"Wir müssen noch enger zusammenrücken"

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Seit fünf Runden ist der SV Mattersburg wieder Mitglied in Österreichs höchster Spielklasse.

Während die Burgenländer im heimischen Pappelstadion mit zwei Siegen (2:1 gegen Salzburg und 4:1 gegen SV Ried) definitiv in der Bundeliga angekommen sind, besteht bei den Auftritten in der Fremde noch einiges an Nachholbedarf.

Gegen die Wiener Austria setzte es am Samstag die dritte Niederlage – mit 1:5 gleichzeitig die höchste im noch jungen Spieljahr.

Doch so paradox es klingt, SVM-Coach Ivica Vastic war trotz der heftigen Abfuhr am Verteilerkreis nicht völlig unzufrieden.

„Leider sind wir mit dem Elfer bestraft worden und haben mit einem Mann weniger spielen müssen. Das hat die Sache nicht leichter gemacht. Doch uns ist dennoch in Unterzahl der Ausgleich gelungen“, berichtete der 45-Jährige, der das 1:3 als Knackpunkt betrachtete:

„Jedes Gegentor ist ungünstig, aber das dritte war ganz bitter, weil es quasi mit dem Pausenpfiff gefallen ist. Bei 1:2 wäre vielleicht noch etwas möglich gewesen. Wir hatten aber auch so noch Chancen auf den Anschlusstreffer.“

 

„Die Mannschaft wollte“

Vastic lobte jedenfalls die Einstellung seiner Kicker. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft wollte. Sie hat sich nicht geschont, ist die langen Wege gegangen. Das hat Kraft und Konzentration gekostet.“

In der Schlussphase waren die Mattersburger nur mehr zu neunt. Nach der frühen Roten Karte  für Fran (18.) verletzte sich Dominik Doleschal zehn Minuten vor Schluss – das Austauschkontingent war jedoch schon erschöpft.

„Mit nur acht Feldspielern ist gegen diese Austria nichts möglich, deswegen haben wir auch noch zwei Tore hinnehmen müssen. Die Violetten sind einfach sehr, sehr stark. Sie haben etliche Individualisten, die ein Spiel entscheiden können.“

Onisiwos schwacher Trost

Die Niederlage sei unter dem Strich zwar etwas hoch, aber verdient ausgefallen, wie auch Karim Onisiwo bei LAOLA1 bestätigte: „Austria ist eben eine gute Mannschaft und hat die numerische Überlegenheit gut ausgenützt.“

Der 23-Jährige war so etwas wie der offensive Alleinunterhalter beim SVM. Fünf der insgesamt sieben Torschüsse gingen auf sein Konto. Ihm war es auch vorbehalten, für das  zwischenzeitliche 1:1 zu sorgen. Sein erstes Tor in der Bundesliga.

„Natürlich freue ich mich ein wenig über meinen ersten Treffer. Aber das ist heute ein schwacher Trost, denn es bringt uns gar nichts.“

Die Suche nach den Gründen

Vielmehr versucht der Wiener die Gründe für die Auswärtsschwäche zu suchen. „Wir sind eine Liga höher, da weht ein anderer Wind. Wir haben gegen Admira und Altach blöd verloren, weil wir die Anfangsphase verschlafen haben. Da haben wir nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben.“

Gegen die Austria sei jedenfalls ein kleiner Fortschritt zu erkennen gewesen. „Man hat gesehen, dass wir trotz der frühen Roten Karte noch Willen gezeigt. Wir haben angedrückt und dann auch Fußball gespielt“, so Onisiwo

Dass der SVM in seinem ersten Jahr noch zu viel Respekt bei den Auswärtsspielen hat, glaubt der Linksfuß nicht.

„Das würde ich nicht sagen. Auf uns wartet einfach noch viel Arbeit. Daheim spielen wir gut, aber auswärts fehlt uns noch ein Tick. Wir müssen in Zukunft noch enger zusammenrücken und geschlossener auf dem Platz auftreten. Dann wird es auch Auswärtssiege geben.“

Die nächste Bewährungsprobe in der Fremde haben die Burgenländer in zwei Wochen – wieder in Wien, dann gegen Rapid.

Ein echter Gradmesser also…

 

Martin Wechtl

Austria Mattersburg
Ballbesitz 65,7% 34,3%
Zweikämpfe 47,5% 52,5%
Eckbälle 8 5
Torschüsse 24 8
Torschüsse außerhalb Strafraum 9 3
Torschüsse innerhalb Strafraum 15 5
Kopfballchancen 5 0
Abseits 3 1
Fouls 15 10
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