Will denn keiner Patrick Bürger?

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"Werden nicht einen Konkurrenten stärken"

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Patrick Bürger ist kein Lautsprecher.

Der 25-Jährige fällt im Training des SV Mattersburg nicht mit großen Ansagen auf, er macht nicht die Scherze, er jubelt nicht lauthals über Treffer – er ist sozusagen kein Ilco Naumoski.

Der Sturmpartner des Mazedoniers konzentriert sich in aller Ruhe auf seine fußballerischen Fähigkeiten und passt wohl gerade aufgrund dessen so gut zum SVM. Doch wie lange noch?

Fakt ist: Bürger gehört zu den Top-Torjägern der Bundesliga, erzielte 2010/11 im Kampf gegen den Abstieg 14 Treffer, eine Saison später während eines ähnlichen Saisonverlaufs ein Dutzend Tore.

Mehr als eine Lebensversicherung

Nicht umsonst hat sich der Burgenländer in den vergangenen beiden Saisonen den Beinamen „Lebensversicherung“ in Mattersburg erarbeitet. In dieser Spielzeit hält der Angreifer nach einem traumhaften Auftakt für seine Mannschaft bei drei Treffern in sieben Pflichtspielen.

Nicht außer Acht gelassen werden darf dabei seine Anzahl an Assists: Vergangene Saison legte Bürger sieben Mal einen Treffer auf, heuer auch schon bereits drei Mal. Und nicht zuletzt: Er ist Teamspieler.

ÖFB-Teamchef Marcel Koller berief den kopfballstarken Angreifer Ende Mai für das freundschaftliche Doppel gegen die Ukraine (3:2) und Rumänien (0:0) erstmals ein, zuletzt auch vor dem 2:0 gegen die Türkei und nun für Österreichs WM-Qualifikations-Eröffnung gegen Deutschland in Wien.

„Das war immer mein Traum und jetzt muss ich einfach weiter konstant meine Leistungen bringen, damit ich bleibe“, so Bürger, mit dem Koller vor allem im Mai viel gesprochen hatte, fokussiert.

Pucher, der gewiefte Taktiker

Ähnlich verhält sich der robuste Stürmer, wenn es um seine nähere Zukunft geht. „Ich konzentriere mich voll auf Mattersburg“ und „Im Fußball ist alles möglich, schauen wir mal“ – das sind die Kernaussagen, wenn Bürger über mögliche Transfers spricht.

Transparenz ist diesbezüglich unter den Pappeln tabu.

„Wir sprechen nicht über Laufzeiten von Verträgen“, lässt sich Manager Ernst Simmel auch nach Jahren nicht von der Vereinslinie abbringen.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage: Warum auch?

Obmann Martin Pucher gilt als gewiefter Taktiker, was Verhandlungen betrifft. Noch für den Wechsel vom Mattersburger Aushängeschild Christian Fuchs von Mainz zu Schalke wurde Geld an den Klub überwiesen. Der nunmehrige ÖFB-Kapitän wechselte bereits 2008 (!) ins Ausland zu Bochum.

Bei Spielern wie Bürger oder Manuel Seidl wird wohl nicht anders gehandelt werden. Zumal es für die Ostösterreicher hörbar nur Sinn macht, Spieler ins Ausland zu transferieren. „Wir werden ja nicht einen Konkurrenten stärken“, hört man etwa im Verein.

Nur ein Top-Klub würde jetzt etwas ändern

Noch ist das Transferfenster wenige Tage offen. Sowohl Simmel als auch Trainer Franz Lederer („Es wird auch nichts mehr passieren, das ist Fakt“) schlagen in dieselbe Kerbe. Unmöglich sei aber nichts.

„Wenn jetzt irgendein Top-Klub a la Liverpool eine riesige Summe herknallen würde, dann würde es wohl passieren. Aber das wird es nicht, deswegen habe ich es auch nicht im Hinterkopf“, so Lederer.

Irgendwann wird es aber über die Bühne gehen, denn der Trainer weiß um die Stärken seiner beiden Stars: „Sie haben Karrieren vor sich.“

Und auch bereits am Laufen.

 

Bernhard Kastler

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