Ein hoch-dosierter Testlauf

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Es war ein bisschen mehr als nur ein Testspiel.

Das wussten die Zuschauer des 3:3 zwischen der Red-Bull-Teams aus Salzburg und Leipzig in Doha von Beginn weg.

„Das war schon ein besonderes Spiel“, bestätigte ein gut gelaunter Adi Hütter. Schließlich war es der erste direkte Vergleich der beiden Teams. „Intern wird schon lange diskutiert, welche Mannschaft die bessere sei. Beide Betreuer-Teams wollten die Partie gewinnen.“

Dementsprechend hoch waren Tempo und Einsatz. Soriano (5. Elfer), Minamino (48.), Berisha (58.) bzw. Forsberg (40.), Poulsen (60.), Frahn (86.) sorgten für die insgesamt sechs Treffer.

Testkandidat verletzt raus

Hütter, der zur Pause alle Feldspieler durchtauschte, begann mit einem absoluten Youngster-Mittelfeld, welches aus Bruno (21 Jahre), Lazaro (18), Laimer (17) und Neuzugang Atanga (18) bestand. Die Mozartstädter schalteten zu Beginn schneller. Nach einem Foul an Sabitzer sorgte Soriano aus einem Elfmeter für die frühe Führung.

Abgesehen von einem Hinteregger-Kopfball nach einer Lazaro-Ecke übernahmen mehr und mehr die Leipziger das Kommando.

Der deutsche Zweitligist, der mit Teigl begann – Hoheneder und Hierländer kamen zur Pause – kam nach einem schnellen Konter über Poulsen durch Forsberg noch vor der Pause zum verdienten Ausgleich.

Bitter: Kurz zuvor musste beim Rasenball-Klub der US-Testkandidat Matthew Miazga mit einem Pferdekuss im rechten Oberschenkel ausgewechselt werden.

Mit Leitgeb und Ilsanker im Mittelfeld bekam Salzburg die Partie besser in den Griff. Der wieselflinke Neuzugang Pires bereitete sowohl das 2:1 des technisch starken Minamino, als auch das 3:1 von Berisha mustergültig vor.

Obwohl die in den Auswärtstrikots agierenden Salzburger – Partie fand am Leipziger Trainingsplatz statt – infolge mehr Chancen kreierten, erzielten Poulsen und Frahn noch den Ausgleich.

Fußball, nicht Schach

Einer, der das Ergebnis schon prophezeit hatte, war Ralf Rangnick. „Es war so, wie wir uns das erhofft hatten“, hatte der Sportdirektor großen Gefallen daran gefunden. Aufgrund der Intensität und der Chancen hätte es aus Sicht des Deutschen aber auch 5:5 ausgehen können.

Angesichts der Personalie Nils Quaschner, der aufgrund des Regulativs des Weltverbandes nun doch nicht zu Leipzig wechseln darf, brachte Rangnick noch einmal sein Unverständnis zum Ausdruck. Die Kooperationsvereinbarung werde von der FIFA anders verstanden.

„Diese Unklarheiten wollen wir nicht auf dem Rücken des Spielers austragen, weshalb er nun bei Salzburg bleibt“, meinte er mit Blick auf das sich Ende Jänner schließende Transferfenster.

Auf die Frage, ob angesichts der Leistungen im Testspiel nun jeder Spieler beim richtigen Klub spiele oder noch jemanden verschoben werden müsste, reagierte Rangnick allergisch: „Wir verschieben keine Spieler wie Schachfiguren. Nein, wir entscheiden im Sinne des Klubs und des Spielers.“

Handlungsbedarf in der Verteidigung der Salzburger sehe er jedenfalls nicht.

Zurück zum Sportlichen

Hütters Laune war wie eingangs erwähnt wesentlich entspannter, was vermutlich am gebotenen Spiel seiner Elf lag. „Die Spielanlage ist schon viel besser als noch im Herbst“, resümierte der Vorarlberger. Insbesondere in der zweiten Halbzeit habe das Umschalten in die Offensive gut funktioniert.

Zudem hinterließen die Neuzugänge einen starken Eindruck.

Insbesondere Pires und Minamino strahlten Gefahr aus. Die Sprachbarriere mit dem Japaner, der sich im Trainingslager mit Ilsanker das Zimmer teilt, scheint kein großes Hindernis darzustellen. „Alle Neuen sind richtig gut unterwegs“, war Hütter guter Dinge, dass für die entstandenen Lücken adäquater Ersatz verpflichtet wurde.

Auch der Eingewöhnungsprozess gehe schnell voran. „Mein Team nähert sich langsam aber sicher den 100 Prozent“, war Hütter mit Blickrichtung des Rückrundenstarts gegen Wiener Neustadt am 15. Februar optimistisch.

Um nichts klüger

Auf Leipziger Seite bestätigte Niklas Hoheneder den Eindruck, vom besonderen Status des Testspiels. „Ich wurde in der Vergangenheit schon oft gefragt, wer besser sei“, so Hoheneder, der mit einem Lächeln hinzufügte: „Aber nach dem 3:3 wissen wir es noch immer nicht."

Bei den Leipzigern waren die verletzten Stürmer Omer Damari und Terrence Boyd zum Zuschauen verdammt. Letzterer vertrieb sich die Zeit, indem er den Twitter-Account der Leipziger betreute. Wohl dosiert versteht sich.

Aus Doha berichtet Reinhold Pühringer

 

RB Leipzig:
1. Halbzeit:
Coltorti – Teigl, Sebastian, Miazga (35. Klostermann), Jung – Kimmich, Khedira, Kaiser (C) – Rebic, Poulsen, Forsberg

2. Halbzeit
Coltorti – Klostermann, Hoheneder, Compper, Jung – Hierländer, Demme, Kalmár – Poulsen, Frahn (C), Forsberg

FC Red Bull Salzburg:
1. Halbzeit:
Gulácsi – Schwegler, Ramalho, Hinteregger, Schmitz – Lazaro, Laimer, Atanga, Bruno – Sabitzer, Soriano (C)

2. Halbzeit:
Gulácsi – Ankersen, Ulmer, Rodnei, Caleta-Car – Pires, Isanker, Berisha, Leitgeb – Djuricin, Minamino

Tore:
0:1 Soriano (6.), 1:1 Forsberg (40.), 1:2 Minamino (48.), 1:3 Berisha (58.), 2:3 Poulsen (60.), 3:3 Frahn (87.)

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