Tito und die spanische „Ruhe am Ball“

Aufmacherbild
 

Tito ist in Österreich kein unbekannter Name.

Sportlich gesehen denkt man in erster Linie wohl an Barca-Coach Tito Vilanova.

Manch einer erinnert sich noch an den jugoslawischen Politiker Josip Broz Tito. Und Musik-Fans kommt sofort die Rockband Tito & Tarantula in den Sinn.

Nun heißt es aber, Tito mit Alberto Malagón Amate zu assoziieren, den neuen Flügelflitzer der Admira.

„Er ist ein sehr guter Spieler und wir werden höchstwahrscheinlich sehr viel Freude mit ihm haben“, urteilt Trainer Didi Kühbauer über den 24-Jährigen, der nach einer knapp einwöchigen Probezeit einen Vertrag bis Mai mit Option auf zwei weitere Jahre unterschrieben hat.

Flucht vor der Krise

Nach den Stationen CD Alcala, Rayo Vallecano, CF Gandia und zuletzt RCD Carabanchel versucht der gebürtige Madrilene sein Glück nun erstmals im Ausland, wohin es ihn – wie viele andere seiner Landsleute – aufgrund der unzufriedenstellenden Situation in der Heimat verschlagen hat.

„In Spanien ist es schwierig, als Fußballer Aufstiegsmöglichkeiten zu bekommen. Jedes Jahr gibt es mehr mittelmäßige ausländische Spieler. Darüber hinaus stecken wir tief in einer Krise, es gibt viele ausständige Zahlungen“, kommentierte Tito in der spanischen „as“.

In Österreich hat er nun die Chance, sich zu beweisen und das gleich auf höchstem Niveau. „Ich wurde sehr gut aufgenommen. Was ich bis jetzt gesehen habe, gefällt mir sehr gut. Es ist ein junges Team, die Stimmung in der Kabine gut. Das macht die Eingewöhnung auch einfacher“, erklärt der Neuzugang im Gespräch mit LAOLA1.

„Sprung ist sehr groß“

Er weiß aber auch, dass „der Sprung sehr groß“ ist: „Die Vorbereitungsspiele sind sehr wichtig für mich, um die Mannschaft, den Rhythmus und das Spielsystem kennenzulernen.“

Im Unterschied zu den unterklassigen spanischen Ligen, in denen der Linksfuß in den letzten Jahren zum Einsatz kam, wird in Österreich körperbetonter gespielt.

Eine längere Eingewöhnungsphase scheint deshalb vorprogrammiert: „Ich hoffe, Schritt für Schritt in die Mannschaft hineinzuwachsen und Einsatzzeit zu bekommen. Druck mache ich mir aber keinen.“

Die Ruhe im Blut

Trainer Kühbauer, als ehemaliger Real-Sociedad-Legionär Kenner des spanischen Fußballs, weiß nach einer Woche der Sichtung um die Stärken des Spielers, der beim damaligen Zweitligisten Rayo 2008 in der Copa del Rey sein Profi-Debüt gab:

„Er hat eine extreme Ruhe am Ball, die er auch unter Druck nicht verliert, so wie man es von den Spaniern kennt. Die wachsen so auf, das geht hinunter bis in die dritte Liga. Es ist immer wieder gut, wenn man sich aus Situationen mit spielerischen Elementen lösen kann und er hat diese Fähigkeit auf jeden Fall.“

Kälteschock zur Begrüßung

Neu ist für Tito neben einem Deutsch-Sprachkurs auch der österreichische Winter, wie sein Trainer aktuell mit einem Schmunzeln feststellen konnte: „Was ich mitbekommen habe, hat es ihn schon ordentlich gebeutelt. Aber so hat er gleich das volle Paket bekommen.“

„In Valencia hatte es 15 Grad und hier minus sieben. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied“, rechnet auch der Iberer vor.

Zum Glück bleibt ihm dieser Kälteschock – wenn auch nur für kurze Zeit – erspart.

Die Admira weilt schließlich aktuell in Belek.


Christian Eberle

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen