Viel Chaos, wenig Geld

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Wackers Trainersuche: Viel Chaos, wenig Geld

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Kaspar Plattner hatte sich die Trainer-Suche wohl etwas einfacher vorgestellt.

Der gute Name, die große Tradition, das vielversprechende Umfeld samt Bundesliga-Flair sollten eigentlich genügen, damit Interessenten dem Wacker-Obmann die Tür einrennen.

Und an potenziellen Kandidaten mangelte es auch tatsächlich nicht.

Angeblich haben sich weit über 30 Fußball-Lehrer und solche, die es gerne wären, angeboten.

Unter anderem sollen prominente Namen wie Stefan Effenberg, Lothar Matthäus und Giuseppe Giannini dabei gewesen sein.

Kein Geld für einen Trainer

Was Plattner und der Wacker-Vorstand aber offenbar nicht bedacht haben: Den Nachfolger von Walter Kogler gibt es nicht gratis.

Der gute Name, die große Tradition und das vielversprechende Umfeld samt Bundesliga-Flair alleine reichen nicht, das liebe Geld spielt wie in fast allen Bereichen eine große Rolle.

Nur fehlt dem FC Wacker eben genau das, um einen neuen Trainer nach Innsbruck locken zu können.

Dazu kassiert Ex-Coach Kogler weiterhin seine Bezüge – und das sind Gerüchten zufolge 12.000 Euro brutto im Monat plus Auto und Wohnung.

Streiter hätte zurückgesteckt

Für einen neuen Übungsleiter bleibt somit kaum etwas übrig, wie auch Top-Kandidat Michael Streiter leidvoll erfahren musste.

„Meine Forderungen waren nicht unverschämt“, erklärt der 46-Jährige in der „Tiroler Tageszeitung“, „aber es kann nicht sein, dass ich Einbußen im Vergleich zu Horn in Kauf nehme, obwohl die Aufgabe eine Liga höher eine ungleich schwierigere ist.“

Laut „Kurier“ hätte Wacker nur etwa die Hälfte von Streiters Horn-Gehalt zahlen können, worauf er sogar einen Einzelsponsor mitgebracht und einen Vertrag mit Erfolgshonorar akzeptiert hätte.

Aber dem Bundesliga-Schlusslicht fehlte das Geld, um den Tiroler aus seinen laufenden Kontrakt herauskaufen zu können, daher wurde mit Horn nicht einmal verhandelt.

Auch bei Kirchler spießt es sich am Geld

Auch beim zweiten Wunschkandidaten, Roland Kirchler, spießt es sich unter anderem am Geld.

Bei einer Verhandlungsrunde in Kufstein konnten sich Vorstandsmitglied Hannes Bodner, der den erkrankten Plattner (Bandscheiben-OP) derzeit vertritt, und Kirchler weder finanziell, noch perspektivisch einigen.

„Ich muss mich auch in den Spiegel schauen können. Die Gehälter sollten den Liga-Gewohnheiten entsprechen“, sagt Kirchler im „Kurier“ nach dem ersten extrem niedrigen Angebot.

Tritt Plattner ab?

Plattner schiebt den „Schwarzen Peter“ hingegen den Kandidaten weiter und lässt ausrichten: „Wenn es zu keiner Tiroler Lösung kommt, dann scheiterte diese an den zu hohen Forderungen.“

Der 73-Jährige hatte sich die Trainer-Suche eben einfacher vorgestellt.

Aber bald soll für Plattner im Fußball-Business ohnehin Schluss sein.

Der Obmann will nach dieser Saison zurückgetreten, sollte sich ein geeigneter Nachfolger finden.

Vielleicht fällt diese Suche ja einfacher aus.

Kurt Vierthaler

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