Zur Lage der Liga

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Zur Lage der Liga: Das sagen die Klub-Vertreter

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Am Samstag schlägt das heimische Fußball-Herz wieder höher.

Rapid eröffnet am Valentinstag mit dem Heimspiel um 16 Uhr gegen Ried die Frühjahrssaison der Bundesliga.

Ab 18:30 Uhr geht es in Wiener Neustadt (gegen Salzburg), Grödig (gegen Sturm) und Altach (gegen Admira) weiter.

Am Sonntag schließen dann der Wolfsberger AC und die Austria (15:30 Uhr) den Spieltag ab. Unter der Woche trafen sich zehn Repräsentanten der Klubs zum traditionellen Kickoff vor dem Frühjahrs-Auftakt.

Die Bundesliga in Person von Präsident Hans Rinner bilanzierte bei den Terminen in Salzburg und Wien zufrieden.

„Wir haben das Tal der Zuschauerzahlen nach oben verlassen“, freut sich der Steirer über den Anstieg von 5,5 Prozent (auf 6.643 Fans) im Vergleich zum Vorjahr. Ziel für 2020 sei ein Schnitt von 10.000 Fans.

Bundesliga ist „begeistert“

Zum anderen ist Rinner hinsichtlich der vor etwas mehr als einem Jahr gestarteten Infrastruktur-Offensive „begeistert“. Um die 100 Mio. Euro sollen demnach investiert werden.

„Man kann den Vereinen nur gratulieren“, so Rinner.

Diesmal wurden nicht die Trainer, sondern Sportchefs oder andere Vertreter zu den beiden Saisonstart-Pressekonferenz eingeladen. Grund genug, sich der Lage der Liga zu widmen und die aktuelle Situation bewerten zu lassen. LAOLA1 stellte dabei zwei Fragen.

Frage 1: Wie sehen Sie die aktuelle Gesamtsituation der Bundesliga?

Frage 2: Ist die zweite deutsche Liga eine Gefahr oder ein Vorbild für die österreichische Bundesliga?*

* ÖFB-Präsident Leo Windtner merkte in diesem Kontext im September 2014 an: „In der zweiten deutschen Bundesliga ist das Österreicher-Element so groß wie nie. Das waren alles solide Leistungsträger unserer Klubs. Das ist ein Aderlass, den wir auch spüren. Natürlich ist es ein Thema des Geldes. Jeder will im Land des Weltmeisters spielen, aber wir dürfen die Augen nicht verschließen. Wir müssen unsere Ausbildungs-Philosophie weitergehen. Aber wir müssen versuchen, die Spieler mehr in unserer Liga zu halten."

JOCHEN SAUER, Geschäftsführer FC Red Bull Salzburg

„Im Moment ist die Liga sportlich absolut interessant, um den zweiten Platz ist etwa ein großer Kampf ausgebrochen. Das führt sportlich dazu, dass bis zum Ende alle Punkte holen wollen und möglicherweise näher an uns heranrücken. Ansonsten gibt es sicher weiter großes Verbesserungspotenzial. Viele Vereine haben gemerkt, dass sie infrastrukturell einfach etwas machen müssen. Das ist sehr wichtig. Da hinken wir auch noch der einen oder anderen Liga – Schweiz, Portugal, Belgien, etc. – hinterher. Nicht jedes Spiel an diesem Wochenende war vorab gesichert und drei Stadien ohne Rasenheizung zeigen, dass wir da noch Nachholbedarf haben. Ich glaube aber, dass wir mit den ganzen infrastrukturellen Themen das Produkt Fußball schon ein Stück weit nach vorne bringen. Auf der anderen Seite steht etwa der LASK in Liga zwei vorne. Wenn solche Vereine nach oben kommen, hätten wir auch das Potenzial, die Liga ein bisschen größer zu machen. Es gibt genügend Mannschaften, die dann mithalten könnten.“

