"Nationalteam? Da muss schon einiges passieren"

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„Für mich ist es eine komplett neue Erfahrung, mit solch einem Trainer zu arbeiten.“

Die ersten Wochen unter Peter Hyballa haben auch bei Michael Madl einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wie er im Gespräch mit LAOLA1 erklärt.

Dabei hat Sturms Neuzugang in seiner Karriere schon einige Übungsleiter erlebt, nicht zuletzt in Wiener Neustadt mit Peter Schöttel beziehungsweise Peter Stöger die aktuellen Coaches von Rapid und Austria.

Jene beiden Trainer, unter deren Anleitung er in den vergangenen zwei Jahren zu einem gestandenen Bundesliga-Kicker gereift ist, einem Fall für höhere Aufgaben.

Zum Führungsspieler gereift

„Zwei Schritte zurück, drei nach vor“, so beschreibt Madl selbst im Rückblick die beiden Jahre in Niederösterreich. 2010 hatte er nach zwei eher verkorksten Jahren bei der Austria beim ehemaligen Stronach-Verein angeheuert.

„Ich habe mich besonders im zweiten Jahr als Führungsspieler entwickelt und zwei Saisonen fast verletzungsfrei spielen können. Das war das Wichtigste für mich, da ich bei der Austria doch viel mit Verletzungen zu kämpfen hatte“, erklärt der 24-Jährige.

Trotz seiner jungen Jahre zählte er in der Wiener Neustädter Elf zu den routinierteren Kräften, weshalb er die Rolle eines Häuptlings quasi übernehmen hätte müssen.

„Respekt vor größeren Namen“

Wobei dies durchaus seinem Naturell entsprechen würde. „Ich bin der Typ dafür, eine Führungsposition einzunehmen“, versichert Madl, „natürlich will ich eine solche Schritt für Schritt auch bei Sturm übernehmen. Wobei hier schon noch andere Spieler sind, die um einiges mehr erreicht haben und diese Position einnehmen. Der Respekt vor den größeren Namen ist schon da.“

Auf dem Platz wolle er aber natürlich laut auftreten, Kommandos geben. Damit der logische nächste Schritt in der Karriere Madls von Erfolg gekrönt ist, ist eine breite Brust wohl auch von Nöten.

Mit Nikola Vujadinovic wurde unlängst ein weiterer Innenverteidiger verpflichtet, mit Milan Dudic und Ferdinand Feldhofer wollen zwei Oldies ihren Platz nicht kampflos aufgeben, mit Florian Neuhold drängt ein großes Talent nach.

Nationalteam-Ambitionen?

Kann Madl jedoch an seine in Wiener Neustadt unter Beweis gestellt Form anschließen, dürfte er zumindest bei Sturm gute Karten haben. Als nunmehriges Mitglied eines Großklubs auch im Nationalteam?

Der 98-fache Bundesliga-Kicker ist skeptisch: „Besonders auf meiner Position verfügt das Nationalteam über sehr hohe Qualität mit vielen Spielern im Ausland. Ich versuche, bei Sturm meine Leistung zu bringen, aber man muss schon realistisch bleiben. Da muss schon einiges passieren, damit ich dort dabei bin.“

Neben Emanuel Pogatetz, Aleksandar Dragovic oder Paul Scharner wäre auch Sebastian Prödl in der Abwehrzentrale des ÖFB-Teams einer seiner Konkurrenten. Gemeinsam sorgten sie bei der U20-WM 2007 in Kanada mit Rang vier für Furore, sieben Mitglieder des damaligen Teams kamen bereits zu Nationalteam-Ehren.

„Gewusst, dass ich meine Stärken ausspielen kann“

Madl musste indes trotz einer „eigentlich guten Saison nach der WM in Innsbruck“ länger auf den Durchbruch warten:

„Bei der Austria ist es nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe aber immer daran geglaubt und gewusst, dass ich meine Stärken habe und sie auch ausspielen kann. Das ist mir in Wiener Neustadt gelungen.“

In Graz hat sich Hyballa zum Ziel gesetzt, die Stärken jedes Spielers zu forcieren, seine Schützlinge besser zu machen.

„Viele taktische Anweisungen“

Ein Vorhaben, das der Deutsche laut Madl sehr detailgenau in Angriff genommen hat: „Auf dem Trainingsplatz gibt es nur 100 Prozent, vollste Konzentration auf die Arbeit, da wird er auch sehr, sehr laut, unterbricht oft, redet viel mit uns Spielern, gibt uns viele taktische Anweisungen. Im Training ist alles mit dem Ball. Die ersten Wochen waren sehr intensiv, aber von dieser Vorbereitung zehren wir auch die ganze Saison.“

Treten die entsprechenden Erfolge ein, hat sich die Schufterei gelohnt und die Anhängerschaft ist zufrieden. Wie wichtig Sturm für diese ist, muss man dem Mann mit der Rückennummer 15 als gebürtigem Steirer nicht erklären:

„Sturm Graz ist die Steiermark. 90 Prozent der Steiermark sind Schwarz Weiß.“

Peter Altmann

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