Als ob Messi für Wacker spielt

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"Ich trage Tirol immer noch tief in meinem Herzen"

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Es war ein rauschendes Fest.

Zum 100. Jahrestag der Vereinsgründung versammelte Wacker Innsbruck etliche ehemalige Größen zu einem freundschaftlichen Kräftemessen im Tivoli-Stadion.

Unter den zahlreichen Ex-Profis, die sich den Ikonen-Status in "Schwarz-Grün" erarbeitet haben, wussten zwei noch etwas herauszustechen.

Einerseits Hansi Müller, der das freundschaftliche 5:5 der "Wacker-Legenden" gegen die "Wacker-Legionäre" aufgrund einer Knieverletzung vorzeitig beenden musste, andererseits Pipo Gorosito.

Zwei der größten Legionäre

"Gorosito und Müller – das waren für mich zu meiner Anfangszeit Weltkicker. Ich hatte die Ehre, mit ihnen spielen zu dürfen", wird Michael Baur nostalgisch. "An denen bin ich auch etwas gewachsen und hatte eine schöne Karriere. Es war eine tolle Zeit."

Auch der heutige Wacker-Coach Roland Kirchler weiß, dass er "von ihren Pässen profitiert" hat. Seine heutigen Schützlinge haben derartige Möglichkeiten nicht unbedingt.

"Dass ein argentinischer Nationalspieler nach Österreich wechselt, ist heutzutage gar nicht mehr vorstellbar. Da muss man auch Swarowski noch einmal explizit Dank aussprechen."

Teilnahme als Selbstverständnis

In einer Zeit, als der FC Tirol noch einen Sponsor im Vereinsnamen trug, waren Meistertitel und die Teilnahme am Pokal der Landesmeister nicht nur Träume der Jugendspieler, sondern gegebene Tatsache.

"Für uns war das ein unglaublich schöner Moment", erinnert sich Gorosito im Gespräch mit LAOLA1 an das Erfolgsjahr 1989, als die erste Meisterschaft nach zwölf Jahren des Wartens errungen wurde.

"Der Verein steht im Vordergrund. Für mich ist es eine Freude, an diesem Fest teilzunehmen", posaunt der argentinische Ball-Artist, der sein Land in 19 Teamspielen vertreten hat, und erzählt, "als man mich vor fünf, sechs Monaten um meine Teilnahme gebeten hat, habe ich keine Sekunde gezögert."

"Tirol ist immer im Herzen"

Braungebrannt von der Sonne seiner Heimat, in welcher der Lockenkopf als Trainer von CA Tigre arbeitet, schlägt er sich auf die Brust, bekennt, "Tirol immer noch tief in meinem Herzen zu tragen" und lässt Blicke durch die Arena im Inntal schweifen.

Im "sehr schönen Stadion" in seiner jetzigen Form lief Edeltechniker Gorosito noch nie auf, vor dem einen oder anderen Fan, der sich den runden Geburtstag seines Klubs nicht nehmen ließ, allerdings schon.

"Ich bin den Leuten in Tirol sehr dankbar. Auch für die Art und Weise, wie sie mich während meiner Zeit in Innsbruck behandelt haben", betont der mittlerweile 49-Jährige, der zwischen 1989 und 1992 für Swarovski Tirol die Schuhe schnürte und in 77 Spielen 22 Treffer erzielte.

Legende für die Ewigkeit

Die Liebe zum Innsbrucker Anhang beruht auf Gegenseitigkeit. Kontinuierliche "Pipo, Pipo"-Rufe beschallten die Ränge im Stadion und zauberten dem Südländer ein Lächeln aufs Gesicht.

Dass viele der röhrenden Kehlen Jugendlichen gehörten, ist Zeugnis davon, dass die Legende der Nummer 10 Generationen überdauert hat und weiter bestehen wird.

Wohl auch noch weitere 100 Jahre.

 

Christoph Nister/Christian Eberle

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