollten wir dort heuer nicht Punkte machen. Wenn wir an unsere bisherige Leistung anknüpfen können, ist sicher etwas drin.

LAOLA1: Dich verbindet mit Grödig ein besonderes Erlebnis. Noch als Lustenau-Torhüter hast du dich vor dem Grödig-Spiel verletzt. Als dann auch noch dein Vertreter ausgeschlossen wurde, musste ein Feldspieler ins Tor.

Kofler: Das habe ich natürlich noch in Erinnerung. Damals hatte ich Probleme mit dem Rücken und habe das Spiel zuhause verfolgt. Als das passiert ist, hat sich Christoph Stückler ins Tor gestellt. Das passiert nicht alle Tage. Der hält dann auch noch einen Elfmeter und wir verlieren trotzdem unglücklich. Wer weiß, wie die Meisterschaft ausgegangen wäre, hätten wir diese Partie gewonnen. Das war schon ein einmaliges Erlebnis.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch!

 

Das Interview führte Niki Riss

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