Das Sturm-Lazarett lichtet sich

Aufmacherbild
 

In Graz war nach dem überraschenden Meistertitel alles eitel Wonne.

Allerdings nicht lange. Der Start als Titelverteidiger in die neue Saison viel mäßig aus, dazu nahm das Schicksal von Woche zu Woche seinen Lauf.

Im Zusammenhang mit den „Blackies“ kann man beinahe schon von einer Seuche sprechen, die einen Leistungsträger nach dem anderen außer Gefecht setzte.

Zwischenzeitlich füllten bis zu neun Spieler das Lazarett der Steirer. Langsam aber doch kehren auch die letzten Verletzten ins Team zurück.

Drei Rückkehrer, zwei im Aufbautraining

Sturm Graz kann es nur recht sein. In der Liga beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter bereits acht Punkte, in der Europa League steht ein vorentscheidendes Duell gegen RSC Anderlecht an.

Gegen den SV Mattersburg werden gleich drei Langzeitverletzte wieder in den Kader zurückkehren.

Für einen Platz in der Startelf kommt es für alle Betroffenen aber noch zu früh, ist sich Trainer Franco Foda sicher. Alleine die Tatsache, dass man schon bald wieder aus dem Vollen schöpfen kann, lässt die Erwartungen steigen.

LAOLA1 verschafft einen Überblick über die Rückkehrer und jene, die bald folgen sollen:

DIE RÜCKKEHRER:

Roman Kienast:

Den 19-Tore-Mann der Vorsaison hätte es zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt treffen können. Beim 1:1 gegen Salzburg schied Kienast in der 70. Minute verletzt aus, zwei Tage vor dem CL-Quali-Rückspiel gegen BATE Borisow war es Gewissheit: Mittelfußknochenbruch! Die „Blackies“ verloren somit ihren besten Torschützen und verpassten die Millionenliga. Eine lange Pause wurde prophezeit, doch der Heilungsprozess verlief ohne Komplikationen. Im Testspiel gegen Landesligist Kalsdorf stand der Hüne erstmals seit dem 21. August wieder auf dem Platz und meldete sich sofort mit einem Treffer zurück.

Andreas Hölzl:

Dem Flügelflitzer wurde das Europa-League-Heimspiel gegen Lok Moskau zum Verhängnis, als er bereits nach 21 Minuten nach einem Schlag auf den Oberschenkel w.o. geben musste. Seit dem 15. September hatte Hölzl mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen, die er nach genau einem Monat endlich in den Griff bekam. Bereits in der Vorwoche konnte er wieder ins Training einsteigen, er hat aber ,wie Trainer Foda betont, noch nicht die Kraft für 90 Minuten.

Ferdinand Feldhofer:

Lokomotive Moskau, die Zweite. Wie Hölzl musste auch Feldhofer nach dem Duell mit den Russen eine Zwangspause einlegen. Nach einem schweren Zusammenstoß wurde der Innenverteidiger mit einer Gehirnerschütterung ins Spital eingeliefert und in den darauffolgenden Wochen geschont. Zwar stieg Feldhofer schon wieder Ende September ins Mannschaftstraining ein, gegen Ried reichte es aber noch nicht zu einem Platz im Kader.

IM AUFBAUTRAINING:

Matthias Koch:

Was für ein Aufstieg! Mit Altach blieb ihm die Bundesliga verwehrt, also schlug der Meister zu. Doch schon in der dritten Runde wurde der Shootingstar jäh gestoppt. Beim 0:3 gegen Kapfenberg landete Koch unglücklich auf der Schulter und musste nach zehn Minuten vom Feld getragen werden. Ein Schlüsselbeinbruch war die Folge. Die Leidenszeit ist nun aber vorbei. Der Mittelfeldspieler steckt mitten im Aufbautraining und kann teilweise schon bei Übungen mit der Mannschaft mittrainieren. Sein Comeback wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Sandro Foda:

Der Sohn des Meistertrainers musste in dieser Saison schon mehrmals verletzungsbedingt zuschauen. Aktuell hält den Mittelfeldspieler eine Verhärtung im Adduktorenbereich in Schach, und das schon seit Mitte September. Doch auch Sandro Foda befindet sich bereits wieder im Aufbautraining und könnte in naher Zukunft eine weitere Alternative in der Zentrale darstellen.

WEITERHIN IM LAZARETT:

Christian Gratzei:

Am Anfang konnte noch nicht abgeschätzt werden, wie schlimm es um den Torhüter wirklich bestellt ist. Nach einer Meniskusoperation Mitte September ist Sturm klar, dass in der kommenden Zeit das Hauptaugenmerk auf Silvije Cavlina liegt. Dieser ließ sich bisher nichts zu Schulden kommen. Laut Aussagen des operierenden Artztes, Jürgen Mandl, dürfte Gratzei ingesamt rund zehn bis zwölf Wochen außer Gefecht sein. Mit einem Comeback vor der Winterpause wird es somit eher knapp.

Joachim Standfest:

Der Außenverteidiger ist der am kürzesten Verletzte. Standfest musste beim 1:0-Sieg gegen Ried bereits in der 22. Minute vom Feld. Eine Oberschenkelverletzung macht einen Einsatz derzeit nicht möglich. Nach einem langen Schritt gab es Standfest einen Stich, für das Spiel gegen Mattersburg ist er noch kein Thema. Wie schnell der Routinier zurück zu alter Stärke findet, bleibt abzuwarten.


Alexander Karper

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen