"Es ist noch sehr viel in der Schwebe"

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Ende gut, alles gut?

Natürlich nicht.

Der 2:1-Sieg bei Austria Wien und die dadurch vermasselte Europacup-Teilnahme des entthronten Meisters waren für Sturm Graz maximal Trostpflaster.

Die eigenen Saisonziele wurden allesamt verfehlt. Die Leistungen enttäuschten oftmals massiv. Ergebnistechnisch fand man erst spät ein wenig Konstanz - aber auch hier bestätigt die Ausnahme die Regel, wie das verlorene Cup-Halbfinale in St. Pölten belegt.

„Kein Trost“

„Sicher ist es schön, wenn man mit einem Sieg in die Pause geht, aber es ist kein Trost für die Cup-Niederlage“, fand Daniel Beichler.

Laut Meinung der Offensivkraft habe man in dieser Partie extrem gesehen, unter welchem Druck die Austria stand. Ein Druck, dem die Wiener letztlich nicht standgehalten haben.

Die Veilchen traten ähnlich gehemmt und passiv auf wie die Grazer über weite Strecken der Saison. Während auf Seiten der Austria nun Krisenbewältigung angesagt ist, steht selbige in der steirischen Landeshauptstadt schon länger auf dem Programm. Mit nach wie vor offenem Ausgang.

Was für 2014/15 besser werden müsse? Beichler: „Viel! Wir können nicht zufrieden sein damit, was wir in dieser Saison gemacht haben. Jeder muss sich im Urlaub seine Gedanken machen, was er besser machen kann. Keiner geht zufrieden oder locker in den Urlaub.“

„Es ist noch zu viel ungewiss“

Anel Hadzic baut zumindest auf den Trend, dass man im Frühjahr ergebnistechnisch zulegen konnte: „In der Rückrundentabelle sind wir Dritter, das muss man auch einmal erwähnen. Das kommt nicht von irgendwoher.“

Besonders wichtig erscheint in Graz, nach zwei verkorksten Saisonen endlich den stimmungstechnischen Turnaround rund um den Verein hinzubekommen.

Ein Puzzleteil dafür könnte die Personalpolitik sein. Momentan könne man nämlich noch nicht sagen, mit welchen Vorhaben man in die kommende Spielzeit gehen wird.

„Dafür ist noch viel zu viel ungewiss. Wir wissen noch nicht, wer verlängert und wer kommt“, so Beichler. Hadzic: „Es ist noch sehr viel in der Schwebe. Man wird sehen, wie der Kader zusammengestellt sein wird. Ich glaube, dass der Verein für die kommende Saison sicher wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen wird.“

Wer bleibt? Wer geht?

Dies ist die Aufgabe von General Manager Gerhard Goldbrich, der neben der Suche nach Neuzugängen eher früher als später auch entscheiden beziehungsweise verkünden sollte, wie es mit den Spielern mit auslaufenden Verträgen weitergeht.

Bislang stehen nur die Abschiede von Milan Dudic und Manuel Weber, der beim Wolfsberger AC unterschrieben hat, fest. Patrick Wolf würde zwar gerne bleiben, hat sich aber selbst vor dem finalen Heimspiel gegen Wiener Neustadt aus dem Rennen genommen.

Wie es mit anderen Personalien wie Andreas Hölzl, Nikola Vujadinovic oder Michael Madl weitergeht, ist zumindest offiziell noch unklar.

Pliquett wartet auf Entscheidung

Selbiges gilt für Benedikt Pliquett, der Christian Gratzei im Laufe der Saison den Rang als Einser-Goalie abgelaufen hat.

Der Deutsche betont, noch „keine Ahnung“ zu haben, ob er weiterhin in Graz Bälle fangen wird: „Signale gibt es, wir werden sehen. Ich hoffe, diese Woche bringt noch etwas. Ich habe für mich persönlich relativ frühzeitig die Entscheidung getroffen, was ich machen möchte. Ich würde gerne bleiben.“

Warum dann nach Saisonende immer noch Unklarheit besteht? „Ich wäre bereit gewesen, schon deutlich früher zu verlängern. Aber es liegt nicht in meiner Hand.“

Auch beim 29-Jährigen überwiegt nach dieser Spielzeit ein bittersüßes Gefühl.  Bei allen Schwierigkeiten im Saisonverlauf würden Spiele wie gegen die Austria zeigen, was in der Mannschaft steckt: „Da haben wir extrem schicken Fußball gespielt.“

„Wo will man hin?“

„Es gibt viele Sachen, wo man ansetzen kann. Jetzt muss man erst einmal gucken, dass man mit den Mitteln, die man hat, einen schlagkräftigen Kader zusammenbekommt – vor allem einen hungrigen und willigen Kader. Das ist wichtig, denn dann kann man in dieser Liga viel wettmachen, wenn man ein paar gestandene Führungsspieler behält.“

Generell müsse man sich bei Sturm überlegen: „Wo will man hin? Was will ich machen? Es war dieses Jahr sicherlich nicht einfach, das darf man nicht vergessen. Aber ich denke, am Ende in so einem Umbruchjahr Fünfter zu werden, ist okay.“

Beantworten will Pliquett die gestellten Fragen jedoch nicht selbst: „Ich bin gerne bei der Umsetzung dabei, aber es liegt nicht in meiner Hand, eine Philosophie aufzustellen.“

Man darf gespannt sein, ob Sturm nach diversen Kursänderungen in den vergangenen Jahren in Bälde eine konstante Antwort findet…

Peter Altmann

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