Raus aus dem Alltag!

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Es läuft beim SC Wiener Neustadt.

Das Schlusslicht hat aus den vergangenen beiden Partien vier Punkte geholt. Das ist den Niederösterreichern in der laufenden Saison erst ein einziges Mal gelungen – 1:1 bei der Admira, 2:0 beim WAC in den Runden 15 und 16.

Nach dem 3:3 beim SK Sturm und dem 1:0 im Heimspiel gegen die Austria hat der SCWN wieder Spannung in den Kampf um den Klassenerhalt gebracht. Ein Punkt Rückstand auf die Admira, fünf auf Grödig, das allerdings noch zwei Partien nachtragen muss, sechs auf die Rieder.

„Uns macht es derzeit richtig Spaß“

„Jetzt irgendwie anfangen zu rechnen, das mache ich nicht“, will sich Trainer Helgi Kolvidsson aber gar nicht groß damit beschäftigen. Tobias Kainz pflichtet ihm bei: „Es ist jetzt noch nicht so wichtig, nach jeder Partie zu schauen, was die Admira macht.“

Die Wiener Neustädter genießen derzeit viel lieber den Moment, ohne sich aber auch nur irgendwie zurückzulehnen. „Uns macht es derzeit richtig Spaß. Vier Punkte aus den Spielen gegen Sturm und die Austria sind gut, aber wir müssen gegen Grödig an diese Leistungen anknüpfen“, so Kainz.

Der Ausweg aus dem Pendler-Alltag

Der 22-jährige Steirer hat seinen Stammplatz zurückerkämpft. Wenngleich in einer neuen, ungewohnten Rolle. In den ersten drei Spielen des Jahres 2015 kam er stets über die volle Spielzeit als Rechtsverteidiger zum Einsatz.

Ein Ausweg für Trainer Kolvidsson, um den ehemaligen U21-Teamspieler vom Pendeln zwischen Kurzeinsätzen, Ersatzbank und Tribüne zu erlösen. Das war nämlich Kainz‘ Alltag im Herbst.

Dabei hatte es zunächst gut begonnen. Als ablösefreier Neuzugang vom SK Sturm sollte er die Lücke schließen, die Jürgen Säumel durch seinen Abgang zum FC Wacker Innsbruck hinterlassen hatte. Sechs Runden lang tat das Kainz auch, erzielte in dieser Zeit einen Treffer und lieferte zwei Assists.

Doch mit der Ankunft von Conor O’Brien war es vorbei mit dem Stammplatz des Steirers. Der US-Amerikaner und Christoph Freitag waren fortan die Doppel-Sechs, auf die bei den Niederösterreichern gesetzt wurde.

„Es ist definitiv noch Luft nach oben“

Im Winter kam Neo-Coach Kolvidsson dann die Idee, Kainz zum Rechtsverteidiger umzufunktionieren. „Ich habe das zwar noch nie gespielt, ihm aber sofort gesagt, dass ich für diese Position offen bin“, berichtet Kainz.

Der Plan ging auf, der ehemalige Holland-Legionär überzeugte in der Vorbereitung und setzte sich gegen die interne Konkurrenz durch. „Ich versuche, das so gut wie möglich anzunehmen und mein Bestes zu geben. Derzeit gelingt mir das ganz gut“, sagt er.

Vollauf zufrieden ist er mit sich selbst aber noch nicht: „Es ist definitiv noch Luft nach oben. Es braucht seine Zeit, bis man da reinfindet. Generell finde ich es aber eine gute Lösung.“

Positive Statistiken

Die Unterschiede zu seiner bisherigen Rolle im Mittelfeld? „In der Zentrale hat man öfter den Ball, dafür kann man als Außenverteidiger auch sehr viel nach vorne machen. Wobei man freilich zunächst schauen muss, dass man hinten nichts zulässt.“

Wobei die Statistik zeigt, dass Kainz auch als Außenspieler nicht gerade unterbeschäftigt ist. 64 Ballkontakte hatte er in den vergangenen drei Partien im Durchschnitt. Und die Zweikampfbilanz fällt mit 55,6 Prozent (20/16) auch positiv aus. Hinzu kommt eine Torvorlage beim Remis in Graz.

Es läuft also nicht nur beim SCWN im Allgemeinen, sondern auch bei Tobias Kainz im Speziellen.

Und gegen Grödig (Mi., 19 Uhr) soll sich daran nichts ändern. „Wir brauchen die Kompaktheit vom Salzburg-Spiel, die Effektivität, die wir gegen Sturm gehabt haben und das Auftreten gegen die Austria“, fordert Kolvidsson.

Harald Prantl

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