„Ich glaube nicht, dass die zweite Liga eine Gefahr ist. Aber da sind wir genau bei dem Thema: Die zweite deutsche Liga wird auch deswegen stark wahrgenommen, weil sie sich die letzten Jahre entwickelt hat. Irgendwann war sie tot. Man hat an einigen Schrauben gedreht und die Liga attraktiver gemacht. Ich habe mir aber auch diese Woche 1860 München gegen Heidenheim angesehen. Wenn ich das Niveau dort sehe, dann gibt es in Österreich einige Mannschaften, die deutlich attraktiver spielen. 21 Österreicher spielen in der zweiten deutschen Liga, mit elf auch viele in der Bundesliga. Das zeigt, dass wir hier gute Arbeit leisten. Die Spieler aus Österreich sind begehrt. Und klar, für den einen oder anderen ist die zweite deutsche Liga als Sprungbrett attraktiver. Es gibt aber keinen Konkurrenzkampf mit ihr. Als Vorbild kann sie auf jeden Fall dienen, um die Anstrengungen hierzulande weiter voranzutreiben.“

CHRISTIAN PUFF, Vizepräsident Wolfsberger AC

„Das Liga-Format ist für diese Zeit das beste. Es wird alles immer professioneller, die Infrastruktur-Offensive wird unterstützt und das ist auch notwendig, um einen gewissen Standard zu erreichen. Alle Vereine sind bestrebt, diesen Standard zu erhöhen. Es geht um Zuschauerzahlen und dafür muss die Qualität im Stadion angehoben werden. Unsere Vorbilder sind hier die Deutschen. Wenn die Leute sehen, dass die Infrastruktur und das Drumherum passen, dann ist das automatisch ein Familienfest. Nicht nur die Hardcore-Fans kommen, sondern auch jene, die eine schöne Veranstaltung sehen wollen. Das ist auch die Mehrheit, denn das Fan-Potenzial ist begrenzt. Man muss auf den allgemeinen Zuseher gehen und ihm gewisse Dinge bieten.“

„Ich glaube, die zweite deutsche Liga ist keine Gefahr. Sie ist natürlich vom gesamten finanziellen Aspekt sehr attraktiv. Da spielen Vereine mit, die schon oben dabei waren. Da passt die ganze Infrastruktur. Einige Spieler werden die zweite deutsche Liga bevorzugen, aber ich glaube nicht, dass unsere Top-Spieler dann dorthin gehen.“

GEORG ZELLHOFER, Sportdirektor SCR Altach

„Es ist schwer zu beurteilen. Ich sehe etwa bei Rapid, dass man ein tolles Stadion baut. Das ist für mich das Wichtigste. Ich kann keine Familien einladen, wenn ich den Komfort- und den Sicherheitsstandard nicht habe. Alle sagen, wie toll die zweite deutsche Liga mit 30.000 Zuschauern ist. Aber da geht es um die Stadien. Da reichen ja hierzulande auch welche für 8.000 bis 10.000 Zuschauer und man kann das Produkt genauso gut verkaufen. Das Problem ist: Die Klubs werden das Finanzielle alleine nicht stemmen können. Wenn ich von Altach spreche, sind wir von der Eigenleistung her am Limit. Aber ich kann auch nicht von einer 6.000-Einwohner-Gemeinde verlangen, ein Stadion für 20 Millionen Euro zu bauen. Man braucht die Unterstützung von mehreren Seiten, um auf Dauer in der Bundesliga dabei zu sein.“

„Ich sehe sie nicht als Gefahr, denn finanziell können wir da nicht mithalten. Wir haben schon Probleme, mit deutschen Drittligisten mitzuhalten. Vereine wie Austria und Rapid haben auch Probleme, Spieler langfristig zu halten. Junge Spieler gehen auch keine langfristigen Verträge mehr ein. So ist es schwer, eine Mannschaft länger zusammenzuhalten, die international schlagkräftig sein kann – mit Ausnahme von Salzburg vielleicht. Aber auch die müssen Spieler abgeben. Auf der anderen Seite: Das Ausbildungsland Deutschland ist riesig. Sie haben ja auch etwas nachholen müssen und haben Akademien gebaut. Da kommt enorm viel heraus und das bringt man in Deutschland alleine gar nicht unter. Vielleicht ist da auch für uns in Österreich etwas dabei.“

ANDREAS MÜLLER, Sportdirektor SK Rapid Wien

„Wir sind auf einem guten Weg, man könnte aber sicher noch etwas mehr auf das Gaspedal drücken, was die Infrastruktur betrifft. Das ist ein wichtiger Schritt für die Bundesliga, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Anstrengungen werden unternommen. Wir bei Rapid haben ein Jahrhundertprojekt angestoßen.

