Von Heesen: KSV statt HSV!

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Thomas von Heesen übernimmt das Schlusslicht

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Am späten Montagabend landete Thomas von Heesen in Wien-Schwechat.

Kurz vor Mitternacht checkte der neue KSV-Trainer in seinem Hotelzimmer in Kapfenberg ein.

Am Dienstag konnte sich der Deutsche dann ein erstes Bild von jenem Ort machen, in dem er vorerst bis Saisonende tätig sein wird.

Denn solange hat der 51-Jährige am Vormittag nach dem zweiten Gespräch mit Präsident Erwin Fuchs bei den Obersteirern unterschrieben.

Von Heesen sieht viel Potenzial

„Es sind bewegte Zeiten, die letzten Tage waren alles andere als einfach. Jetzt bin ich froh, dass wir diese Entscheidung getroffen haben und dass es so schnell gegangen ist“, so Fuchs.

Noch vor seiner offiziellen Präsentation leitete von Heesen sein erstes Training, machte sich im Franz-Fekete-Stadion mit den Gegebenheiten und natürlich auch den Spielern erstmals bekannt und vertraut.

Sein erster Eindruck: „Die Jungs sind motiviert, der Wille ist da. Jetzt suchen wir nach Lösungen für die aktuellen Probleme, aber in erster Linie brauchen wir Erfolgserlebnisse."

"Das Potenzial für den Klassenerhalt ist aber sicher vorhanden“, so der erste Eindruck des analytischen Deutschen, der nach eigener Aussage gerne mit jungen Spielern arbeitet.

37 Gegentore? "Das kann nicht sein!"

Das 0:6-Debakel gegen Salzburg am Wochenende („Da ist es nicht einfach, zum Alltag zurück zu finden!“) hat er nicht gesehen, sehr wohl weiß er aber um die prekäre Situation in Kapfenberg.

Denn nach 16 Runden hält das Schlusslicht bei nur neun Punkten, der Abstand zu den neuntplatzierten Mattersburgern beträgt momentan vier Punkte.

Mit 37 Gegentoren übernimmt von Heesen die „Schießbude“ der Bundesliga. Genau da will er zunächst den Hebel ansetzen.

„Das kann nicht sein, da müssen wir hart daran arbeiten. Die Spieler sind willig, jetzt müssen wir entsprechende Strukturen schaffen und ein System finden, damit wir die Klasse halten."

"Bin ein Ziehsohn von Ernst Happel"

Seine größten Erfolge als Spieler feierte der Nachfolger von Werner Gregoritsch mit dem Hamburger SV, für den er 368 seiner insgesamt 378 Bundesliga-Spiele bestritt.

1983 gewann er mit den Norddeutschen unter Trainer Ernst Happel („Ich bin sowas wie sein Ziehsohn!“), der von Heesen auch zum Kapitän machte, den Europapokal der Landesmeister, zudem wurde er zwei Mal Meister und gewann einmal den DFB-Pokal.

Seine Trainer-Karriere begann der 51-Jährige als Team-Manager bei Arminia Bielefeld, während der Saison 1998/1999 übernahm er als Cheftrainer die Nachfolge von Ernst Middendorp und führte den „Fahrstuhl-Klub“ zurück in die Bundesliga.

Seit Jänner 2010 arbeitslos

Nach dem Aufstieg wechselte von Heesen zunächst als Sportdirektor zu Hannover 96, im Dezember 2000 trat er die Nachfolge von Klaus Toppmöller beim 1. FC Saarbrücken an.

2005 kehrte er nach Bielefeld zurück, schaffte den Klassenerhalt. Seine letzte Station in Deutschland war der 1. FC Nürnberg.

Zuletzt stand Thomas von Heesen von September 2008 bis Jänner 2010 auf Zypern bei Apollon Limassol unter Vertrag, danach war der neue Kapfenberg-Trainer ohne Job.

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