Hadzic und Offenbacher sorgen für Qual der Wahl

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Nur im Mittelfeld sei Sturm Graz schon stark genug besetzt, analysierte Trainer Darko Milanic am Montag nach dem Trainingsauftakt.

Während sich der Neo-Coach der „Blackies“ im Angriff und vor allem in der Verteidigung weitere Verstärkungen wüscht, hat er im Mittelfeld die Qual der Wahl – vor allem im Zentrum.

Dies liegt auch an den beiden Zugängen Anel Hadzic und Daniel Offenbacher, die sich zu Manuel Weber und zum vorerst noch rekonvaleszenten Tobias Kainz gesellen. In der Vorsaison wurde auch Innenverteidiger Michael Madl nach vor gezogen. Zudem ist ein Verbleib von Kapitän Jürgen Säumel nicht ausgeschlossen, wenngleich nach aktuellem Stand unwahrscheinlich.

Für die beiden Neuerwerbungen begann am Montag dieser Woche das Abenteuer Sturm. Für Hadzic war es nach 14 Saisonen in Ried das erste Mal seit Kindertagen, dass er bei einem neuen Verein loslegte.

„Ein bisschen Lampenfieber ist immer dabei“

Dies lässt selbst einen inzwischen schon recht erfahrenen Profi nicht kalt – nicht nur wegen der derzeitigen Hitzewelle. „Ein bisschen Lampenfieber ist immer dabei, wie einen die Mitspieler aufnehmen“, berichtet der 23-Jährige im Gespräch mit LAOLA1, „aber das ist Gott sei Dank gut gelaufen. Wenn man auf dem Platz steht, vergisst man das alles und gibt sein Bestes.“

Der erste Eindruck von den neuen Kollegen war ein positiver: „Man sieht, dass die Mannschaft hungrig ist und die letzte Saison vergessen will. Zum Trainer kann ich noch nicht viel sagen, da ich bislang nur ein kurzes Gespräch mit ihm geführt habe. Aber ich glaube, dass er ein sehr guter Trainer ist.“

Hadzic hat seinen Abschied von der SV Ried stets damit begründet, dass er nach 14 Jahren beim Verein den nächsten Schritt in seiner Karriere machen und sich im sportlichen und menschlichen Bereich weiterentwickeln wolle: „Für diese Herausforderungen ist Sturm die richtige Adresse.“

Der gesuchte Führungsspieler?

Denn trotz der verpatzten vergangenen Spielzeit sei Sturm „eine der Top-4-Mannschaften in Österreich. Für mich ist das ein großer und sehr gut koordinierter Verein, sicher ein sehr guter Platz für junge und hungrige Spieler.“

Sturm ist Offenbachers Jugendliebe

Der „Größte“ sei für ihn immer Ivica Vastic gewesen, aber „auch Mario Haas hat für den Verein natürlich Unendliches geleistet.“ Mit Milanic coacht ihn nun ein weiteres Mitglied der erfolgreichsten Sturm-Ära. Der erste Eindruck sei „sehr positiv. Ich glaube, dass er zielstrebig ist, eine genaue Linie hat. Wir Spieler müssen versuchen, diese mitzugehen.“

Die Zeit ist reif für den Durchbruch

Als seine Stärke bezeichnet Offenbacher, dass er „das Spiel sehr gut gestalten“ könne. Seine Schwäche? „Tore habe ich noch nicht so viele gemacht, aber das werde ich sicher verbessern.“

Diesbezüglich sei daran erinnert, dass dem Mittelfeldspieler zwei seiner drei Bundesliga-Treffer für Wiener Neustadt gegen Sturm gelangen, darunter einer am letzten Spieltag, als sein Wechsel schon feststand und er von den von der eigenen Mannschaft frustrierten Grazer Anhängern für sein Tor frenetisch gefeiert wurde.

Generell zählt der U21-Teamspieler schon seit längerer Zeit zu den größeren Nachwuchshoffnungen im heimischen Fußball. Mit dem Schritt zu Sturm peilt er seinen endgültigen Durchbruch an: „Ich glaube, dass es jetzt passieren muss.“

Hält Offenbacher Wort, wird die Qual der Wahl für Milanic noch größer.

Peter Altmann

Ein Verein, dessen Kampfmannschaft jedoch durchaus den einen oder anderen zusätzlichen Führungsspieler gut gebrauchen könnte. Für die Verantwortlichen war es eine der Lehren der Vorsaison, dass zu wenige Kadermitglieder in der heiklen Phase mit breiter Brust vorangingen.

Mangelndes Selbstbewusstsein kann man Hadzic, der es via Sturm ins bosnische Team und zur WM 2014 schaffen möchte, ohnehin nicht vorwerfen. Er ist vom Typ einer, der voran geht. Ihm ist voll bewusst, dass man von ihm in Graz mittelfristig eine Häuptlings- und keine Indianer-Rolle erwartet:

„Natürlich. Das ist einfach Teil meiner Weiterentwicklung, dass man zu einem neuen Verein kommt und sagt, man will etwas bewegen. Dafür stehe ich. Ich werde mich hier sicher nicht verstecken, sondern Verantwortung übernehmen – gemeinsam mit der Mannschaft, denn wir müssen alle Verantwortung übernehmen. Das kann nicht einer alleine, aber ich werde einer davon sein.“

Offenbacher nimmt Konkurrenzkampf an

Die Einkaufspolitik seines neuen Arbeitgebers bewertet er als gut, alle Spieler würden bei null beginnen. Nachdem er sich im Innviertel einen Ruf als Allrounder erarbeitet hatte, soll es in Graz jedoch Schluss sein mit den Rochaden auf dem Spielfeld:

„Dass ich in Ried in meinen ersten ein, zwei Jahren rochiert habe, war für mich als junger Spieler klar, das habe ich auch so angenommen und mich auf den Positionen wohl gefühlt. Aber meine eigentlichen Positionen sind Sechser oder Achter und ich bin von Sturm auch als zentraler Mittelfeldspieler geholt worden.“

In der Schaltzentale trifft er auf den eine Spur offensiver ausgerichteten Offenbacher, der ebenfalls fest entschlossen ist, sich im Gerangel um die Plätze in der Startelf durchzusetzen.

„Natürlich ist der Konkurrenzkampf groß, viel größer als zuletzt bei Wiener Neustadt, aber den nehme ich gerne an. Schlussendlich wird man sehen, wer sich durchsetzt. Ich kann überall dort spielen, wo mich der Trainer aufstellt“, deutet der 21-Jährige eine gewisse Flexibilität an.

„Sturm ist meine Jugendliebe“

In Wiener Neustadt, wo er auf 34 Liga-Einsätze kam, brachte Offenbacher seine erste volle Bundesliga-Saison hinter sich. Den Weg zu Sturm fand er quasi über einen Umweg, denn seine Ausbildung genoss er seit 2006 in der Akademie von Red Bull Salzburg.

Dabei lässt der aus Scheifling stammende Obersteirer keinen Zweifel daran, dass durch seine Adern schwarz-weißes Blut fließt: „Sturm ist meine Jugendliebe. Als Kleiner hat man als Steirer immer nach Graz runtergeschaut und die Spiele angesehen, ich war oft im Stadion. Dass ist jetzt selbst hier stehen darf, ist natürlich großartig.“

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