Wenn der Verletzungsteufel wieder zuschlägt

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Kreuzbandriss, Knorpelschaden, Mittelfußbruch, Adduktorenabriss, Schlüsselbein - nur einige Verletzungen, die bei Profi-Fußballern für Gänsehaut sorgen.

So oft wie zu Beginn dieser Saison hat der Verletzungsteufel nur selten zugeschlagen. Einige Bundesliga-Spieler hat es besonders schlimm getroffen.

Manchen von ihnen wurde bereits die Vorbereitung zum Verhängnis, andere mussten schon nach wenigen Runden eine lange Zwangspause einlegen.

LAOLA1 nimmt die Schicksale der am schwersten verletzten Profis unter die Lupe und verschafft eine Überblick über das Bundesliga-Lazarett:


SK RAPID WIEN:

THOMAS SCHRAMMEL (Kreuzbandriss)

Den Rapid-Rückkehrer hat es als vorläufig letztes Opfer in der namhaften Liste erwischt. Ein Testspiel gegen die eigenen Amateure wurde dem 24-jährigen Außenverteidiger zum Verhängnis. Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie. Die Herbstsaison ist für den Ex-Rieder gelaufen, mehrere Monate Pause stehen an. Rapid muss somit umstellen. Ersatzkandidat Nummer eins auf Schrammels Position ist Markus Katzer.

GUIDO BURGSTALLER (Sprung Schienbeinkopf, Teileinriss Kreuzband)

Zum Spielen kam der Neuzugang bei Rapid noch gar nicht, denn nach nur zwei Wochen Vorbereitung musste der Offensivspieler schon wieder pausieren. Ein im Testspiel gegen Melk erlittener Sprung im Schienbeinkopf sowie ein Teileinriss des vorderen Kreuzbandes setzen den 22-Jährigen bereits seit zweieinhalb Monaten außer Gefecht. Die Rückkehr in den Kader soll aber unmittelbar bevorstehen.


RB SALZBURG:

ALAN (Kreuzbandriss)

Der Brasilianer ist der Salzburger Pechvogel. Der Stürmer startete eindrucksvoll in die neue Saison, gegen Rapid wurde er aber unsanft auf den Boden zurückgeholt. Ohne Fremdeinwirkung verdrehte sich der quirlige 22-Jährige das Knie und riss sich das Kreuzband. Eine Zwangspause von rund sechs Monaten ist unumgänglich, somit fehlt er den Bullen auch in der so wichtigen Gruppenphase der Europa League.


SK STURM GRAZ:

CHRISTIAN GRATZEI (Meniskuseinriss)

Gerade vor dem Europa-League-Auftakt hätte Sturm seinen Einser-Keeper gebraucht. Am Montag dann die Hiobsbotschaft: Gratzei verdrehte sich das linke Knie. Eine Arthroskopie sollte Aufschluss geben, doch die Grazer gingen mit der Diagnose vor dem wichtigen Spiel gegen Lok Moskau nicht an die Öffentlichkeit. Gratzei vermeldete somit im Internet selbst, dass der Meniskus eingerissen sei. Inzwischen steht fest: Der Torhüter kann frühestens in einem Monat wieder mit dem Training beginnen.

ROMAN KIENAST (Mittelfußbruch)

Aus Sturm-Sicht verletzte sich der Top-Stürmer der vergangenen Saison zum ungünstigsten Zeitpunkt - direkt vor dem Playoff-Rückspiel zur Champions League gegen BATE Borisow. Kienast schied im Meisterschaftsspiel gegen RB Salzburg verletzt aus, Untersuchungen ergaben einen Mittelfußknochenbruch, der den 27-Jährigen sechs Wochen spielunfähig macht. Obwohl das Transferfenster noch offen war, wurde kurzfristig kein Ersatz verpflichtet.

MATTHIAS KOCH (Schlüsselbeinbruch)

Voller Hoffnung kam der Neuzugang aus Altach zum amtierenden Meister und stand als Shootingstar bereits in der zweiten und dritten Runde in der Startelf. Die Einberufung gegen Kapfenberg wird dem 23-Jährigen aber nicht in guter Erinnerung bleiben. Nach zehn Minuten musste der Mittelfeldspieler mit einem Schlüsselbeinbruch vom Feld getragen werden. Ein herber Rückschlag für Sturm und den Spieler selbst.


SV RIED:

OLIVER GLASNER (Karriereende nach Blutgerinnsel im Kopf)

Eine schwere Verletzung mit bitteren Folgen veranlasste Ried-Abwehrchef Oliver Glasner sogar zum Karriereende. Im Auswärtsspiel gegen Rapid sorgte der 37-Jährige für eine Schrecksekunde, als er liegen blieb und sich ein Cut über dem Auge sowie eine Gehirnerschütterung zuzog. Ohne sich dabei etwas zu denken, trat er die Reise nach Kopenhagen zum Spiel gegen Bröndby an, entschied sich nach dem Abschlusstraining jedoch dafür, nicht zu spielen. Aufgrund starker Kopfschmerzen wurde der Arzt verständigt, im Spital wurde ein Blutgerinnsel im Kopf festgestellt, das operiert werden musste. Glasner hatte Erinnerungslücken, die Ärzte rieten ihm davon ab, wieder zu spielen. Daher ließ er die Vernunft siegen und beendete ein halbes Jahr früher als geplant seine eindrucksvolle Karriere.