GERHARD GOLDBRICH, General Manager SK Sturm Graz

„Von der sportlichen Performance, wie Fußball gespielt wird, sind wir am richtigen Weg. Von den Maßnahmen her, was vor allem die Infrastruktur betrifft, auch. Wo wir vielleicht noch nicht am richtigen Weg sind, betrifft die öffentliche Meinung sowie die öffentliche Hand, die dafür mitverantwortlich sind, dass Fußball auch zum Erlebnis wird. Da geht es auch um das Ambiente in der heutigen Zeit. Da hinken wir Österreicher sicher noch etwas hinterher. In der Schweiz etwa ist Fußball ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Da sollte man auch bei den politisch Verantwortlichen in die Richtung denken, dass ein entsprechendes Ambiente hierher gehört. Die großen Städte in Österreich verdienen ein ordentliches Stadion.“

„Die zweite deutsche Liga ist sportlich gesehen kein Vorbild. Da wären wir schon eher ein Vorbild für sie. Wo natürlich die Lücke extrem auseinanderklafft, vielleicht nicht ganz für Klubs wie Salzburg, Rapid und die Austria, ist das Gehaltsniveau in der zweiten deutschen Liga. Da können wir bei den guten Spielern mit dem oberen Drittel nicht mithalten. Es besteht die Gefahr, dass die Lücke weiter auseinanderklafft. In Deutschland und England gehen die TV-Gelder weiter nach oben, bei uns nicht. Da läuft man dann ständig Gefahr, dass die Spieler wegen finanziellen Aspekten abwandern.“

Das hätte uns auch keiner zugetraut. Wenn man als Verein so eine Vorreiterrolle in diesem Punkt einnimmt, dann ziehen auch viele Vereine nach. Ich spüre eine Aufbruchstimmung. Der österreichische Fußball wird durch eine verbesserte Infrastruktur für die Zuschauer attraktiver, für die Medien wird es noch interessanter, dann kommen die Sponsoren und Partner, die wir brauchen, um Dinge umsetzen zu können. Ich bin positiv gestimmt, was die Zukunft angeht. Das geht aber sicherlich nicht von heute auf morgen. Das ÖFB-Team, das wichtig für die Bundesliga ist und sich ziemlich sicher für die Europameisterschaft qualifizieren wird, ist auch ein wichtiges Zugpferd für die Liga. Auch deswegen werden wir eine positive Zukunft haben."

„Ich denke, wir sollten nicht immer den Fehler machen und uns mit dem großen Bruder aus Deutschland vergleichen. Wir sollten andere Länder zum Vergleich heranziehen.“

FRANZ WOHLFAHRT, Sportdirektor FK Austria Wien

„Das kann ich jetzt noch nicht beantworten, weil ich auch nicht alle Informationen der anderen Klubs habe. Ich will nicht respektlos sein, aber es ist auch nicht mein Thema. Unser Thema ist Austria Wien und kurzfristig so schnell wie möglich erfolgreich zu sein, aber auch längerfristig. Da haben wir mit der wirtschaftlichen Abteilung auch etwas Großes vor, was die Infrastruktur betrifft. Das ist schon fest in Planung. In erster Linie müssen wir uns als Verein entwickeln.“

„Warum ist die eine Gefahr? Es ist doch toll, wenn wir Spieler ausbilden, die zu Top-Klubs in die zweite deutsche Bundesliga wechseln. Wir müssen uns schon auch eingestehen, dass Vereine wie Kaiserslautern auf einem sehr hohen Niveau stehen. Wir müssen aber auch nicht alles kopieren. Wir müssen unsere eigenen Wege gehen, unsere eigene Philosophie haben. Ich habe großen Respekt vor großen Klubs aus der zweiten deutschen Liga, auf der anderen Seite sehe ich aber auch den Wechselversuch von Heinz Lindner nach Spanien – zu einem Verein, wo man nicht weiß, wie es weitergeht. Das wäre Schwachsinn gewesen und da reden wir von einer ersten Liga.“

