WAC: Ein Aufsteiger steckt Ausfälle mühelos weg

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Wer ist nach Tabellenführer Austria der erfolgreichste Bundesliga-Klub 2013?

Richtig, der Wolfsberger AC.

Die Kärntner sammelten im Frühjahr bisher elf Punkte und sind im laufenden Kalenderjahr noch ungeschlagen.

Was für einen Aufsteiger ohnehin eine respektable Bilanz ist, wird durch zwei Faktoren um einiges beeindruckender.

Erstens wurden von besagten elf Zählern sieben gegen Top-4-Klubs geholt, zweitens gelang diese Erfolgsserie trotz zahlreicher personeller Ausfälle.

Kader-Ausgeglichenheit

„Wir haben einen sehr guten Kader und der Trainer kann jeden Spieler einsetzen“, gibt Coach Nenad Bjelica im Gespräch mit LAOLA1 zum Besten.

Was nach einer klassischen Trainer-Floskel klingt, trifft bei den Lavanttalern wirklich zu. Mit Mittelfeldregisseur Michael Liendl und Keeper Christian Dobnik standen nur zwei Spieler in allen 24 bisherigen Bundesliga-Partien auf dem Platz.

„Bei uns gibt es eben auch nicht die Stars. Wir haben einen ausgeglichenen Kader, wo jeder jeden ersetzen kann. Da gibt es einen gesunden Konkurrenzkampf“, analysiert Kapitän Michael Sollbauer.

„In jeder Mannschaft gibt es ein ‚Rückgrat‘, das die Basis darstellt. Daneben hatten wir etwa in Salzburg sechs Wechsel und haben einen Punkt gegen eines der besten Teams des Jahres geholt“ lässt sich aus den Worten von Ruben Rivera sogar ein wenig Verwunderung über die eigene Kader-Balance heraushören.

Stürmer-Optionen

Der Spanier ist das lebende Beispiel, dass der Neo-Bundesligist selbst Ausfälle in den delikaten Zonen Sturm und Abwehr mühelos verkraften kann.

Mit Christian Falk muss der beste Torschütze des Herbstes – zehn Treffer in 17 Partien – aktuell und auch die nächsten Wochen verletzungsbedingt zuschauen. Kein Problem, springen eben die Kollegen des gebürtigen Steirers ein.

„Zunächst hatte ‚Falki‘ im diesen Lauf, bevor er sich leider verletzt hat, dann ‚Topo‘ (Anm.: Mihret Topcagic), der drei Mal in Folge getroffen hat und jetzt ich mit zwei Toren“, fasst Rivera die Optionen in der WAC-Offensive zusammen. „Der Trainer hat die Wahl, sich zu entscheiden. Wer auch immer spielt, hat momentan das Glück zu treffen.“

Abwehr-Rotation

Ein ähnliches Bild bietet sich in der Abwehr. Im letzten Bundesliga-Auftritt gegen die Admira fiel Christian Thonhofer gesperrt aus, davor traf es Nenad Jovanovic, und Jose Solano, der eigentliche Partner in der Innenverteidigung von Sollbauer, konnte 2013 noch kein einziges Spiel bestreiten.

Während der Andalusier nach eigenen Angaben noch knapp eine Woche an seinem Comeback arbeitet, springen eben wie gegen Salzburg Boris Hüttenbrenner oder wie zuletzt Gernot Suppan in die Bresche.

„Wir haben in der Vorbereitung sehr viel gearbeitet und viele Spiele bestritten. Dabei haben wir auch in der Abwehr stets durchgewechselt und die Mannschaft hat sich dennoch gefunden“, enthüllt Abwehrchef Sollbauer, dass in der Winterpause der Grundstein für den aktuellen Erfolgslauf gelegt wurde.

„Wir haben gewusst, wir haben ein dichtes Programm und Ausfälle durch Gelbe Karten. Und dann kommen da auch noch Verletzungen dazu.“

Name Einsätze Tore Vorlagen
Christian Falk 17 10 0
Mihret Topcagic 21 5 0
Ruben Rivera 19 3 2
Stephan Stückler 11 0 3

„Stammelf gibt es nicht“

Auch im Nachtragsspiel gegen Mattersburg können mit De Paula, Topcagic, Solano und Falk wieder vier Spieler nicht mitwirken.

Bis die erste Elf gemeinsam auflaufen wird, kann es also noch ein wenig dauern.

Obwohl Sollbauer ohnehin betont: „Eine Stammelf gibt es bei uns nicht.“

Die braucht es anscheinend auch gar nicht.

Christian Eberle

Name Einsätze Tore Gelbe Karten
Michael Sollbauer 23 0 4
Dario Baldauf 23 1 2
Christian Thonhofer 19 1 5
Nenad Jovanovic 16 0 5
Jose Antonio Solano 11 2 5
Gernot Suppan 3 0 1
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