MARKUS HAMMERER (Adduktorenabriss)

Gegen PSV Eindhoven zu spielen, war mit Sicherheit ein Highlight in der noch jungen Karriere von Markus Hammerer. Seinen Einsatz musste er aber teuer bezahlen. Ein zu langer Schritt wurde ihm zum Verhängnis und verursachte einen Adduktorenabriss. Eine schmerzhafte Erfahrung für den 22-jährigen Stürmer, der insgesamt acht bis zehn Wochen ausfällt.


SC WIENER NEUSTADT:

MATTHIAS LINDNER (Mittelfußbruch)

Der Stürmer wurde in der Sommerpause von Mattersburg verpflichtet und zum Flügelspieler umfunktioniert. Daraufhin stand er in den ersten drei Runden immer in der Startelf, ehe ihn ein Mittelfußbruch Mitte August aus der Bahn warf. Bis der 23-Jährige wieder eingreifen kann, wird noch einige Zeit vergehen. Wie schmerzhaft eine solche Verletzung sein kann, kann Stefan Maierhofer aus seiner Zeit beim MSV Duisburg berichten.

CHRISTIAN RAMSEBNER (Schambeinentzündung)

Der Abwehrchef der verganenen Jahre war in den ersten beiden Runden noch gesetzt, bestritt seitdem aber keine Einsatzminute mehr für Wr. Neustadt. Eine Schambeinentzündung setzt dem 22-jährigen Innenverteidiger nun schon seit Anfang August zu. Wie hartnäckig diese Beschwerden sein können, zeigte das Beispiel von Rapids Steffen Hofmann im vergangenen Jahr. Generell taucht diese Verletzung immer öfters auf, auch Bayerns Arjen Robben ärgert sich seit einiger Zeit damit rum.

GÜNTER FRIESENBICHLER (Bänderriss im Sprunggelenk)

Erholt sich Günter Friesenbichler von diesem Rückschlag? Der mittlerweile 32-Jährige laboriert an einem Bänderriss im Sprunggelenk und fehlt Wiener Neustadt voraussichtlich zwei Monate. Nicht die erste Verletzung in der Karriere des Wandervogels, der hart an seinem Comeback schuftet. Zur Zeit müssen bei den Niederösterreichern Spieler wie Edin Salkic in die Bresche springen.


KAPFENBERGER SV:

DAVID SENCAR (Schienbeinkopfbruch/Knochenödem)

Der neu ernannte Kapfenberger Kapitän hatte schon kurz nach Beginn der Vorbereitung Gewissheit, dass die Saison ohne ihn beginnen wird. Ein Bruch des Schienbeinkopfes zwang den 27-jährigen Mittelfeldspieler zu einer mehrwöchigen Zwangspause. Kurz vor seiner Rückkehr wurde dann auch noch ein Knochenödem entdeckt. In der 7. Runde gegen Salzburg stand er erstmals wieder auf dem Platz.

TOMASZ WELNICKI (Kreuzbandriss)

Diagnose Kreuzbandriss, der Albtraum eines jeden Sportlers. So erwischte es auch Kapfenbergs Außenverteidiger Tomasz Welnicki. Ein halbes Jahr muss eingerechnet werden, bis man nach einer derartigen Verletzung wieder auf den grünen Rasen zurückkehrt. Der 21-jährige Pole startete als Reservist in die neue Spielzeit und kam erst in Runde sechs zu seinem Saison-Debüt. Der letzte Einsatz für lange Zeit.


FC WACKER INNSBRUCK:

LUKAS HINTERSEER (Herz-Operation)

Beim 20-jährigen Wackerianer ließen Kreislaufprobleme, Herzrasen und Schwindel die Alarmglocken schrillen, schließlich hatte der Youngster schon vor eineinhalb Jahren im Trainingslager in Side mit Herzrhythmusstörungen zu kämpfen. Diesmal wurde ein Fehler in der Reizübertragung am Herzen festgestellt, eine Herz-Operation war unumgänglich. Zum Glück verlief diese erfolgreich, auch seine weitere Fußballer-Laufbahn soll nicht in Gefahr sein. Die Teilnahme am regulären Training sollte nach wenigen Tagen wieder möglich sein.

MUHAMMED ILDIZ (Leistenbruch)

Wacker Innsbruck muss seit Mitte August auf die Dienste von Muhammed Ildiz verzichten. Der Mittelfeldspieler zog sich beim Regionalliga-Spiel der Amateure gegen die RB Juniors einen Leistenbruch zu. Die 20-jährige Leihgabe von Rapid musste sich daraufhin einer Operation unterziehen und wird erst langsam wieder bei Wacker einsteigen können.


FC ADMIRA:

MICHAEL HORVATH (Karrierende nach Knieproblemen)

Der Admiraner musste viel durchmachen. Und das, obwohl er nur bis 29 Jahre auf dem Platz stand.  Immer wieder suchten den Mittelfeldspieler Verletzungen heim, vor allem die Knie sorgten immer wieder für Probleme. Nach einem überstandenen Knorpelschaden absolvierte Horvath die Vorbereitung beim Aufsteiger, ehe ihn ein neuerlicher Knorpelschaden im anderen Knie stoppte. Für den Oberwarter war daraufhin die Zeit gekommen, seine Karriere zu beenden. Die Admira gibt ihm die Chance, in Zukunft im Nachwuchsbetreuerteam aktiv zu werden.


Alexander Karper

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