"Wir wollen Großartiges erreichen"

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Da steht er an der Seitenlinie und gibt immer wieder Anweisungen.

Manchmal lauter, manchmal leiser, auf jeden Fall immer engagiert. Temperamentvoll bleibt eben temperamentvoll.

Nichtsdestoweniger hat sich Nenad Bjelica, der Trainer des Wolfsberger AC, nach dem Aufstieg in die Bundesliga verändert.

„Vielleicht bin ich ein bisschen ruhiger geworden“, erklärt der frühere Trainer-Vulkan nach dem 3:1-Testspielsieg gegen Hajduk Split im LAOLA1-Interview.

Vulkan ist Schnee von gestern

Das kann man wohl sagen. Die verbal-gestikreichen Entgleisungen wie gegenüber Ex-LASK-Coach Walter Schachner in der vergangenen Ersten-Liga-Saison sind Schnee von gestern.

„Ich wollte in die Bundesliga, das war mein Ziel, vielleicht bin ich auch deswegen nun ruhiger. Aber ich will mich weiterentwickeln.“ Dafür braucht es aber nicht den vollkommenen Wandel.

„Ich mache meine Arbeit genauso wie in der Ersten Liga“, so der Trainer der Kärntner, der mit seinem Team auf Rang sechs des Oberhauses überwintert.

Lernprozess im Herbst

Mit dem Herbst zeigt sich der Kroate, der früher als Spieler in Spanien und Kaiserslautern aktiv war, zufrieden und spricht dabei von einem Lernprozess. Es hätte gute wie schlechte Spiele gegeben.

„Andere Mannschaften, die länger dabei sind, wie Admira oder Mattersburg, hatten auch Probleme. Warum sollen wir diese dann nicht haben? Wir hatten auch sehr gute Spiele und in jedem unsere Chancen. Deswegen muss man zufrieden sein. Wir versuchen, uns immer zu verbessern."

Das geschieht aber nicht um jeden Preis. Der Philosophie, die seit seinem Amtsantritt dem damaligen Regionalligisten im Mai 2010 eingebläut wurde, bleibt gleich.

„Wir haben diese seit zweieinhalb Jahren und wir werden auch nichts am System ändern. Wir werden niemanden mit etwas Neuem überraschen.“

Manchen Kollegen (wie Austria-Trainer Peter Stöger) gefällt diese Spielweise, es wird sie weiterhin geben, auch wenn sie Gefahren birgt.

Verstecken gibt es weiterhin nicht

„Wir haben in jedem Spiel Chancen zu gewinnen und so werden wir auch auftreten“, kommt Bjelicas Marschrichtung für das Frühjahr nicht überraschend. Klar ist aber auch, der Klassenerhalt hat oberste Priorität.

Schließlich haben die Wolfsberger nur fünf Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Wacker, wenngleich ein Spiel weniger absolviert wurde. So schnell wie möglich sollen die 40 Zähler, die als Punkteanzahl für den sicheren Klassenerhalt gelten, geholt werden.

Um dann nach Höherem zu streben? „Wir wollen weiterarbeiten und schauen, Großartiges zu schaffen. Das Cupfinale wäre etwa toll, oder Platz fünf ist auch möglich. Wir bleiben aber am Boden.“ Das müssen die Liga-Neulinge wohl auch, schließlich gibt es prominente Verletzte.

Ein Innenverteidiger kommt

Jacobo (Hüfte) wird wohl erst kurz vor Wiederbeginn der Meisterschaft wieder dabei sein, Solano (Knie) erst danach. Die zwei wichtigen spanischen Stützen haben also ob fehlender Vorbereitung ordentlich Nachholbedarf.

„Solano und Jacobo sind schon wichtige Spieler für uns, aber auch die anderen arbeiten fleißig.“

So wie etwa Kapitän Gernot Messner, der nach seiner langwierigen Schambeinentzündung am Mittwoch erstmals wieder für den WAC am Platz stand und in einem Testspiel auflief.

Dennoch rüsten die Kärntner noch einmal nach, auf der Innenverteidiger-Position wird nach Solanos Verletzung ein neuer Spieler kommen.

„Es könnte einer kommen. Der Vorstand führt Gespräche, wenn es offiziell ist, werden wir es bekanntgeben“, gibt sich Bjelica noch bedeckt. Tatsächlich ist es aber nur noch die Frage, wann der Verteidiger kommt. Stipe Vucur von Bjelicas Ex-Team FC Lustenau wäre ein Kandidat, der sofort einsetzbar ist.

Knaller bleibt fix

Sicher bleiben wird indes Marco Knaller.

„Ich werde nicht mehr wechseln“, hält der Goalie gegenüber LAOLA1 fest. Dabei macht er auch keinen Hehl daraus, dass ihn das nur bedingt glücklich macht.

„Es war mein großer Wunsch, zur Admira zu wechseln, aber es hat nicht geklappt“, so der 25-Jährige, der am Veto von Bjelica scheiterte. Die Nummer zwei will sich im Frühjahr den Stammplatz von Christian Dobnik erorbern, sollte sich die Situation nicht verbessern, schaut der Ex-Lauterer im Sommer weiter.

Ansonsten wird sich beim WAC nichts mehr tun, außer dass maximal ein Ergänzungsspieler den Verein verlässt.

Der Rest wird mit Leidenschaft, aber auch in Ruhe, die Ziele im neuen Frühjahr verfolgen.

 

Aus Belek berichten Bernhard Kastler und Harald Prantl

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