"Ich muss lauter werden"

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„Cookie“ rufen ihn seine Kollegen in der neuen Heimat.

„Cookie“ nennt ihn auch Trainer Heimo Pfeifenberger, wenn er über ihn spricht.

„Der Cookie ist ein einfacher Typ, der sehr gut zu diesem Verein passt. Hier kann er sein, wie er ist“, sagt der Coach der Wiener Neustädter.

Der „Cookie“, das ist Matthias Koch. Und der „Cookie“ fühlt sich nach kurzer Zeit tatsächlich schon richtig wohl bei seinem neuen Klub.

„Das ist alles sehr familiär hier. Ob innerhalb der Mannschaft oder auch das Betreuerteam – alle kommen sehr gut miteinander aus“, meint er.

"Ich muss ja nicht herumschreien"

Aber so, wie er ist, will er eigentlich gar nicht mehr sein. Der 25-Jährige will mehr sein. Er soll auch mehr sein.

„Ich soll im zentralen Mittelfeld eine Führungsrolle übernehmen“, fasst der Vorarlberger die Anforderungen des Trainers in wenigen Worten zusammen. Aus dem Mitläufer soll ein Leader werden.

„Ich muss lauter werden“, sagt Koch. einfach so seinen Charakter, seine Art zu verändern, ist jedoch kein einfaches Unterfangen. „Aber ich versuche, in diese Rolle reinzuwachsen. Ich arbeite daran, die Mannschaft führen zu können. Ich muss ja nicht herumschreien, aber einfach mehr mit meinen Mitspielern sprechen, ihnen helfen, mehr Kommandos geben.“

Gut, dass der Mittelfeldspieler an seiner Seite einen Routinier hat, der durchaus als einer der besten Anführer unter den Bundesliga-Kickern beschrieben werden kann: Peter Hlinka. „Von ihm kann ich sehr viel lernen. Zu so einem Spieler kann man nur aufschauen“, so Koch.

"Ich habe mich nicht wirklich durchgesetzt"

Doch bevor der Blondschopf das Projekt Leader in Angriff nimmt, muss er erst einmal seinen eigenen Rhythmus wiederfinden. Denn viel gespielt hat er zuletzt nicht. In der Vorsaison waren es sieben Liga-Spiele von Beginn an für den SK Sturm.

„Klar, ich habe mich nicht wirklich durchgesetzt. Aber wenn mich der jeweilige Trainer gebraucht hat, war ich immer da. Und ich nehme mit, dass ich international gespielt habe – diese Spiele waren Highlights“, blickt er auf die zwei Jahre in Graz zurück.

Dort war das Umfeld nicht ganz so familiär: „Die Kontinuität hat nicht gepasst. Wir als Mannschaft haben aber immer versucht, das auszublenden. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass es beim SK Sturm in den vergangenen zwei Jahren drunter und drüber gegangen ist, dass oft Chaos geherrscht hat. Ich denke, die sind jetzt aber auf einem guten Weg.“

Auf diesem sieht er sich auch selbst: „Mir war wichtig, dass ich wieder mehr Spielzeit bekomme. Ich will fixer Stammspieler in der Bundesliga sein und mich hier weiterentwickeln. Deswegen ist Wiener Neustadt das richtige Pflaster für mich.“

Der „Cookie“ scheint sein Plätzchen gefunden zu haben.


Harald Prantl

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