Der Dauerbrenner schlechthin

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Seit eineinhalb Jahren spielt Tomas Abraham (Spielerinfo) nun schon beim FC Wacker.

In dieser Zeit hat der Tscheche den Begriff Stammspieler neu definiert.

Denn was der 32-Jährige geleistet hat, ist einzigartig. Bislang stand er in jedem Bundesliga-Spiel von An- bis Schlusspfiff auf dem Feld. Das ergibt unglaubliche 4.950 Spielminuten.

„Mal sehen, wie lange diese Serie noch anhält...“, gibt sich der Mittelfeldspieler bescheiden.

"Ich hatte Glück"

„Das beweist natürlich, dass er ein Fixpunkt in unserem Spiel ist. Er hat immer seine Leistung gebracht“, meint Trainer Walter Kogler.

Der Kicker schreibt seinen Lauf Fortunas Gunst zu: „Ich hatte Glück, dass ich mir keine Sperren und Verletzungen eingehandelt habe.“

Wobei das nicht die ganz Wahrheit ist, wie er gesteht: „Dieses Jahr hatte ich eine kleine Verletzung, aber ich habe die Operation in die Winterpause verschoben.“

Die unbekannte Rote

Mit Sperren hat der Legionär in seiner bisherigen Karriere unterdessen kaum Erfahrungen gemacht. Kein einziges Mal wurde er vom Platz gestellt.

„Zwei Mal war ich knapp davor, da ging es aber nicht um Fouls, sondern um Diskussionen mit dem Schiedsrichter“, grinst Abraham.

Noch erstaunlicher ist fast, dass sich der Wacker-Profi kaum Gelbe Karten einhandelt, obwohl er im defensiven Mittelfeld spielt.

„Ich bin kein harter Spieler. Ich spiele mehr mit dem Kopf. Ich versuche, immer richtig zu stehen, dann muss ich nicht so viel kämpfen“, erklärt er. Zudem profitiere er vom Tiroler 4-1-4-1-System: „Ich muss kaum in Eins-gegen-Eins-Situationen gehen.“

Die Schleife als Überraschung

Nichtsdestoweniger war es im Sommer ein wenig überraschend, als Kogler den Abräumer zum neuen Kapitän der Innsbrucker erklärte. Immerhin war er zu diesem Zeitpunkt erst seit einem Jahr beim Verein.

Abraham erinnert sich: „Es war auch für mich eine große Überraschung. Grünwald ist zur Austria gegangen und Planer hat seine Karriere beendet.“

Das Ende naht

Der Defensivmann, dessen Vertrag bis 2014 läuft, hält fest: „Ja, ich will hier meine Karriere beenden. Aber ich habe auch gesagt, dass ich spielen will, solange ich fit bin. Wenn ich nach zwei Jahren noch spielen kann, Innsbruck aber eine andere Philosophie hat oder ich nicht mehr gut genug bin, dann kann es sein, dass ich noch einmal wechsle.“

Dass das Karriereende aber auch schon früher kommen könnte, ist ihm bewusst: „Ich bin jetzt 32 Jahre alt. Ich weiß nicht, welches Spiel mein letztes ist. Ich könnte mich schlimmer verletzen oder es kommt jemand auf meiner Position, der besser ist, als ich. Als Routinier hat man so etwas im Kopf. Bei den Jungen ist das anders, die haben noch zehn Jahre. Bei mir sind es aber nur noch ein, zwei.“

Bis dahin hat der Dauerbrenner aber noch ein großes Ziel: „In zwei Jahren feiern wir das 100-jährige Jubiläum. Dann wollen wir Europacup spielen.“

Die Realisierung dieses Plans liegt nicht zuletzt in den Händen bzw. an den Füßen Abrahams. Denn er spielt ja für den FC Wacker. Immer. Von Anfang bis Ende.


Harald Prantl

„Dann sind Trainer und Sportdirektor zu mir gekommen und haben mich gefragt, ob ich Kapitän sein will. Ich habe gesagt, dass ich noch nicht so gut Deutsch kann. Sie haben mir ihre Hilfe angeboten. Also habe ich mir gedacht: „Warum nicht?“ Ich war in der Türkei (Anm. bei Denizlispor) auch schon Kapitän.“

Kogler klärt auf: „Er hat sich in dieser Saison immer so präsentiert, wie sich ein Kapitän präsentieren sollte. Er bringt alle Fähigkeiten mit: Er ist routiniert, kann die Sprache perfekt und die jungen Spieler führen. Er tritt so auf, dass es für uns schlüssig war, ihn zum Kapitän zu machen.“

Im Kopf noch jung

Wie er seine Rolle anlege? „Die Jungen können mit mir über alles reden – ob Fußball oder Mädchen, ganz egal“, sagt der Tscheche. Dabei fühle er sich selbst noch gar nicht alt: „Im Kopf bin ich immer noch jung. Ich mache gerne Spaß.“

Spaß machen ihm auch die Heimspiele am Tivoli: „Das Stadion ist schön und die Fans sind toll. Ich hatte bei meinem letzten Stationen immer das Glück, für Vereine gespielt zu haben, die super Fans haben. Mir ist es sehr wichtig, für gute Fans zu spielen.“

Jene in Innsbruck lobt Abraham besonders: „Das sind nicht nur Zuschauer, man hört sie auch. Außerdem stehen sie immer hinter uns. Das ist unser Motor.“

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