CHRISTIAN HAAS, Sportlicher Leiter SV Grödig

„Ich finde die Infrastruktur-Offensive sehr gut, auch was die Rasenheizung betrifft. Ich spreche aber auch für Grödig und als solcher Verein ist das nicht so einfach zu stemmen. Wenn ich höre, dass Ried und Altach viel Unterstützung von Land und Gemeinde bekommen – die kriegen wir auch, aber ich glaube, andere mehr. Eine Rasenheizung wird 500.000 Euro kosten und das ist für uns sehr viel Geld. Spätestens 2016/17 muss sie gemacht werden. Wir haben Probleme mit den Zuschauern und Sponsoren. Es ist nicht so einfach, dass man beides bekommt. Da tun wir uns nicht so leicht wie andere Vereine. Was das Ligen-Format betrifft, haben wir uns als Bundesliga so entschieden. Da sollte man auch nicht jedes halbe Jahr darüber diskutieren.“

„Da muss ich wieder in erster Linie von Grödig ausgehen: Wenn ein Spieler ein Angebot aus der zweiten deutschen Liga hat, dann wird er dort mehr verdienen als hier bei uns. Wie das bei den Top-Vereinen in Österreich ist, weiß ich nicht. Vom Sportlichen her ist die zweite deutsche Liga sicher nicht besser als die österreichische Bundesliga. Viele Spieler wollen aber dorthin, um den Sprung nach Deutschland zu schaffen. Das ist ein anderes Kaliber, das ist ganz klar.“

STEFAN REITER, Sportchef SV Ried

„Man darf grundsätzlich nicht vergessen, dass der Prozess der Weiterentwicklung schon länger andauert, speziell was die Infrastruktur betrifft. Aber man darf auch nicht in Träume verfallen, dass alles von heute auf morgen geht. Fakt ist, dass in den vergangenen 30 Jahren hinsichtlich der Stadion-Infrastruktur relativ wenig passiert ist. Die Ursachen liegen jetzt nicht sieben oder acht oder zehn Jahre zurück, sondern noch länger. Das müssen wir aufholen. Die jetzigen Verantwortlichen müssen die Fehler der Vorgeneration aufarbeiten.

ALEXANDER FRIEDL, General Manager FC Admira Wacker Mödling

„Ich bin mit dem Ligen-Format sehr zufrieden, da gibt es andere, negativere Stimmen. Aus Sicht der Admira bin ich zufrieden, weil auch das wirtschaftlich beste Format gewählt wurde. Ansonsten kann man auch mit der Entwicklung der Bundesliga zufrieden sein. Die Infrastruktur-Offensive ist sicher positiv, obwohl es für Vereine wie der Admira nicht einfach ist. Diese Maßnahmen kosten einfach viel Geld, die Admira ist angewiesen auf Bund und Land. Alleine ginge das sicher nicht. Der gesamtheitliche Trend stimmt.“

„Mit der zweiten deutschen Bundesliga sollte man sich nicht vergleichen. Welche Städte, Vereine mit welchen Stadien da mitspielen. Wenn ein Spieler ein Angebot aus der zweiten deutschen Bundesliga hat, ist das eine Ehre und logisch, dass der Spieler dort hingeht. Die zweite deutsche Liga sollte Vorbild sein, damit wir dorthin kommen, wo sie schon längst ist.“

Die wirtschaftliche Kraft der Vereine alleine gibt das aber nicht her, das ist nicht nur in Österreich so, sondern auch in England, Deutschland, Spanien oder Italien. Da brauchst du massive Unterstützung der öffentlichen Hand, auch in den größeren Ländern. Fußball ist Lebensgefühl, ist Teil der Kultur, das zu jedem Land gehört und muss auch dementsprechend in der Infrastruktur unterstützt werden.“

„Durch die TV-Verträge, die sechs bis sieben Mal so hoch sind wie in der österreichischen Bundesliga, ist die zweite deutsche Liga wirtschaftlich so aufgerüstet worden, dass wir sie ohnehin nicht mehr einholen können. Wir müssen aufpassen, dass uns nicht auch die dritte deutsche Liga davongaloppiert. Deutschland ist generell zehn Mal so groß, diesen Gegebenheiten muss man sich auch stellen. Unser ‚Nachteil‘ ist, dass wir ebenso Deutsch sprechen und durch die Medien ‚zugemacht‘ werden. Das war schon immer so. Wir müssen unsere Rahmenbedingungen klar verbessern, da haben wir nach wie vor Nachholbedarf, müssen konsequent daran arbeiten. Dann können wir den Abstand halten, aber aufholen ist sowieso unmöglich. Das kann auch nicht das Ziel sein.“

GÜNTER KREISSL, Sportchef SC Wiener Neustadt

„Alle zehn Bundesliga-Vereine sind extrem tüchtig und arbeiten sehr genau. Von dem her wäre es um jeden schade, der verloren geht. Es warten in der zweiten Liga Traditionsvereine wie LASK, Wacker oder St. Pölten, die neutral gesehen einer Bundesliga gut tun würden. Das wird sich auf natürlichem Wege regulieren. Man muss aber auch einmal eine Lanze für die kleineren Vereine brechen. Es ist nicht die Schuld von Altach, WAC, Grödig oder Wiener Neustadt, dass gewisse Traditionsvereine es nicht geschafft haben, sich zu stabilisieren. Die, die jetzt da sind, kämpfen darum, ihren Status zu halten. Die Gesamtentwicklung in Österreich ist zufriedenstellend. Sie ist weder überragend, noch schlecht. Ein Gradmesser dafür sind auch immer wieder die internationalen Erfolge, speziell im Europacup. Das war in den letzten Jahren durchaus in Ordnung.“

„Die zweite deutsche Liga sehe ich überhaupt nicht als Gefahr. Sie hat sich fantastisch entwickelt. Stefan Maierhofer ist auch in die zweite englische Liga gewechselt. Das sind fantastische Ligen, die von der Infrastruktur, von den Zuschauerzahlen, vom ganzen Drumherum über unsere Bundesliga zu stellen sind. Das ist überhaupt keine Schande, weil ein ganz anderer Markt vorhanden ist. Jeder Spieler hat nur eine Karriere und es sei jedem vergönnt, wenn er etwa bei Fortuna Düsseldorf, Union Berlin, Kaiserslautern oder Nürnberg spielen kann. Dann rücken hierzulande junge Spieler nach. Österreich hat ein sehr gutes Akademie-Konzept, wodurch jedes Jahr neue Spieler nachdrängen. Das passt für mich.“

LAOLA1-Fazit:

Die Bundesliga mit Präsident Hans Rinner an der Spitze zeigt sich, wie ganz oben zu lesen, zufrieden, doch das grenzt fast schon an zu viel Selbstzufriedenheit. Dass die Zuschauerzahlen wieder etwas in die Höhe gehen, war nach dem Tief vergangenen Saison (u.a. mit einem gewissen Manipulationsskandal) nicht die größte Errungenschaft in der 40-jährigen Geschichte der Liga. Dass ein Viertel aller neuen Spieler im Winter aus der Ersten Liga kamen, ist bei mangelnder Finanzkraft auch nicht weiter überraschend. Positiv anzumerken ist sicherlich die Tatsache, dass sich in einigen Bereichen etwas tut, vor allem in der Infrastruktur. Das geben die Klubvertreter auch gerne wieder. Dafür braucht es aber auch das liebe Geld. Einige Vereine fühlen sich hörbar benachteiligt, was die öffentliche Zuwendung betrifft. Hinsichtlich der zweiten deutschen Liga sehen die Klubs keine Gefahr, eher ein Vorbild. Deutschland sei Deutschland und Österreich müsse sich an andere Länder orientieren. Einzig die riesige Lücke hinsichtlich der TV-Gelder stimmt nachdenklich. "Stillstand als Rückschritt" scheint sich aber in den Köpfen festgesetzt zu haben, muss es auch. Denn der Weg ist noch ein langer. Zumindest wird er aber merkbar gegangen.

 

Bernhard Kastler

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