„Dass wir hier nicht mit einem mehr als verdienten Punkt belohnt wurden, ist ärgerlich. Dennoch war es eine extrem positive Leistung. Denn wenn man so gegen Widerstände angeht, spricht das enorm für die Mannschaft. Daran wächst man auch. Es ist eine bittere Niederlage, die jedoch viele positive Aspekte hat.“

Der 1,99-Meter-Hüne ersetzt seinen zu den Amateuren von Borussia Dortmund zurückgekehrten Landsmann Johannes Focher als Gratzei-Backup. Bei St. Pauli avancierte er zum Publikumsliebling, wohl auch aufgrund seiner unkonventionellen Erscheinung und offenen Art.

Bezeichnend seine originelle Selbsteinschätzung im Interview mit „Sturm12“: „Auf den ersten Blick denken einige vielleicht: Komischer Typ. So Assi-mäßig. Das ist aber mein Vorteil, denn wenn man mich dann kennenlernt, sagen viele: Netter Typ, hilfsbereit.“

Sturm für Pliquett „ein riesiger Glücksfall“

Integrationsprobleme in der steirischen Landeshauptstadt sind beim gebürtigen Hamburger wohl kaum zu erwarten. Pliquett selbst kann und will seine Begeisterung über den Tapetenwechsel nach neun Jahren am Millerntor nicht verbergen:

„Ich war von Anfang an zu 100 Prozent sicher, dass es der richtige Schritt war und ein Stück weit auch, ohne übertreiben zu wollen, ein riesiger Glücksfall. Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Jetzt umso mehr, da ich seit Montag eine eigene Wohnung habe. An diesem Wochenende waren zudem mein Vater und mein Hund zu Besuch.“

Papa Pliquett war auch im Stadion, der Hund selbstredend nicht. Im ÖFB-Cup gegen Wiener Neustadt gäbe es aufgrund der zu erwartenden Sperre Gratzeis die nächste Gelegenheit, dem Sohnemann auf Beine und Hände zu schauen.

„Funke zwischen Mannschaft und Fans wieder übergesprungen“

Auch wenn dieser Fußball-Nachmittag aus persönlicher Sicht danebenging, gab es auch für die Nummer eins der „Blackies“ Gründe zur Zufriedenheit.

Einerseits die ansprechende Leistung Sturms, andererseits würden Spiele wie dieses Mannschaft und Publikum wieder zu einer Einheit verbinden:

Gratzei: „Die Fans haben versucht, uns zum Ausgleich zu peitschen. Ich bin nach meinem Ausschluss auf der Tribüne gesessen und habe die unglaubliche Stimmung mitbekommen. Ich denke, dass das so ein Spiel war, wo der Funke zwischen Mannschaft und Fans durchaus wieder übergesprungen ist.“

Peter Altmann

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